Diskussionsforum
  • 15.06.2010 11:06
    Mort schreibt

    Was gibt's da denn noch zu stärken?

    Das Urheberrecht ist im Netz doch ohnehin schon deutlich stärker geschützt als außerhalb. Wenn ich auf 'ne Privateinladung ein "raubkopiertes" Bild setze, juckt das niemanden, wenn ich's auf 'ne kleine Homepage setze, die nur Freunde und Raubkopiesuchprogramme finden, kostet's 'ne vierstellige Abmahnung. Und das sogar dann, wenn das Bild Bestandteil vom Baukasten des Webspace-Anbieters ist - wie vor einiger Zeit fast bei Strato geschehen, wobei in diesem Fall eine Einigung zugunsten der User zustande kam.

    Mich hat auch noch nie jemand angehalten, wenn ich auf der Straße etwas vor mich hin summe oder pfeiffe. Aber würde das auf MySpace veröffentlicht, wo es auch kaum mehr Leute hören würden als auf der Straße, wären gleich Urheberabgaben fällig.

    Kopiere ich eine CD für 3 Freunde, ist das völlig legal (fehlender Kopierschutz vorausgesetzt), ziehen 3 Leute dieselben Lieder über eMule, und einer davon ist ein Anwalt, könnte der "Anbieter" Privatinsolvenz beantragen (oder wie immer sich das gerade nennt).

    Vielleicht sollte man eher mal wieder an die Verhältnismäßigkeit der Mittel denken, bevor man prinzipiell ausreichend Geschützte noch weiter schützen will.

    Sicher, Raubkopien bleiben trotzdem ein Problem, weil selbst zig Tausende bis zum Konkurs verklagter Erwischter nur einen winzigen Anteil darstellen. Aber daran ändern Gesetzesänderungen auch nicht viel. Außerdem erleicht das Internet ja nicht nur das Kopieren sondern auch das Auffinden der Täter.
  • 15.06.2010 12:12
    Telly antwortet auf Mort
    > Mich hat auch noch nie jemand angehalten, wenn ich auf der
    > Straße etwas vor mich hin summe oder pfeiffe. Aber würde das
    > auf MySpace veröffentlicht, wo es auch kaum mehr Leute hören
    > würden als auf der Straße, wären gleich Urheberabgaben fällig.

    Ich glaube, dass Du irrst. Wenn Du im Netz "singst", dann tust Du das nicht nur für die 3 Minuten, die ein Lied im Schnitt dauert - sondern Du bist "nachhaltig am Singen". Somit - und das ist das Entscheidende - bist Du mit Deinem "illegalem" Gesang besser zu entdecken.

    Es gab einen Fall, den ich jetzt nicht recherchieren konnte. Da sangen Schüler einfach auf der Straße und bekamen eine GEMA-Rechnung.

    Einen ähnlichen Fall aber fand ich gerade im Netz:

    http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Gema-verlangt-von-Dortmundern-23-01-Euro-fuer-drei-Weihnachtslieder-id2420716.html

    Es kommt also nur drauf an, ob Du von der "richtigen" Person entdeckt wirst, oder nicht. Da ist die Gefahr im Netz natürlich größer.

    > Vielleicht sollte man eher mal wieder an die
    > Verhältnismäßigkeit der Mittel denken, bevor man prinzipiell
    > ausreichend Geschützte noch weiter schützen will.

    Das stimmt! Und da denke ich dann auch, dass man die Kleinen "hängt" und die Großen laufen lässt.

    Telly
  • 15.06.2010 12:40
    garfield antwortet auf Telly
    Benutzer Telly schrieb:
    > Es gab einen Fall, den ich jetzt nicht recherchieren konnte. Da
    > sangen Schüler einfach auf der Straße und bekamen eine
    > GEMA-Rechnung.
    >
    > Einen ähnlichen Fall aber fand ich gerade im Netz:
    >
    > http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/Gema-verlangt-von-Dort
    > mundern-23-01-Euro-fuer-drei-Weihnachtslieder-id2420716.html

    Was ist nun draus geworden?

    Interessant fand ich die letzten beiden Sätze im Artikel:
    "Auf Nachfrage konnte die zuständige GEMA-Pressestelle in München gestern noch keine Auskunft geben. Man müsse sich bei der Bezirksdirektion in Hamburg erkundigen, wie sich die Sache aus Sicht der GEMA in NRW darstelle."

    Gemeint haben sie wohl: "Man müsse sich bei der Bezirksdirektion in Hamburg erkundigen, ob man auf der Zahlung bestehen soll, nachdem der Fall nun öffentlichkeitswirksame Kreise gezogen hat."
  • 15.06.2010 12:50
    Telly antwortet auf garfield
    > Gemeint haben sie wohl: "Man müsse sich bei der
    > Bezirksdirektion in Hamburg erkundigen, ob man auf der Zahlung
    > bestehen soll, nachdem der Fall nun öffentlichkeitswirksame
    > Kreise gezogen hat."

    ;-)

    Leider weiß ich nicht, was draus wurde. Weder in diesem Fall; noch in dem anderen Fall, zudem ich leider im Netz jetzt gar nichts fand. Ich hatte das nur im Fernsehen gesehen.

    Ich glaube mich nur erinnern zu können, dass man rein rechtlich um die Zahlung nicht drumherum kam. Sowas finde ich dann schon erbärmlich und es wirft dann kein positives Licht auf die GEMA, um es mal vorsichtig auszudrücken. ;-)

    Telly
  • 05.10.2010 16:02
    Moneysac antwortet auf Telly
    Sowas finde ich dann schon
    > erbärmlich und es wirft dann kein positives Licht auf die GEMA,
    > um es mal vorsichtig auszudrücken. ;-)
    >
    > Telly

    wann ist denn schonmal positives licht auf "vereine" wie gema oder gez geworfen worden?! das ist wie bei behörden, es geht immer ums prinzip, egal wie die verhältnismäßigkeit ist. ich frage mich was in solchen leuten vorgeht, die so etwas veranlassen. von gesundem menschenverstand kann da wohl keine rede mehr sein. "deutsche gründlichkeit"
  • 05.10.2010 16:07
    Telly antwortet auf Moneysac
    > wann ist denn schonmal positives licht auf "vereine"
    > wie gema oder gez geworfen worden?!

    Na dann tue ich das mal. ;-)

    Grundsätzlich habe ich nichts gegen die GEMA und GEZ!

    Bitte nicht hauen! ;-)

    Telly