Teuer

Mobilfunk-Frequenzen-Auktion: Staat will mindestens 1,4625 Milliarden Euro

Wenn im Frühjahr 2015 die Mobil­funk­frequenzen versteigert werden, liegen die Min­dest­gebote dafür bei knapp 1,5 Milliarden Euro. Es geht unter anderem um die Zukunft der GSM-Netze. Wir zeigen Ihnen, was die Bundes­netzagentur veranschlagt hat.
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Mobilfunknetze benötigen Frequenzen. Die 2015 zu vergebenen sollen mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten.Mobilfunknetze benötigen Frequenzen. Die 2015 zu vergebenen sollen mindestens 1,5 Milliarden Euro kosten. Die Bundesnetzagentur hat ihren Entscheidungsentwurf zur geplanten Frequenzauktion 2015 vorgelegt. Bis Ende November haben nun alle "interessierten Kreise" Zeit, das Papier zu kommentieren. Es regelt bis ins Detail das geplante Auktionsverfahren, legt fest, welche Ausbaustufen in welcher Zeit erreicht werden müssen und legt natürlich auch Details zu den Frequenzen dar, die versteigert werden sollen.

Versteigert werden sollen, wie bereits mehrfach berichtet, Frequenzen um 700, 900, 1800 und 1500 MHz. Das Besondere: Auf den Frequenzen um 900 und 1800 MHz senden schon heute die GSM-Netze. [Anmerkung: Fehler im Text korrigiert, vorher stand an dieser Stelle fälschlicher Weise 800 und 1900 MHz] Im Klartext: Die Anbieter müssen die Lizenzen für die Frequenzen, die Ende 2016 auslaufen, neu ersteigern. Und auf den Frequenzen um 700 MHz senden heute noch TV-Sender. Hier kann es durch die Umstellung noch zu Verzögerungen kommen. Durch die guten Ausdehnungseigenschaften dieser Frequenzen eignen sie sich aber gut für einen flächendeckenden Netzausbau.

Die gute Flächenausdehnung und die Tatsache, dass es um die GSM-Frequenzen geht, dürfte die Auktion am Ende teuer machen. Die Bundesnetzagentur hat für eine gepaarte Frequenz mit 2 mal 5 MHz in den Frequenzbereichen 700 und 900 MHz ein Mindestgebot von 75 Millionen Euro festgelegt. Insgesamt stehen sechs Vergabeeinheiten im Bereich um 700 MHz zur Verfügung und sieben Einheiten im 900-MHz-Bereich. Alleine aus diesen beiden Frequenzbereichen will der Staat also mindestens 975 Millionen Euro generieren.

Mindestgebote werden schnell überboten werden

Im Bereich um 1800 MHz kommen insgesamt neun Blöcke mit 2 x 5 MHz gepaart zur Versteigerung. Das Mindestgebot ist hier mit 37,5 Millionen Euro angesetzt. Im 1,5-GHz-Bereich gibt es ledigich ungepaarte Frequenzblöcke. Ein 5-MHz-Spektrum kostet mindestens 18,75 Millionen Euro.

Insgesamt liegen die zusammengerechneten Mindestgebote für die Frequenzen, die ein Gesamtspektrum von 260 MHz aufweisen, bei 1,4625 Milliarden Euro. Dass es dabei bleibt, ist kaum zu erwarten. Schließlich geht es im GSM-Bereich um den Fortbestand der GSM-Netze. Hinzu kommt, dass sich das fusionierte Unternehmen aus o2 und E-Plus unter geänderten Bedingungen um seine Frequenzen kümmern muss, da sie sonst schon Ende 2015 aberkannt werden. Zudem darf sich jeder Anbieter höchstens 2 x 15 MHz im 900er-Bereich sichern. Anscheinend rechnet auch die Bundesnetzagentur mit einem großen Interesse an den Frequenzen. Vorsichtshalber sieht der höchst mögliche Gebotsbetrag vor, dass das minimale valide Gebot in einem Schritt um 100 Millionen erhöht werden kann - pro Frequenzblock. Wer als Netzbetreiber nicht ganz so viel auf der hohen Kante hat, kann auch weniger bieten: Der kleinste Betrag liegt bei 10 000 Euro Aufschlag.

Das eingenommene Geld soll nach Vorstellungen von Verkehrsminister Alexander Dobrindt zumindest in Teilen in den Breitbandausbau in Deutschland investiert werden. Dabei soll es um jene Regionen gehen, die sich wirtschaftlich nicht erschließen lassen. Die Branche kontert teilweise, dass es sich dabei lediglich um eine Umverteilung handeln würde und die den Mobilfunkern Geld entzogen würde, dass sie für einen schnellen Netzausbau benötigen würden. Mehr Details zu der geplanten Umstellung der 700-MHz-Frequenzen lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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