Tag 13

Frequenzpoker: Wettbieten jetzt bei 900-MHz-Frequenzen

Der Schwerpunkt der Frequenzauktion hat sich wieder auf die 900-MHz-Frequenzen verlagert, nachdem lange Zeit fast nur 1800-MHz-Blöcke interessant schienen. Indes ist die 4-Milliarden-Euro-Grenze geknackt.
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Der Kampf um die Mobilfunk-FrequenzenDer Kampf um die Mobilfunk-Frequenzen Bei der Mobilfunk-Frequenz­auktion in Mainz ging der Biet-Marathon heute weiter, wie er gestern aufgehört hat: Die drei Netz­betreiber haben sich bei ihren Geboten heute auf das Frequenz­band um 900 MHz konzentriert. Im lange umkämpften 1800-MHz-Band war indes heute nicht ein Gebot zu beobachten. Insgesamt haben die drei bietbe­rechtigten Netz­betreiber heute morgen die Schwelle von 4 Milliarden Euro überschritten, aktuell liegen die Gebote schon bei 4,181 Milliarden Euro.

Dass sich der Gebotsschwerpunkt inzwischen wieder auf das bisherige und wohl auch künftige GSM-Frequenzband verlagert hat, dürfte auch mit dem Preisunterschied zwischen den Frequenzblöcken zusammenhängen. In der Spitze war gestern Abend ein 900-MHz-Block 90 Millionen Euro günstiger als ein 1800-MHz-Block. Inzwischen ist dieser Unterschied in der Spitze auf 40 Millionen Euro geschrumpft und der erste Frequenzblock auch hier auf über 200 Millionen Euro geklettert. Innerhalb der Gebote auf 1800er-Pakete beträgt die Differenz der Höchstgebote bis zu 41 Millionen - hier ist durchaus denkbar, dass einer der Bieter diese Kluft schmälern könnte.

Bei den 900-MHz-Frequenzen blieben zwar die großen Bewegungen heute aus, dennoch ist ein Ende kaum absehbar, haben doch die Netzbetreiber ihre eigenen Vorstellungen, mit welcher Frequenzausstattung sie das BNetzA-Gebäude in Mainz am Ende verlassen. Sowohl Vodafone als auch die Telekom scheinen drei Frequenzblöcke auf der Einkaufsliste stehen zu haben, dann aber bleibt nur ein Block für Telefónica, was dem frisch fusionierten Netzbetreiber wiederum zu wenig sein dürfte. Er hätte es zudem einfach, den konkreten Block 900A weiter zu betreiben, da hier heute schon E-Plus sein GSM-Netz betreibt. Doch auch dieser Frequenzblock wird Telefónica immer wieder streitig gemacht. Der Stand am Abend: Telefónica hält zwei Blöcke, Vodafone zwei Blöcke und die Telekom drei Blöcke.

Der Zwischenstand bei 1800 und 1500 MHz

Im 1800er-Band gab es bis zum Abend keine Bewegung. Seit mehr als einem Tag hat es hier keine weiteren Gebote gegeben. Die Stille kann aber trügen: Zuletzt verlagerte sich das Geschehen wie oben schon erwähnt auf den 900er-Bereich - allerdings vermutlich eher aus Kostengründen. Die aktuelle Verteilung der Frequenzen im 1800er-Band steht aktuell bei zwei Blöcken für die Telekom, vier für Vodafone (inklusive DECT-Schutzabstand) sowie drei für Telefónica. Insgesamt tragen die Lizenzen für dieses Frequenzband 2,172 Milliarden Euro zum Gesamtbetrag der Auktion bei.

Nach wie vor bieten nur Telekom und Vodafone mit Höchstgeboten auf Frequenzen im Bereich um 1500 MHz - Telefónica trat hier bislang nicht in Erscheinung. Gleich in der ersten Runde des Tages zeigte die Telekom erneut, was hier ihr Ziel ist: Ganze sechs Blöcke beanspruchen die Bonner für sich - Vodafone hingegen möchte mit vier Paketen aus der Auktion gehen. Bei acht verfügbaren Frequenzblöcken geht das natürlich nicht auf. Mit Runde 146 stellte sich dann das gewohnte Bild ein: Telekom und Vodafone legen jeweils bei vier Blöcken das Höchstgebot vor. Hier liegen die Gebote je viermal bei 37,116 und 37,154 Millionen Euro.

Hintergrund-Informationen in weiteren Texten

Im Rahmen der Mobilfunk-Frequenzauktion haben wir auch zahlreiche Hintergrundinformationen für Sie zusammengestellt. Lesen Sie unter anderem, warum die 700-MHz-Frequenzen für die Netzbetreiber problematisch sind, welche der Frequenzen sich künftig für welche Zwecke nutzen lassen und die wichtigsten Fakten zur Auktion im Überblick. Außerdem erfahren Sie, warum jeder Netzbetreiber Deutschland künftig zu 98 Prozent versorgen muss und warum die 1800-MHz-Frequenzen so teuer werden.

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