Benutzer Telly schrieb:
> Wenn dem denn so wäre... das Problem bei Fonds ist auch immer,
> dass man weiß, wie die Vergangenheit lief - aber nie weiß, ob
> der Fonds in der Zukunft nicht kräftig Verluste macht.
Natürlich nicht. Wie gesagt, jedes Investment hat ein Risiko.
> Ich bin
> nicht im Thema Immobilienfonds drin - aber die dürften auch
> kräftig verloren haben in 2008.
Viele haben, ja.
> Also ist die Frage, wann müsste
> ich einen solchen Fonds gekauft haben, um ihn jetzt in 2010
> noch für im Schnitt 3% Rendite verkaufen zu können?
Du investierst in Sachwerte, wenn du Anteile an einem solchen Fonds kaufst. Du kaufst (Teile von) Häuser und Grundstücke. Damit sicherst du dich gegen die Inflation ab. Du kaufst Fondsanteile, weil du alleine nicht genügend Geld hättest, um selbst Häuser und Grundstücke zu kaufen. Aber wie auch ein Direktinvestment, bist du nicht vor Wertschwankungen oder gar Verlusten immun. Häuser und Grundstücke kauft man normalerweise längerfristig. Und längerfristig ist die Wahrscheinlichkeit, damit eine positive Rendite zu erzielen, recht hoch.
> Du würdest also Deinem besten Freund, bei dem Du
> davon ausgehen
> musst, dass er Zeit seines Lebens nicht mehr als 1.200 Euro
> (brutto) verdienen wird
Woher sollte cih oder er selbst das wissen? Niemand kann hellsehen.
> und das Schlimmste ist aber, dass
> ich 93 Jahre alt werden muss, um auch eine Rendite meiner
> eingezahlten Beiträge zu erhalten. Das sagt Dir zwar keiner -
> ist aber so!
Also ich wußte das bei Abschluß. Es sind die Sterbetabellen der Versicherungswirtschaft. Die sind kein Geheimnis, aber mit geworben wird freilich auch nicht.
Wie eine jede Rente, zahlt auch Riester eine lebenslange Rente. Dein angespartes Kapital wird in eine monatliche Zahlung umgewandelt. Nichts anderes macht auch die gesetzliche Rente. Nur müßtest du da 140+ werden, um eine positive Rendite zu machen (ist übertrieben, aber du weißt, was ich meine).
Mir wäre es auch lieber, könnte ich später selbst über mein Erspartes frei verfügen. Leider muß ich dann auf alle Förderungen verzichten und muß sowohl die Einzahlungen als auch die Rendite versteuern. Rechnet man die Förderung und die Steuerersparnis dazu, ergibt sich eine recht gute Rendite bei Riester. Aber ich wette eben gegen die Versicherung. Lebe ich länger, mache ich Gewinn, sterbe ich früh, freut sich das Unternehmen.
Auch das ist letztlich wieder der Staat, der ständig glaubt, erwachsene Menschen beschützen zu müssen. Natürlich könnte er auch Zahlungen fördern, die auf eine beliebige Sparform laufen und mit dessen Ertrag ich später machen kann, was ich will. Aber das tut unser Staat leider nicht.
> Aber wie gesagt; was Deinen besten Freund angeht
> unterstelle ich jetzt mal, dass die Riesterrente ein tolles
> Produkt ist.
Ich würde niemanden raten, später seinen Mitmenschen auf der Tasche zu liegen und das schon im voraus zu planen, selbst wenn es rechtlich möglich wäre.
> Wenn die Bank mit mir einen Vertrag
> eingegangen ist, obwohl sie weiß, dass ich zuwenig verdiene,
> um
> die Raten zu zahlen, ist sie doch selbst schuld.
Sie ist AUCH schuld, ja. Du aber genauso. Nur die Bank kann entscheiden, ob sie mit dir einen Vertrag eingeht, deine Mitbürger als Zahler der Grundsicherung leider nicht.
> In der Tat. Kommt trotzdem täglich vor!
Und trotzdem ist es falsch.
> Da, wo sie überbordet, gebe ich Dir recht. Doch im Falle der
> Grundsicherung sehe ich das nicht.
Allej die Überlegungen, daß sich eine eigene Altersvorsorge nicht lohnt, da es ja die Grundsicherung auf jeden Fall gibt, zeigt doch, daß etwas mit dieser Leistung nicht stimmen kann. Soziale Leistungen müssen auf Notfälle beschränkt bleiben, wo jemand unverschuldet und unabwendbar in Not geraten ist und keine andere Möglichkeit des Auswegs mehr hat. Eine Institutionalisierung von Nächstenliebe und Wohltätigkeit kann nicht gutgehen.
Ippel