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VoIP-Protokoll IAX

15.03.2008 12:27

Es muss nicht immer SIP sein.

teltarif.de Leser df2cg schreibt:

Letzten Samstag habe ich für eine befreundete Familie recherchiert, wie sie über's Internet günstig nach Peru telefonieren können. Warum Call-by-Call ausschied, ist Stoff für einen separaten Beitrag.

Als Client genügt in diesem Anwendungsfall ein Softphone auf dem PC, da die Anrufe nicht häufig sind und für ankommende Anrufe eine andere Lösung besteht (Hausnebenstelle des Vermieters). Der verfügbare Internet-Zugang ist hinter einem haushaltsüblichen Router (WLAN des kooperativen Nachbarn), so dass alle Probleme von NAT auftreten. Die Konfiguration des Routers ist für die Nutzer nicht zugänglich, so dass Port-Weiterleitungen o.ä. nicht in Frage kommen. Skype-Out schied wegen hoher Gebühren (ca. 20 Cent/Minute) aus, also blieben nur die "klassischen" VoIP-Anbieter. Nach Peru hat VoipGATE aus Luxemburg gute Preise (ca. 4 Cent/Minute). VoipGATE bietet als Protokoll SIP und IAX an. Also habe ich mich dort angemeldet und 11,50 Euro Guthaben eingezahlt.

NAT und (kein) SIP

Ich hatte schon mal gelesen, dass SIP und NAT keine guten Freunde sind. Um die erreichbare Tonqualität zu testen, habe ich die Situation jener Familie bei uns zu Hause nachgestellt: der PC meiner Frau hat Windows (etwas seltenes bei uns im Haus ... anderes Thema) und ist über WLAN mit dem Linux-NAT-Router verbunden. Ich habe also irgend ein Softphone heruntergeladen, meine VoipGATE-Zugangsdaten eingegeben und den VoipGATE Echo-Test (35227273098) angerufen. Ich habe etwas gehört, aber die Qualität war erschütternd schlecht. Mehr Rattern (Stottern) als Sprache. Das sagt mir, dass SIP für diese Umgebung nicht geeignet ist. Vielleicht hätte ich mit SIP-Proxy, STUN und ähnlichem noch etwas heraus holen können. Aber wie soll jemand ohne technischen Hintergrund das schaffen?

NAT und IAX

Bei der Recherche hatte ich gelesen, dass IAX bei NAT weitaus weniger Ärger bereiten soll. Also habe ich mir ein IAX-fähiges Softphone (iaxcomm) heruntergeladen, die Zugangsdaten eingegeben und bekam auf Anhieb eine saubere Verbindung. Damit war für mich klar: IAX ist die bessere Lösung für Clients hinter NAT. SIP macht nur Sinn, wenn der SIP-Client eine öffentliche IP-Adresse hat (was bei Breitband-Routern mit integriertem IP-Telefon-Adapter der Fall ist).

Der Grund für die NAT-Freundlichkeit von IAX
IAX benutzt für die gesamte Kommunikation, Steuerung und Sprache, nur einen UDP-Port (standardmäßig 4569). Wenn der NAT-Router diese Verbindung, die ja schon beim Anmelden am Server aufgebaut wird, zweiseitig hinbekommt (das müßten eigentlich alle Router schaffen), dann geht auch die Sprache durch.
IAX - der Name
IAX steht für "Inter Asterisk eXchange". Asterisk ist ein bekanntes OpenSource-Programm, das einen normalen Rechner (meist Linux-Server) zur Telefonanlage macht. Wenn man nur VoIP-Clients hat, braucht man dazu nicht einmal spezielle Hardware. IAX wurde als Protokoll entwickelt, mit dem sich Asterisk-IP-Telefonanlagen untereinander vernetzen. Dazu musste es robust sein und auch durch widrige NAT-Router kommunizieren können.

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Antworten auf diesen Bericht:

Mobilfunk-Experte antwortet 16.03.2008 13:54
Bessere Qualität durch IAX?
Es ist richtig, dass IAX weniger anfällig gegen NAT-Probleme ist. Allerdings äußern sich solche Probleme typischerweise darin, dass die Sprachverbindung nur in eine Richtung oder überhaupt nicht zustande kommt.

Für Qualitätsprobleme – wie zum Beispiel abgehackte Sprache – ist NAT dagegen in aller Regel nicht verantwortlich. Deshalb kann der Wechsel von SIP zu IAX für sich allein genommen kaum etwas verbessern. Ich gehe davon aus, dass nicht IAX und dessen Firewall-Freundlichkeit das Qualitätsproblem besiegt hat, sondern dass die Besserung eher dem anderen Softphone oder sonstigen Änderungen zuzuschreiben ist.
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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-12, Erwachsene ab 14 Jahre