SMS-Protest schliesst sich dem Protest der Presse und der Politik an.
Preiserhöhung für SMS sorgt für Aufregung
Über die geplanten drastischen Gebührenzuschläge für SMS-Nachrichten der Telekom-Tochter T-Mobile ist ein heftiger Streit entbrannt. Politiker und Verbraucherschützer warnten die Telekom davor, ihre Preise für Kurznachrichten per Handy in zwei angebotenen Tarifen auf 19 Cent pro SMS mehr als zu verdoppeln.
Der Vorsitzende des Ausschusses für Post und Telekommunikation, Klaus Barthel (SPD), warnte die anderen Mobilfunkbetreiber, bei der Tariferhöhung mitzumachen. 'Dann wäre nicht ausgeschlossen, auch den Mobilfunksektor einer Regulierung zu unterziehen, wie bislang das Festnetz.' CDU-Fraktionsvorstandsmitglied Hubert Hüppe betonte: 'Für die meisten Schüler ist es inzwischen normal, ein Handy zu besitzen, doch das Taschengeld reicht schon jetzt häufig nicht.' Viele Eltern würden sich deutlich höhere Tarife nicht leisten können.
Verbraucherschützer sprechen von 'Abzocke' Für die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisierte deren Rechtsanwalt Christian Dieckmann die Pläne als 'reine Abzocke'. Hier würden Jugendliche zur Umsatzsteigerung missbraucht. Aus Sicht von Karin Thomas-Martin von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg müssten die Mobilfunkanbieter die Preise sogar senken. 'Pro SMS verdient der Anbieter mindestens 75 Prozent. Eine Kurzmitteilung kostet nicht mehr als ein bis zwei Cent', argumentierte sie.
Dagegen verteidigte T-Mobile-Sprecher Stephan Althoff die Gebührenpläne: 'In anderen Tarifen kosten SMS schon lange 20 Cent. Mit einheitlich 19 Cent wird es für diese Kunden, zu denen auch viele Jugendliche gehören, sogar billiger.' Zudem gälten die Tarifänderungen nur für Neukunden, so Althoff weiter.
Fast alle Anbieter drehen an der Preisschraube Die T-Mobile will ihre Preise für netzinterne Kurznachrichten zum 1. Februar für die Laufzeitverträge des Typs 'Telly Smile', 'Telly Active' sowie 'Telly Profi' um über 100 Prozent auf einheitlich 19 Cent pro Kurznachricht erhöhen. Zudem würden Neukunden bisherige Telly-Tarife mit günstigerem SMS-Versand nicht mehr angeboten, hieß es.
Andere Mobilfunkanbieter wollen unterdessen bei SMS-Preisen nachziehen. E-Plus-Sprecherin Catrin Glücksmann: 'Für Neukunden gibt es im Frühjahr neue SMS-Preise.' Auch Viag-Interkom-Chef Rudolf Gröger sagte: 'Preiserhöhungen für Privatkunden schließen wir nicht mehr aus'.
Quelle http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,2044,OID503000,00.html
Kritik an Tariferhöhungen bei T-Mobile
Die drastische Erhöhung einiger Tarife bei der Telekom-Mobilfunktochter T-Mobile hat Kritik von Verbraucherschützern und Politikern ausgelöst. Vom 1. Februar an wird unter anderem der Preis für netzinterne SMS bei einigen Tarifen von bisher 0,08 Euro auf 0,19 Euro angehoben -- ein Aufschlag von rund 140 Prozent. Auch das Telefonieren in andere Mobilfunknetze wird deutlich teurer.
Der Vorsitzende der Kinder- und Jugendkommission im Deutschen Bundestag, Klaus Haupt, warnte in der Bild am Sonntag (BamS), höhere SMS-Kosten könnten Jugendliche in die Schuldenfalle treiben. 'Sollte die Telekom bei ihrer Entscheidung bleiben, muss sie in einer großen Kampagne die jungen Kunden über die Gebührenerhöhung aufklären', meinte Haupt. Auch Christian Dieckmann, Rechtsanwalt der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, geht mit seiner Kritik noch weiter: 'Das ist reine Abzocke, da werden Jugendliche zur Umsatzsteigerung missbraucht.' Mitunter würden Jugendliche 1000 Kurzmitteilungen pro Monat versenden. 1000 Euro Schulden seien keine Seltenheit.
T-Mobile-Sprecher Stephan Althoff widerspricht in der BamS. In vielen Tarifen kosteten SMS schon länger 20 Cent. Für diese Kunden werde es mit einheitlich 19 Cent sogar billiger. Sein Unternehmen werde ab Sommer spezielle Tarifoptionen für SMS-Vielnutzer anbieten. Die Telekom hatte die Tarifänderungen bereits vor zehn Tagen mitgeteilt. Dabei waren Preissenkungen unter anderem bei der Grundgebühr hervorgehoben worden. (anw/c't)