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Frequenzauktion dürfte bis zu acht Milliarden Euro bringen

20.04.2010
18:15

Theater und Verbände fordern Geld aus Frequenzversteigerung

Die derzeit laufende Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen dürfte dem Staat Berechnungen von Wirtschaftsprüfern zufolge sechs bis acht Milliarden Euro einbringen. Dies habe eine Modellrechnung ergeben, teilte die Gesellschaft KPMG mit. Zugrunde gelegt wurden der Berechnung demnach die Daten vergleichbarer Frequenzauktionen in Westeuropa und den USA in den vergangenen zehn Jahren.

Der Milliardenpoker um die neuen Mobilfunkfrequenzen hatte vor gut einer Woche begonnen. Im Angebot sind Frequenzen für die Mobilfunktechnik der vierten Generation, die deutlich schnelleres Internet als bisherige Festnetz- und Mobilfunkanschlüsse bieten soll.

Heute ist bei der Versteigerung in Mainz der siebte Tag und die 56. Runde zu Ende gegangen. Nach wie vor liefern sich die vier Mobilfunkanbieter Telekom (ehemals T-Mobile), Vodafone, E-Plus und o2 einen harten Bieterwettbewerb insbesondere um die Frequenzen im Bereich von 800 MHz. Pro Block, der 2 mal 5 MHz beinhaltet, werden aktuell zwischen 32,842 und 41,191 Millionen Euro geboten. Besonders begehrt ist auch ein Block im 1800-MHz-Band, für den o2 derzeit etwa 19,6 Millionen Euro bietet, während vergleichbare Blöcke aktuell zwischen 2,5 und 8 Millionen Millionen Euro kosten. Insgesamt bieten die Mobilfunker derzeit bei allen Frequenzen zusammen 380,2 Millionen Euro

Die Auktion dürfte somit noch länger dauern; sie endet erst dann, wenn auf keinen angebotenen Frequenzblock mehr neue Angebote abgegeben werden.

Theater fürchten "erhebliche Kosten" auf sich zukommen

Der Technische Direktor des Theaters Erfurt, Stefan Richter, sieht als Folge der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen erhebliche Kosten auf sein Theater zukommen. "Es geht um etwa 100 000 Euro", sagte er auf ddp-Anfrage. Die im Theater verwendeten sogenannten Mikroportanlagen zum Senden und Empfangen für Drahtlosmikrofone könnten nicht mehr genutzt werden, weil diese im Frequenzbereich 790 bis 862 MHz arbeiteten, der derzeit auch versteigert werde. Die Mikrofone selbst könnten weiterverwendet werden.

Betroffen sind alle Theater in Deutschland, die den entsprechenden Frequenzbereich nutzen. Der Deutsche Bühnenverein hatte wegen der teuren Kosten für die Kulturbranche bereits einen Stopp der Versteigerung der Frequenzen gefordert. Die Bundesregierung habe den Ländern zwar zugesichert, unter bestimmten Bedingungen einen Teil der Umrüstungskosten zu übernehmen. Die vom Bund angesetzten Kriterien führten aber nur in Einzelfällen zu einer minimalen Erstattung.

Digitalradio-Lobby fordert Gelder aus Versteigerung für DAB-Neustart

Erneut fordern auch Lobbyisten des digitalen Hörfunks, Gelder aus den Einnahmen der Versteigerung für den Neustart der DAB-Technologie in Deutschland zu erhalten. Einen "Anteil an der digitalen Dividende für den Rundfunk" fordern etwa der Verband Bayerischer Lokalrundfunk (VBL) und die Vereinigung Bayerischer Rundfunkanbieter (VBRA). Aus Anlass der Versteigerung von bislang für den Rundfunk vorgesehenen Frequenzen an Mobilfunkunternehmen durch die Bundesnetzagentur erinnern sie daran, dass diese sogenannte digitale Dividende durch die Digitalisierung des Rundfunks zustande kommt. Die Vorteile der Digitalisierung machen es nach diesem Konzept möglich, an die Mobilfunkunternehmen Frequenzen aus dem Bereich des Rundfunks zu versteigern.

"Die digitale Dividende darf aber nicht nur den Mobilfunkbetreibern nutzen, sondern muss auch dem Rundfunk selbst zu Gute kommen. Immerhin wird nun der private Rundfunk gezwungen, von UKW auf digitale Verbreitung umzustellen und für nicht absehbare Zeit beide Sendesysteme parallel zu betreiben. Diese Kosten können nicht allesamt dem Rundfunk aufgebürdet werden", fordert VBRA-Vorsitzender Felix Kovac mit Blick auf die großen Herausforderungen bei der Umstellung auf digitalen Hörfunk. "Die Privatradiolandschaft in Deutschland ist mittelständig geprägt. Diese Unternehmen sind auf die Errichtung der digitalen Sendernetze durch die öffentliche Hand genau so angewiesen, wie damals die öffentlich-rechtlichen und privaten Programmanbieter beim UKW-Radio", so VBL-Vorsitzender Willi Schreiner. VBL und VBRA fordern einen sachgerechten Anteil der Versteigerungserlöse in Höhe von bis zu 250 Millionen Euro aus der digitalen Dividende in einen Digitalisierungsfond zu überführen, der für den technischen Aufbau und eine Anschubfinanzierung beim Betrieb des digitalen Hörfunks im DAB+-Standard zweckgebunden verwendet werden soll.

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/ mit Material von ddp und AFP
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-12, Erwachsene ab 14 Jahre