Diskussionsforum
  • 15.05.2010 21:39
    cassiel schreibt

    Noch schlimmer als Spam: hirnloser Anti-Spam

    Zitat:
    > Noch schlimmer als Spam wäre schließlich,
    > wenn wichtige Nachrichten gar nicht ankämen.

    In der Tat.
    Nur ist das leider bei nicht wenigen Mail-Providern der Fall,
    die IP-Adressbereiche in Sippenhaft nehmen und so legitime Mails von ebenso legitimen MTA aussperren. Mitunter werden dazu sogar einschlägige RFCs zum SMTP verletzt oder die Mails sind scheinbar nur temporär nicht zustellbar (4XX Fehler). Letztere behindern Spambots praktisch überhaupt nicht, weil diese sowieso nur ein oder zwei mal versuchen eine Mail zuzustellen, belasten damit aber die Warteschlange gerade regulär konfigurierte MTA.
    Und die Kunden dieser Anti-Spammer werden von diesen auch nicht informiert, dass ihnen legitime Mails vorenthalten werden.
    Diese Anti-Spammer sind dann auch noch völlig lernresistent und beharren auf ihrem unsinnigen Tun, wenn man sie darauf hinweist.
    Detailierte Informationen unter http://caffeine.yi.org/
  • 17.05.2010 10:29
    L.Heßling antwortet auf cassiel
    Benutzer cassiel schrieb:
    > Zitat:
    > > Noch schlimmer als Spam wäre schließlich,
    > > wenn wichtige Nachrichten gar nicht ankämen.
    >
    > In der Tat.
    > Nur ist das leider bei nicht wenigen Mail-Providern der Fall,
    > die IP-Adressbereiche in Sippenhaft nehmen und so legitime
    > Mails von ebenso legitimen MTA aussperren. Mitunter werden dazu
    > sogar einschlägige RFCs zum SMTP verletzt oder die Mails sind
    > scheinbar nur temporär nicht zustellbar (4XX Fehler). Letztere
    > behindern Spambots praktisch überhaupt nicht, weil diese
    > sowieso nur ein oder zwei mal versuchen eine Mail zuzustellen,
    > belasten damit aber die Warteschlange gerade regulär
    > konfigurierte MTA.
    > Und die Kunden dieser Anti-Spammer werden von diesen auch nicht
    > informiert, dass ihnen legitime Mails vorenthalten werden.
    > Diese Anti-Spammer sind dann auch noch völlig lernresistent und
    > beharren auf ihrem unsinnigen Tun, wenn man sie darauf
    > hinweist.
    > Detailierte Informationen unter http://caffeine.yi.org/

    Lieber Leser,

    Strato bezeichnet seinen Spam-Filter auch als Ham-Filter. Damit soll ausgedrückt werden, dass es bei 98 Prozent unerwünschter Nachrichten logischer ist, nach den zwei Prozent erwünschten E-Mails zu filtern. Zum Thema "IP-Sippenhaft": Mir ist vor Jahren einmal zu Ohren gekommen, dass alle E-Mails eines großen IT-Versenders eine Zeit lang bei einem bestimmten deutschen Anbieter von E-Mail-Konten (Nicht Strato) im Spam-Filter hängen geblieben sind. Einem Bekannten wurde an der Hotline des Versenders gesagt, dies hätte die Ursache darin, dass man es nicht einsehen würde, einen gewissen Betrag für einen Freischaltvorgang im Spam-Filter an den Anbieter zu zahlen. Das ist natürlich extrem spekulativ und könnte auch nur eine Ausrede gewesen sein - man schiebt schließlich gerne mal den schwarzen Peter einem anderen zu. Wie auch immer: Spam-Filter sind wichtig und sinnvoll, da ansonsten das Medium E-Mail überhaupt nicht mehr nutzbar wäre. Natürlich ist es unangenehm, wenn dabei einige legitime Absender - manchmal auch nur temporär - eingeschränkt werden. Das ist wohl der Preis dafür, dass E-Mail-Postfächer überhaupt noch nutzbar sind.

    Beste Grüße,

    Lars Heßling
  • 17.05.2010 17:27
    cassiel antwortet auf L.Heßling
    Benutzer L.Heßling schrieb:
    [...]
    > Spam-Filter sind wichtig und sinnvoll, da ansonsten das Medium
    > E-Mail überhaupt nicht mehr nutzbar wäre. Natürlich ist es
    > unangenehm, wenn dabei einige legitime Absender - manchmal auch
    > nur temporär - eingeschränkt werden. Das ist wohl der Preis
    > dafür, dass E-Mail-Postfächer überhaupt noch nutzbar sind.

    Gegen den prinzipiellen Einsatz von Spam-Filtern sagt auch keiner (der noch alle Latten am Zaun hat) was. Als Betreiber eines MTA filtere ich selbst intensiv und mehrschichtig. Aber man sollte eben sehr, sehr vorsichtig bei der Wahl seiner Mittel sein und false positiv sichere Verfahren, die die Netzneutralität wahren, verwenden z.B. greylisting u.a. IP-Sippenhaft ist nicht notwendig.