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| Festnetz | Internet | Mobilfunk | Handy & Co. | Meldung | Meinung | Service | 28.05.2012 |
Selbstmordserie beim iPhone-Auftragsfertiger reißt nicht ab25.05.2010
13:35 Chinesischer Hersteller Foxconn produziert für Apple, HP, Dell und Sony
Der neunte Selbstmord bei Foxconn in diesem Jahr wurde von einem 19-Jährigen Wanderarbeiter begangen, der sich vom Dach des Werkes im südchinesischen Shenzhen stürzte.
Die Selbstmorde lösten bereits zuvor eine heftige Diskussion über die
Arbeitsbedingungen bei dem taiwanesischen Hersteller aus, der für
Weltkonzerne wie Apple, Hewlett-Packard, Dell, Sony oder Nokia produziert. Im Dezember 2009 wurde Gerüchten zufolge bekannt, dass Foxconn den Fertigungsauftrag für das Apple iPhone HD erhalten hat.
In der Fabrik in Shenzhen arbeiten allein 300 000 Menschen. Foxconn beschäftigt in China insgesamt 800 000 Mitarbeiter. Während das Unternehmen schlechte Arbeitsbedingungen bestreitet, klagen Beschäftigte über lange Arbeitszeiten, hohen Druck, niedrige Bezahlung, strenge Disziplin und schlechte Behandlung durch Vorgesetzte. Viele leben isoliert in Wohnheimen auf dem Werksgelände. Es verwundert nicht, dass die Wanderarbeiter die schlechten Arbeitsbedingungen in Kauf nehmen. Vielen fehlt selbst das Geld für ein Zugticket zurück nach Hause. Sieben Sekunden für einen Arbeitsvorgang
107 Euro Monatslohn, 90 Cent pro Überstunde17 der 25 interviewten Arbeiter führten die Selbstmorde auf den hohen Arbeitsdruck zurück, wie China Labor Watch berichtete. Arbeiter haben nur einen Tag pro Woche frei, legen dann oft noch Überstunden ein. Vor und nach den Schichten, die mit Überstunden zehn oder zwölf Stunden dauern, gibt es noch unbezahlte Mitarbeitersitzungen, berichtet die Organisation. Es wird der vorgeschriebene Mindestlohn von 900 Yuan (Etwa 107 Euro) monatlich bezahlt. Für Überstunden gibt es 7,8 Yuan (90 Cents) und 10,34 Yuan (1,23 Euro) am Wochenende. Wachleute arbeiten mit SchlägenDer Exekutivdirektor von China Labor Watch, Li Qiang, hält mehrere Gründe für die Selbstmorde für möglich: "Foxconns militärischen Verwaltungsstil, mangelnden Respekt der taiwanesischen Manager für chinesische Arbeiter und Strategien, die darauf abzielen, nur kurzfristige Jobs zu schaffen." Empörung löste ein Video aus, das Wachleute in schwarzen Uniformen zeigt, die im August Arbeiter in dem Foxconn-Werk in Peking brutal verprügelten. Überhaupt haben taiwanesische Arbeitgeber in China nicht den besten Ruf, so dass Zeitungen der demokratischen Inselrepublik schon einen "Verhaltens- Kodex" mit fortschrittlichen Arbeitsstandards fordern, um Ausbeutung zu unterbinden. Soziale Kontakte brechen zusammenEs gibt auch Klagen über den Mangel an persönlichen Beziehungen zwischen Beschäftigten, die meist in Wohnheimen auf dem Werksgelände unterkommen. Es sind kleine Städte mit Supermarkt, Restaurant, Buchladen und Internetcafé. In der Fabrik in Shenzhen, wo es die Serie von Selbstmorden gab, arbeiten mehr als 300 000 Beschäftigte. Die Arbeiter leben hier völlig isoliert, ohne soziales Netz, kennen sich kaum untereinander. Eine Arbeiterin sagte der "China Daily": "Wir verbringen die Freizeit meist mit Schlafen und Surfen im Internet - wir gehen selten raus." Lars Hessling mit Material von dpa
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