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Mein FRITZ!Mini von AVM im Test

14.07.2008 20:39

Der FRITZ!Mini eignet sich vor allem zum Telefonieren und Musik hören

teltarif.de Leser Triple H schreibt:

Ich habe mir vor einiger Zeit den FRITZ!Mini zugelegt, weil ich einerseits die entsprechende FRITZ!Box 7270 zuhause stehen habe, anderseits mich das Gerät schon immer mal interessiert hat – vor allem die Musik-Funktion. Ich habe reichlich Musik auf einer Festplatte und muss bisher immer den PC anschalten, wenn ich die Musik von der HDD hören will. Mit dem Mini soll das ja gehen, ohne den PC einzuschalten. Zudem kann der ja noch einiges mehr: Telefonieren, E-Mail, RSS, Webradio, etc. Also hab ich mal zugegriffen.

Installation: Automatisches Firmware-Update und Stick&Surf

Die Installation des FRITZ!Mini erfolgt über die Software Gini, der eigentliche Anschluss des FRITZ!Mini an die FRITZ!Box erfolgt per Surf&Stick-Funktion. Nach Start der Software Gini prüft diese zuerst, ob die FRITZ!Box für das FRITZ!Mini geeignet ist. Falls dies nicht der Fall ist, so lädt die Software gleich die Firmware für die FRITZ!Box nach und installiert diese automatisch auf der FRITZ!Box. Danach kann der FRITZ!Mini per Surf&Stick an die FRITZ!Box angeschlossen werden. Verschlüsselung per WPA2 ist selbstverständlich.

Mit der Software Gini können nicht nur mehrere FRITZ!Minis verwaltet werden, in dem den einzelnen Geräten Namen zugeordnet werden, sondern es können die Funktionen des Mini auch weiter personalisiert werden. Podcasts, RSS und E-Mail können eingerichtet werden, genauso wie das Telefonbuch verwaltet oder bearbeitet werden kann. Man muss aber letztlich nichts wirklich einrichten, sondern kann auch gleich den Mini benutzen.

Komfortables Telefon: WLAN-Telefonieren in HD-Qualität

Die Hauptfunktion des FRITZ!Mini ist ganz klar als Telefon! Telefoniert wird hier per WLAN, allerdings wird WLAN nur zur Verbindung zwischen FRITZ!Box und FRITZ!Mini verwendet. Ab FRITZ!Box telefoniert man dann wie gewohnt per Festnetz oder VoIP – je nach Konfiguration des Anschlusses. Die Sprachqualität ist bei ausreichend WLAN-Versorgung dank HD-Telefonie sehr gut, nur leider wird der Mini auf der Rückseite sehr warm, was bei längeren Telefonaten echt unangenehm werden kann. Man hat Zugriff auf die Anrufliste der letzten Anrufer – auf Wunsch mit genauen Details über Tag und Uhrzeit - , interne Rufnummern und Funktionen und das Telefonbuch. Apropos Telefonbuch: Da man mit dem FRITZ!Mini letztlich Funktionen der FRITZ!Box fernsteuert, ist auch das Telefonbuch abhängig von der FRITZ!Box, an dem der Mini angeschlossen ist. Dieses ist nämlich nicht lokal im Mini gespeichert sondern das der FRITZ!Box. Somit kann man das Telefonbuch auch recht komfortabel vom PC aus verwalten und neue Einträge einfach aus der Anruferliste hinzufügen. Außerdem kann man mit dem FRITZ!Mini recht komfortabel den internen Anrufbeantworter der FRITZ!Box – so man dann einen eingerichtet hat – abfragen. Ein Brief-Symbol benachrichtigt auf dem Display über entgangene Anrufe und sollte ein Anruf auf dem Anrufbeantworter dabei sein, dann wird dies entsprechend angezeigt. So komfortabel geht’s mit einem herkömmlich an die FRITZ!Box angeschlossenem Telefon nicht. Es fehlt dem FRITZ!Mini letztlich nur eine Freisprechen-Funktion, ansonsten muss es sich als Telefon nicht verstecken.

Musik-Player für die Stereo-Anlage oder direkt am Ohr

Möchte man mit dem FRITZ!Mini seine eigene MP3-Musik hören, muss man diese am einfachsten auf einer USB-Festplatte speichern, welche man dann am USB-Port der FRITZ!Box anschließt. So ist ein Zugriff auf die MP3-Dateien auch bei ausgeschaltetem PC möglich. Alternativ können Musikdateien auch per UPNP-Mediaserver – zum Beispiel dem Windows MediaPlayer 11 - freigegeben werden und so mit dem FRITZ!Mini angehört werden.

Hören kann man die Musik entweder über den internen Lautsprecher am FRITZ!Mini – dann allerdings nur in Mono und mäßiger Qualität -, an der Stereoanlage mittels des mitgelieferten Chinch-Audiokabel oder per mitgelieferten Kopfhörer. Die Soundqualität kann durchaus als gut bezeichnet werden. Befindet man sich in ausreichend guter WLAN-Versorgung, kann die Soundqualität mit MP3-Playern oder Musik-Handys durchaus mithalten. Zumindest ist kaum ein Unterschied festzustellen zum Hören direkt über den PC. Falls man die Webradio-Funktion nutzen möchte, so muss man sich keine Sender suchen, sondern es sind schon ein paar von AVM vorinstalliert. Allerdings ist die Auswahl nicht sonderlich groß, so dass es Sinn macht, eigene Sender hinzuzufügen. Das kann man auch jederzeit über die Software Gini. Problemlos funktionieren Streams von Shoutcast, bei anderen Formaten muss getestet werden, ob es FRITZ!Mini akzeptiert oder nicht. Ein paar Streams deutscher Radio-Sender funktionierten andere wiederum nicht. Ebenfalls schon vorinstalliert sind Podcasts. Auch hier lassen sich eigene Inhalte ergänzen, ebenfalls über die Software Gini.

Nur für den Notfall: E-Mails und News lesen

Es ist außerdem möglich mit dem FRITZ!Mini E-Mails zu lesen. Doch dies ist wohl eher nur etwas für den Notfall, da das Lesen aufgrund des kleinen Displays und der etwas komischen Auflösung sehr unkomfortabel ist. Wer nur seinen POP3-Mail-Account (es geht nur POP3) nach neuen E-Mails checken will, sollte mit der E-Mail-Funktion gut bedient sein – zu mehr ist die Funktion allerdings auch nicht zu gebrauchen.

Das Lesen von Nachrichten – also RSS-Feeds - auf dem FRITZ!Mini ist auch keine echte Bereicherung. Auch hier wären ein besseres Display und eine besser lesbarere Darstellung der News wünschenswert. Aber man kann sich somit immerhin über Schlagzeilen auf dem Laufenden halten. AVM hat auch hier schon einige RSS-Feeds vorinstalliert, so dass man entweder sofort loslegen oder aber über Gini auch weitere hinzufügen kann. Vorgegebene Nachrichtenthemen sind zum Beispiel Sport, Politik, Wirtschaft, Wissen oder International.

Instabile Firmware und schacher Akku

Leider macht die Firmware keinen sehr stabilen Eindruck. Gerade beim Hören von Dateien über UPNP-Server freigegebene Verzeichnisse verhält sich der Mini mitunter recht seltsam, reagiert minutenlang nicht, verliert die WLAN-Verbindung oder vergisst die Verzeichnisstruktur des UPNP-Servers zeitweise oder bis zum Reboot komplett. Interessanterweise wird nur ganz selten die Musikwiedergabe unterbrochen. „Intern“ scheint der Mini also die Titelreihenfolge noch zu kennen. Immerhin: Falls sich der FRITZ!Mini einmal aufhängen sollte, so ist dies auch kein Problem, da man ihn einfach mit der On/Off Taste resetten kann.

Auffallend ist, dass der Akku des FRITZ!Mini sehr schnell leer wird, und das selbst dann, wenn er sich nur in Standby befindet. Allerdings sind die Ladezeiten nicht sehr hoch, so dass er auch schnell wieder aufgeladen und voll einsatzbereit ist. Ein Gerät „zum Mitnehmen“ ist es ja eh nicht!

Fazit: Telefon mit Music-Playerfunktion

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der FRITZ!Mini eine nette Ergänzung zu meiner FRITZ!Box 7270 ist, er aber durchaus noch Verbesserungspotenzial hat. Die E-Mail- und RSS-Funktion enttäuscht vor allem durch das eher schlechte Display. Dafür höre ich jetzt öfter mal Webradio und Podcasts als früher.

Richtig gut gefallen mir die Telefonfunktionen, die komfortable Möglichkeit, den Anrufbeantworter in der FRITZ!Box abzuhören und die Musik-Player-Funktion, auch wenn da noch nicht alles 100%ig funktioniert. Aber endlich kann ich alle meine MP3-Dateien abspielen, ohne ständig den PC anschalten zu müssen und ich kann sogar entscheiden, ob ich die Musik über die Stereo-Anlage hören will oder nur für mich, also per Kopfhörer. Und allein dafür hat sich für mich die Anschaffung dann doch gelohnt.

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Antworten auf diesen Bericht:

klaussc antwortet 15.07.2008 13:21
Auch ich habe einen Mini an einer 7270. Leider kann ich das Problem mit der Firmware (insbesondere der 7270) nachvollziehen und ergänzen möchte ich dazu noch, dass AVM bis heute nur Betaversionen für die 7270 MIT Mini herausgebracht hat, es gibt also bis heute noch keine "echte" Firmware für die Geräte.

Das größte Problem des Minis ist allerdings seine Reichweite, bei mir sind dies nicht einmal 7m "Luftlinie" (unterbrochen von einigen Wänden). Spielt der Mini eine Webradiostation reicht es bereits am Gerät vorbei zu laufen um den Stream zu unterbrechen.

Die neue "n-Technik" welche die Reichweite deutlich erhöhen soll wird zwar von der 7270 unterstützt, nicht aber vom Mini.

Telefonieren ist mit dem Gerät übrigens ebenfalls kaum möglich, da auch hier die geringe Reichweite mehr als störend wirkt.

Alles in Allem eine tolle Idee, aber Ausführung nahe mangelhaft.

Nun überlege ich, ob ich den Mini abgeben soll oder ob ich noch weiter auf den angekündigten AVM Repeater warte, der zwar die Reichweite des Minis nicht erhöhen wird, allerdings soll er den Stream direkt von der 7270 auf die Stereoanlage ausgeben können, so dass der Mini nur noch als Fernbedienung dient und eine Verbindungsunterbrechung zum Mini die Streams zum Prepeater nicht mehr beeinflusst...

Mein Urteil: Sehr durchwachsen das Ganze :-(

Gruß
Klaus
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matth antwortet 14.01.2009 12:51
Auch Frei Sprechen funktioniert ganz passabel.
Habe das Fritz!Mini in der Ladeschale neben meinem Computer stehen.
Um Rückkopplungen zu vermeiden, benutze ich zum Telefonieren Kopfhörer, kann mir aber vostellen, dass es auch mit Computerboxen funktionieren würde.
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