> Und alle Reseller kaufen bei den (nur) vier Netzbetreibern ein.
Genau so ist es! Und, wo liegt der Widerspruch? Sie kaufen bei den Netzbetreibern in großem Umfang Kontigente ein und verkaufen diese unter ihrem Namen und auf ihre Rechnung weiter. Wettbewerb!
> > Als Roamingkunde habe ich allerdings nur
> > eine Auswahl zwischen zwei/drei/vier Netzbetreibern,
> > Wie in Deutschland auch.
Eben nicht! In Deutschland habe ich die Auswahl zwischen den Netzbetreibern und wie schon erwähnt zwischen Providern und Discountern. In Spanien kann ich als Roamer NICHT auf dortige Reseller zurückgreifen, sondern MUSS Netzbetreiber wählen.
> > Und gerade weil diese Netzbetreiber zum größten Teil
> > europäische Unternehmen sind, besteht kein wirklicher
> > Wettbewerb.
> > Weil Anbieter auf vielen Märkten in Konkurrenz zueinander
> stehen gibt es keinen Wettbewerb... ne, is klar.
Ähm...ich glaube du verstehst das falsch! Natürlich gibt es auf der Mesoebene (Europa) viele viele Netzbetreiber, die in Konkurrenz stehen. Nur auf der Mikroebene (die Situation als Roamer in einem Land) verhält es sich anders. Dort kann ich nur zwischen wenigen entscheiden, die wiederum in vielen Ländern Europas aktiv sind und somit eine gewisse Marktmacht und -position besitzen, diese sie wiederum ausnutzen können (für dich extra: gemeint sind keine Absprachen).
> > > Ich als T-Mobile oder Vodafone wurde bestimmt
> > nicht eine meiner
> > heiligen Kühe schlachten, die mir jährlich große Umsätze
> > bereitet.
> > Das wurde bereits oft widerlegt. Es gibt keine
> "stummen" Absprachen. In einem Markt mit mehreren
> Anbietern wird früher oder später immer ein Anbieter
> vorpreschen und die Preise senken, um neue Kunden zu gewinnen.
Ja, das hat man in den letzten Jahren gesehen, wie die Roaminggebühren nur so nach unten purzelten. In meiner und auch aus deiner implizierten Logik folgt daraus der Schluss, dass ein Wettbewerb nicht besteht. Und ich habe nie Behauptung getätigt, dass Absprachen bestünden.
> > Und nochmals, die EU hat Höchstgrenzen gesetzt, das bedeutet
> > aber nicht, dass dadurch die Mobilfunker am Hungertuch nagen
> > werden.
> > Der Staat (noch dazu nichtgewählte Leute) haben sich aus dem
> Markt herauszuhalten. Es ist nicht ihre Aufgabe, irgendwelche
> Preise festzulegen. Auch keine Grenzen.
Welche Aufgaben EU-Institutionen ausüben dürfen und welche Kompetenzen sie besitzen, wurden durch die Mitgliedsstaaten und ihrer Diskursteilnahme definiert und durch den jeweiligen nationalen Ratifizierungsprozesse auch legitimiert. Natürlich sollte sich der Staat (angemerkt, die EU ist KEIN Staat, sondern ein supranationales Gebilde, das u.a. deshalb gegründet wurde, um eine wirtschaftliche Harmonisierung in Europa voranzutreiben) aus der unternehmerischen Handlungsfreiheit heraus halten. Jedoch ist es auch so, dass Unternehmen ein Teil der Gesellschaft sind und auch eine Verantwortung ihr gegenüber haben. Und wenn sich nun einmal der Anschein aufdrückt, dass Unternehmen ihre Stellung zu Lasten der Verbraucher missbrauchen, so hat der Staat die Pflicht, Verbraucher zu schützen (Verbraucherschutz). Da die Nationalstaaten im Zuge der Europäisierung Kompetenzen (legitimiert durch parlamentarische Beschlüsse)an Brüssel abgetreten haben, ist hier die EU zuständig.
Aber ganz ehrlich, ich habe keine Lust mit dir über die Europäisierung und ihre Legitimation zu diskutieren. Das können wir mal in einem Politikforum fortführen.
> > > Anscheinend ist dein 'Hass' auf die Wirtschaftspolitik
> > EU so groß, dass du vergisst, dass auch die EU ein
> > Interesse an
> > vitalen Unternehmen hat.
> > Die EU hat vor allem an einem Interesse: Kontrolle und Macht.
Unternehmen nicht? Streben sich nicht nach Marktanteilen und Profit?
> > > Gleichzeitig aber auch den Kunden
> > berücksichtigt und somit nicht einseitig handelt, wie Du es
> > gern hättest.
> > In einem nicht-monoplisierten Markt braucht es keine Mama, die
> die armen Kinder vor den bösen Onkeln schützt. In einem
> funktionierenden Markt kann ich als Verbraucher die notwendigen
> Entscheidungen selbst treffen.
Genau, richtig! Nur im Falle des Roamings gibt es keinen funkionierenden Wettbewerb!
> > > Wenn tatsächlich ein gesunder europäischer
> > Wettbewerb beim Roaming bestünde, hätte sie nicht eingreifen
> > müssen, denn dann hätte tatsächlich der Markt die Preise
> > reguliert.
> > Außer man möchte einfach seine Macht vergrößern.
Was soll ich darauf antworten? Das strotzt ja nur so von Vorurteilen und einer eingefahrenen Meinung!
> > > Aber bei wenigen T-Mobiles, Vodafones oder
> > Telefónicas, die die Mehrheit des Markts beherrschen, kann man
> > das getrost vergessen.
> > Dafür gibt es europäische Kartellbehörden, die einschreiten
> könnten und müßten, wenn es wettbewerbswidrige Absprachen gäbe.
Und wieder habe ich nichts von Absprachen gesagt! Nur wenn es relativ wenige Anbieter gibt, dann sind Absprachen auch gar nicht nötig.
Vielmehr hätte mich jetzt aber interessiert, wie du zu meinen '3'-Beispiel Stellung bezogen hättest?