Verlust

freenet verliert im dritten Quartal 300 000 Mobilfunk-Kunden

Mobilfunker kämpft gegen sinkende Umsätze
AAA

Die Integration von debitel hat den Gewinn des Mobilfunk-Anbieters freenet auch im dritten Quartal geschmälert. Der Konzernumbau kostete zwischen Juli und September rund 18 Millionen Euro, der Großteil davon fiel im Mobilfunk an. Zudem belasteten Abschreibungen und Steueraufwendungen das Ergebnis. freenet hatte debitel im vergangenen Jahr übernommen und dabei Milliardenschulden angehäuft.

Unterm Strich schrieb freenet nur noch einen Gewinn von 2,1 Millionen Euro. Im Vorjahr hatten die Büdelsdorfer noch 140 Millionen Euro verdient. In den fortgeführten Geschäftsbereichen machte der Mobilfunkbetreiber sogar einen Verlust. Nur die zum Verkauf stehende Strato-Gruppe und das bereits an United Internet abgegebene DSL-Geschäft verhalfen freenet zu dem knappen Plus. Der Verkauf des DSL-Geschäfts soll nach der technischen Überführung der DSL-Kunden Ende des Jahres abgeschlossen werden, dann steht auch der endgültige Kaufpreis fest.

Die Aktie stand im vorbörslichen Handel leicht im Plus. Analysten lobten unter anderem den Cashflow. freenet erwirtschaftete in den ersten neun Monaten einen operativen Mittelzufluss von rund 260 Millionen Euro und verringerte seine Nettofinanzschulden auf 1,16 Milliarden Euro.

Allerdings kämpft freenet wie seine Konkurrenz im dritten Quartal weiter mit sinkenden Umsätzen. Die Gesamterlöse gingen im abgelaufenen Quartal auf 929,8 Millionen Euro zurück, nachdem das Unternehmen im Vorjahr rund eine Milliarde Euro Umsatz gemacht hatte. Auch im neuen Kerngeschäft, dem Mobilfunk, setzte freenet im Vergleich zum Vorjahr weniger um. Außerdem verlor der Mobilfunkanbieter über das Quartal rund 300 000 Mobilfunkkunden: Nur noch 17,62 Millionen telefonierten Ende September mit Angeboten des Mobilfunkproviders.

Zur Prognose machte der Mobilfunkanbieter zunächst keine neuen Angaben. Zuletzt rechnete Freenet für das Gesamtjahr mit einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 405 Millionen Euro. Erwartet wird aber eine technische Anpassung nach dem Strato-Verkauf. Im dritten Quartal sank das EBITDA wegen des Konzernumbaus aber auf 78,7 Millionen Euro. Das waren rund 20 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Auf Neunmonatssicht und bereinigt um die Einmaleffekte aus dem Konzernumbau sei das EBITDA aber gestiegen, hieß es.