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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 28.05.2012 |
Green IT27.05.2008 11:42
Nur Marketinggag oder steckt auch etwas dahinter?
teltarif.de Leser sebastian363 schreibt:
Die Diskussion und der allgemeine Hype um „Green IT“ entstand durch den viel diskutierten Klimawandel und steigende Strompreise. Gerade Naturschützer wie z.B. Greenpeace forderte die IT-Branche auf sich Gedanken um ihren Beitrag zum Klimawandel zu machen.
Heraus kam eine sehr ungewöhnliche Forderungen: Ein amerikanischer Blog wollte google mit Hilfe einiger Rechenbeispiele überreden, seine Seite schwarz zu färben um Energie zu sparen (google ist zum Glück immer noch weiß, es gibt aber mittlerweile andere kleine Suchmaschinen die den Rummel ausnutzen wollten und ihren Hintergrund wirklich schwarz färbten).
Kritisiert wurden die Produzenten der neuen Spielekonsolen weil Xbox, Wii und PS3 krebserregende Stoffe enthalten. Ein weiterer Aspekt des Green IT ist die Entsorgung alter Geräte, weil im Moment Schwellenländer noch zu oft als Müllhalde benutzt werden. Auch die Entwicklung neuer Geräte wird interessant, da viele Firmen gerade während der Produktion Nachholbedarf sehen, so sollen nachwachsende Rohstoffe genutzt werden. Am häufigsten diskutiert wird aber über die Stromversorgung. Computer geben Wärme ab und verbschwenden so sehr viel Energie. Gerade Rechenzentren von großen Firmen verbrauchen pro Jahr so viel Strom wie 2 Millionen deutsche Haushalte (und produzieren ganz nebenbei noch so viel Kohlendioxid wie 2,7 Millionen PKW´s). Die Zahlen zeigen das es noch großes Einsparpotenzial (bis zu 40%) gibt. Doch was passiert? Google errichtete ein Rechenzentrum am Columbia River in Oregon, ähnlich gingen Microsoft und andere Großabnehmer elektrischer Energie vor. So konnten sie günstig für Kühlung sorgen, kümmerten sich aber nicht mehr ernsthaft um die Verringerung ihres Stromverbrauchs. Andere Unternehmen nutzen die Diskussion auch nur um den Ruf ihrer Firma zu verbessern. Ich muss dabei an Cisco denken: Das Unternehmen beschäftigt sich mit Videokonferenzen und sagt, das die Anzahl der Dienstreisen durch sie reduziert wird und man so die Umwelt schützt. Finde ich ein bisschen weit her geholt. Hier im Forum gabs ja in den letzten Tagen auch die Diskussion das die Mobilfunkunternehmen ihre Rechnung nicht nur der Umwelt zu Liebe in Zukunft wohl nur noch online verschicken werden ;) Es gibt aber auch Firmen die sich ernsthafter um die Umwelt bemühen. Samsung präsentierte vor kurzem eine 1-Terrabyte-Festplatte, die nur halb so viel Strom verbraucht wie herkömmliche Festplatten. Erste Ansätze zeigt auch ASUS, die für das „Eco-Book“ nachwachsende Rohstoffe wie Bambus benutzen oder Nokia, die ein Handy aus 60% recyclebaren Materialien vorgestellt haben. Und wie sieht die Zukunft aus? Der Hype ist nach wie vor da. Die Cebit 2008 hatte erstmals ein eigenes Green IT Village und hat Green IT so auch zu einem sehr wichtigen Thema gemacht. Green IT wird auch auch aufgrund der Kundenmeinung ein Thema bleiben. Rund 70% der Verbraucher sind bereit für umweltfreundlichere Produkte auch mehr Geld zu zahlen um ihren Beitrag zur Umweltschonung zu leisten (obwohl stromsparende Produkte mittlerweile eigentlich gar nicht oder nur minimal teurer sind als ihre stromfressenden Gegenstücke). Jedoch gibt es bisher nur unverbindliche Selbstverpflichtungen, in Zukunft sind deshalb wohl auch staatliche Reglementierungen möglich. Auch die EU wird wohl Reduktionsziele bekannt geben, vielleicht sind auch ähnliche Konzepte wie beim Handel mit CO² Emissionen möglich. Man sollte vor allem nicht vergessen das Green IT bei jedem selbst beginnt. Man sollte sich fragen wie lange man nicht am Rechner arbeitet und ihn auch mal komplett ausschalten und nicht nur in den Stand-By-Modus versetzen. Doch wenn selbst Greenpeace sagt das die Industrie auf dem richtigen Weg ist, kann eigentlich nicht von einem Marketinggag die Rede sein. Vielmehr ist Green IT wohl der Trend der Zukunft. Die Unternehmen arbeiten verstärkt an grünen Produkten und stellen auch ihre Arbeitsweise (natürlich auch aus Eigennutz und Kostenreduzierung) um. Doch die Diskussion um die Online-Rechnungen zeigt doch eigentlich das wohl viele Kunden doch noch nicht bereit sind alte Gewohnheiten aufzugeben und ich glaube auch nicht das Bambus-Notebooks einen riesigen Absatz finden werden. Mich würde interessieren wie ihr die Geschichte seht. Würdet ihr für einen Laptop oder ein Handy mehr Geld bezahlen nur weil ihr wisst das die Produktion "umweltfreundlich" abgelaufen ist? Irgendwie bin ich, zumindest noch, skeptisch...
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