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Frequenzauktions-Ende: Die ersten Reaktionen der Mobilfunker

Alle Netzbetreiber geben sich äußerst zufrieden - selbst E-Plus
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Die Frequenz-Auktion der Bundesnetzagentur (BNetzA) ist heute - wie berichtet - doch etwas überraschend zu Ende gegangen. Während T-Mobile, o2 und Vodafone mit je zwei ersteigerten Frequenzblöcken der Digitalen Dividende zufrieden sein dürften, ist E-Plus leer ausgegangen. Die niederländische Mutter KPN hatte bereits im Vorfeld ein Positionspapier veröffentlicht und angekündigt, neues Spektrum nur "zum richtigen Preis" zu erwerben.

E-Plus zeigt sich dennoch "sehr zufrieden"

E-Plus hat nun Frequenzspektrum im Bereich von 1,8 GHz, 2,0 GHz und 2,6 GHz ersteigert. Sprecher Guido Heitmann äußert sich trotz der nicht erworbenen 800-MHz-Frequenzen im Bereich der Digitalen Dividende positiv über das Auktionsergebnis: "Wir sind tatsächlich sehr zufrieden mit dem Spektrum, das wir ersteigert haben. Wir sind davon überzeugt, dass das ersteigerte Spektrum zu den aktuellen und zukünftigen Bedürfnissen passen wird und wir damit ein hochqualitatives Netz betreiben können."

Heitmann betont, das nun ersteigerte Spektrum könne sofort eingesetzt werden und bestehende Infrastruktur genutzt werden. Zudem müsse man sich an keine Ausbauverpflichtung der BNetzA halten. Im Rückblick auf die Auktion, bei der E-Plus zuletzt rund 560 Millionen Euro für einen 800-MHz-Block geboten hatte, gibt sich Heitmann überzeugt, "dass höhere Beträge nicht mehr wirtschaftlich gewesen wären." Selbst für einen Block sei der Preis zu hoch gewesen, weiteres Bieten "aus unserer Sicht keine ideale Lösung mehr gewesen."

Dirks: "Werden echte mobile Alternative zum Breitbandfestnetz schaffen"

Auch E-Plus-Chef Thorsten Dirks gibt sich optimistisch: "Das zusätzliche Spektrum passt sehr gut zu unserer Herausforderstrategie. Wir werden die Steigerung der Reichweite, der Kapazität und der Geschwindigkeit unseres Netzes beschleunigt fortsetzen und damit eine echte mobile Alternative zum Breitbandfestnetz schaffen."

Insgesamt sieht sich E-Plus auf einem guten Weg, um sein Netz "konkurrenzfähig ausbauen zu können." Heitmann: "Wir sehen keine Abstriche in der Netzqualität."

o2: "Starten noch in diesem Jahr LTE"

Der Münchener Netzbetreiber o2, der sich zwei Frequenzblöcke der Digitalen Dividende sichern konnte (für rund 596 und 617 Millionen Euro), zeigt sich - verständlicherweise - ebenfalls äußerst zufrieden über den Ausgang. CEO René Schuster kündigte bereits an, "unser erstes regionales LTE-Netzwerk bis zum Ende des Jahres" zu starten. Mit den neuen Frequenzen und "dem hochmodernen Netzwerk" sei o2 "hervorragend für die schnell wachsende Nachfrage nach mobilen Datendiensten durch Smartphones, Netbooks und andere neue Geräte aufgestellt".

Schuster weiter: "Mit zwei Blöcken im 800-Megahertz-Bereich und genügend Bandbreite in den anderen Spektren sind wir bestens gerüstet, um unsere Kunden deutschlandweit mit neuesten Technologien und einem mobilen Hochgeschwindigkeits-Internet zu versorgen. Nun werden wir diese neuen Technologien so schnell wie möglich zur Verfügung stellen und damit unseren Teil beitragen, um die ländlichen Gebiete mit Breitband-Internetzugängen zu versorgen."

Bezüglich der Kosten für die Frequenzen gibt man sich - was die Summe angeht - unbeeindruckt: "Die Kosten für die erworbenen Frequenzen lagen im Rahmen unserer Erwartungen", so o2-Chef Schuster.

Vodafone-Chef Joussen: "Internet für alle wird Realität"

Auch Vodafones Chef Friedrich Joussen bekräftigt die Rolle seines Unternehmens beim Breitband-Ausbau in Deutschland: "Internet für alle wird jetzt Realität. Deutschland ist ein High-Tech-Land, das überall eine High-Tech-Infrastruktur braucht. Wir stärken unsere Position als Internetanbieter und unsere Führungsposition bei Datenservices. Vodafone hat in die eigene Zukunft und in die Zukunft des Standortes Deutschland investiert", so Joussen. Vodafone habe insgesamt 1,43 Milliarden Euro für die Ersteigerung der Frequenzen ausgegeben.

Mit den ersteigerten UMTS-Frequenzen (2-GHz-Band) werde man bereits kurzfristig die UMTS-Kapazitäten erhöhen, kündigte der Vodafone-Chef an. "Damit werden wir den erhöhten Bedarf der Kunden an mobilen Datenservices auf dem hohen Vodafone-Qualitätsniveau garantieren und weiterentwickeln", sagte Joussen.

Deutsche Telekom: "Konnten ersteigern, was wir benötigen"

Wenig überraschend herrscht auch bei der Deutschen Telekom nach außen völlige Zufriedenheit über das erzielte Ergebnis. "Wir sind mit dem Ausgang der Frequenzauktion in Deutschland zufrieden", so Niek Jan van Damme, Vorstandsmitglied der Telekom. "Wir konnten sämtliche Frequenzblöcke ersteigern, die wir für unseren weiteren Netzausbau benötigen. Damit schaffen wir eine wesentliche Grundlage für die Steigerung des Umsatzes aus mobilem Datenverkehr, so wie es unsere Strategie vorsieht."

Auch die Telekom kündigte an, über die 800-MHz-Frequenzen für den Breitband-Ausbau - vor allem in ländlichen Regionen - zu sorgen. Das zusätzliche Spektrum bei 1,8 und 2,6 GHz werde man dafür einsetzen, "um die Kapazitäten für den steigenden Datenverkehr in den Ballungsgebieten zu erweitern."

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