Digital-Radio

Bundesweites DABplus-Bouquet wechselt Frequenz in NRW

Störungen des Polizeifunks auf vorheriger Frequenz befürchtet
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FM/DAB+-Radio Dantax P-800   FM/DAB+-Radio Dantax P-800
Die drohende erneute Abschaltung des bundesweiten Digitalradio-Multiplexes (DAB+) anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Bonn konnte in letzter Minute abgewendet werden. Der Sendenetzbetreiber Media Broadcast wechselt - zunächst in Nordrhein-Westfalen - die Digitalradio-Frequenz von VHF-Band III Block 5A auf den Block 5C. Die Umschaltung erfolgt zwischen dem 26. und 30. September. Der Standort Bonn wurde bereits umgestellt, es folgen Köln, Düsseldorf, Dortmund und Langenberg.

Mit dem Frequenzwechsel werden mögliche Störungen des Behördenfunks ausgeschlossen, wie Media Broadcast mitteilt. Die neue Frequenz ist weit genug von den Funkkanälen der Behörden entfernt. Die Frequenzänderung erfolge im Einverständnis mit der Bundesnetzagentur (BNetzA) sowie im gegenseitigen Einvernehmen mit den niederländischen Inhabern der Nutzungslizenz für den Kanal 5C. Eine dauerhafte frequenzrechtliche Lösung mit diesen Partnern werde in den kommenden vier Wochen angestrebt, hieß es. Betroffene Digitalradio-Hörer in Nordrhein-Westfalen müssen einen Suchlauf durchführen, um das nationale Digitalradio-Angebot wieder an ihrem DAB+-Empfänger nutzen zu können.

Aufgrund einer Verfügung der Bundesnetzagentur war Media Broadcast Ende August gezwungen worden, die Digitalradio-Verbreitung über den Senderstandort Dortmund während einer Großdemonstration kurzfristig auszusetzen. Hintergrund waren mögliche Störungen des Polizeifunks durch das Digitalradio-Signal im Kanal 5A. Die Abschaltung sorgte für heftige Proteste: Der Intendant des mit seinen drei Programmen betroffenen Deutschlandradio, Willi Steul, erklärte zum Beispiel, es stelle sich bei allem Verständnis für Polizei und Rettungskräfte die Frage, ob dies nicht bereits ein Eingriff in die Rundfunkfreiheit sei. Trotzdem drohte eine erneute Abschaltung nun zu den Feierlichkeiten zum Tag der Einheit in Bonn.

Bundes-Multiplex soll künftig einheitlich auf Kanal 5C senden

Der Netzbetreiber Media Broadcast strebt unterdessen die Frequenzumstellung auch in den Bundesländern Hessen, Saarland, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg an. Auch hier wird das bundesweite DAB+-Paket noch auf Kanal 5A ausgestrahlt. Man wolle mit den Behörden und betroffenen Frequenznutzern in den angrenzenden Nachbarländern, unter anderem Frankreich und Schweiz in Kontakt treten, um nach Möglichkeit den Kanal 5C bundeseinheitlich zu nutzen. Für den Verbraucher wäre es eine sehr gute Lösung, denn so könnten sie künftig Digitalradio-Programme von Flensburg bis Oberammergau auf einer einheitlichen Frequenz hören, ein erneuter Suchlauf bei Ortswechsel wäre nicht mehr nötig.

Nichts desto trotz weist Media Broadcast nochmals darauf hin, den bisherigen Betrieb des bundesweiten Digitalradio-Sendernetzes ordnungsgemäß und unter Einhaltung aller der Lizenzierung zugrunde liegenden Parameter durchgeführt zu haben. Die Verbreitung des neuen digitalen Radios, das den Empfang von Hörfunkprogrammen und multimedialen Zusatzdiensten ermöglicht, erfolge auf international koordinierten Frequenzen, die von der Bundesnetzagentur zugeteilt und genehmigt worden sind.

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