> Dennoch funktioniert der Wettbewerb auf dem Autosektor
> hervorragend. Ich werde mir immer noch keinen solchen Wagen
> kaufen, weil er mir persönlich vollkommen zu teuer ist. Aber es
> ist ein marktgerechter Preis.
Hier kann ich voll zustimmen.
> Sofern es keine verbotenen Preisabsprachen gibt (dafür gab es
> nie Anhaltspunkte) und es mehrere, im Wettbewerb stehende
> Konkurrenten auf dem Markt gibt, was der Fall ist, funktioniert
> der Wettbewerb auf dem Mobilfunkbereich hervorragend.
Im Grunde muss ich Dir Recht geben. Der Verbraucher ist/wäre hier gefordert, konsequent im Ausland auch dortige Prepaid-Angebote zu nutzen. Das bedeutet aber zum einen viel Recherche - denn es gibt z. B. sehr wenige deutsche Prepaidkarten, mit denen sich günstig für Deutschlandurlauber in die Heimat telefonieren lässt und zweitens ist da immer das Registrierungsproblem; sprich die Zeitspanne zwischen Kauf und tatsächlicher Registrierung.
In 2008 gönnten wir uns eine Woche Dubai. Ich wollte dort von den beiden Netzbetreibern eine Karte kaufen. Die einen hatten Systemabsturz (nicht im Laden; sondern der Anbieter) und die anderen konnten mir auch keine Registrierung in den nächsten 48 Stunden versprechen. Sowas kann ich aber nicht gebrauchen. So beschränkten wir uns auf den allerwichtigsten Anruf von meinem deutschen Handy und riefen an, dass wir gut angekommen sind. Kostete 3 Euro/Minute. So haben wir knapp 10 Euro bezahlt und dann nicht mehr telefoniert.
Nun gehört Dubai nicht zu der EU und die 3 Euro finde ich viel - aber für Notfälle noch verkraftbar. Ich begrüße aber die Regelung in der EU trotzdem, obwohl sie in den Wettbewerb eingreift. Firmen sollen Gewinne machen - aber man muss es ja auch nicht übertreiben (können).
> Daß dir
> Roaminggespräche persönlich immer noch zu teuer sind, ist ja
> unzweifelhaft. Das sehe ich genauso. Aber es sind marktgerechte
> Preise. Der Wettbewerb funktioniert.
Vorher waren sie in der EU definitiv zu teuer.
> Das meinte ich mit wirtschaftlichen Grundverständis. Dies fehlt
> vielen Menschen (ich weiß nicht, wie es bei dir ist) und ganz
> sicher haben es keine nichtgewählten Politikerbonzen in
> Brüssel.
Soweit ich weiß, hat das EU-Parlament inzwischen mehr zu sagen und es muss in der Kommission (?) auch nicht mehr alles einstimmig entschieden werden. Das sind positive Entwicklungen.
Unabhängig davon, unterhalte ich mich mit weitaus besser gebildeten genauso gerne wie mit weniger gebildeten. Schade ist nur, dass manche Menschen einfach nicht sachlich diskutieren können und gleich emotional werden. Dagegen kannst Du auch was tun - zumindest beitragen, indem Du keinem seine Unwissenheit vorwürfst. Bleib sachlich und bei Argumenten. Und diejenigen, die darauf keine Antwort haben und Dich nicht verstehen wollen/können, lässt Du dann halt links liegen. Das ärgert mich zwar auch immer - weil ich gerne diskutiere und andere überzeuge (nicht zu verwechseln mit überreden) - aber mit manchen Menschen geht es leider nicht.
> > Auch gut durchkalkulierte Unternehmen gehen gerade zur Zeit in
> > die Insolvenz.
> > Ja, und? Das nennt sich Wirtschaft. Wo soll das Problem sein.
> Tausende von Firmen gehen jährlich in die Insolvenz. Warum
> nicht auch Banken? Das ist vollkommen natürlich. Mich rettet
> der Staat auch nicht vor einer Privatinsolvenz. Warum sollte er
> auch? Warum sollen andere Leute für meine Probleme zahlen?
Das tun sie aber! Alle Deine Gläubiger verlieren einen Teil oder alles, wenn Du in die Privatinsolvenz gehst. Solange es die Citybank ist, die Dir ungeprüft immer wieder teuere Kredite gegeben hat, finde ich das nicht tragisch. Wenn Du aber Deine Handwerkerrechnungen, Strom- und Handyrechnungen etc. nicht bezahlst, dann ist das für die Gläubiger nicht mehr witzig. Gerade der Handwerker kann sich Forderungsausfälle am wenigsten leisten und vorher in seine Kalkulation einpreisen. Dazu ist der Wettbewerb nämlich zu hart. Das gibts auch.
Das Problem ist, dass wir alle an diesen Banken dranhängen. Ich begrüße ausdrücklich die Unterstützung der Banken! Aber das ist der erste Schritt! Mich regt auf, dass man nicht den zweiten Schritt geht. Banken bzw. deren Aktionäre dürfen solange keine Gewinne abschöpfen, bis sie alles selbst wieder zurückbezahlt haben, was der Steuerzahler ihnen "geliehen" hat. Doch alle - auch die Vertreter des Staates (der wir sind) - tun ja so, als hätten wir es ihnen geschenkt! Sowas verstehe ich nicht.
Die Deutsche Bank hat kein Geld bekommen/genommen. Dafür profitiert sie aber davon, dass andere Banken Geld nahmen und sie dadurch nicht mit in den Sog gezogen wurde. Jetzt verdienen die Banken fleißig dadran, dass der Staat sich dort Geld leiht, was er zuvor den Banken zugeschoben hat. Das verstehe ich nicht und hier hätten Maßnahmen ergriffen werden müssen, wie man die Banken eben an der Sache beteiligt. Da haben kluge Köpfe in Deutschland auch gute Ideen - doch auf die hört ja keiner.
Telly