Diskussionsforum
  • 13.05.2013 09:45
    einmal geändert am 13.05.2013 09:46
    handyfoner schreibt

    Einfach bar zahlen, keine Probleme

    Bar zahlen, man braucht keine Technik und man wird nicht ein ausgeforschter gläserner Mensch.

    Auf das Argument, es würde mit Onlinezahlung schneller gehen:
    - man steht 5 Minuten oder mehr an der Kasse an
    - man muss die Ware auf das Band legen
    - man muss die Ware wieder in den Wagen zurücklegen.

    Wo spielt denn dann noch die Zeit für die Zahlung ein Problem?
    Die Zahlung geht eh am schnellsten.

    Ich sehe eher das Problem, dass die Zahlung per App gegenüber der Barzahlung mehr Zeit kostet. Der Kunde hat kein / schlechtes Netz, muss erstmal die App auf seinem Handy finden, muss eine Geheimnummer eintippen, muss die erzeugte Pin weitergeben....
  • 13.05.2013 10:37
    DenSch antwortet auf handyfoner
    Benutzer handyfoner schrieb:
    > Bar zahlen, man braucht keine Technik und man wird nicht ein
    > ausgeforschter gläserner Mensch.
    >
    > Auf das Argument, es würde mit Onlinezahlung schneller gehen:
    > - man steht 5 Minuten oder mehr an der Kasse an
    > - man muss die Ware auf das Band legen
    > - man muss die Ware wieder in den Wagen zurücklegen.
    >
    > Wo spielt denn dann noch die Zeit für die Zahlung ein Problem?
    > Die Zahlung geht eh am schnellsten.
    >
    > Ich sehe eher das Problem, dass die Zahlung per App gegenüber
    > der Barzahlung mehr Zeit kostet. Der Kunde hat kein /
    > schlechtes Netz, muss erstmal die App auf seinem Handy finden,
    > muss eine Geheimnummer eintippen, muss die erzeugte Pin
    > weitergeben....


    Das Problem ist auch nicht der Smartphone Nutzer in der Variable "Wartezeit" sondern die Omma die bei 11,97 bis 96 zählt und merkt es reicht nicht und dann den Fuchs rausholt.
    Oder der hipster ohne Portemonaie der sein Indianergeld in der zerrissenen Jeans sucht (mit denen er noch nicht in San Fransisco war....)

    Die App ist ganz cool. Rein, einkaufen, 1234 sagen, tschüss.


    PS: Ich hasse Bargeld. Klaut man es, ist es weg und der Wert auch. Wenn man mir meine Karten klaut, ist das zwar blöd, aber im Wert nicht so groß.
  • 13.05.2013 16:39
    Müller2 antwortet auf DenSch
    Benutzer DenSch schrieb:

    > Das Problem ist auch nicht der Smartphone Nutzer in der
    > Variable "Wartezeit" sondern die Omma die bei 11,97 bis 96
    > zählt und merkt es reicht nicht und dann den Fuchs rausholt.

    Und Du meinst wirklich, daß der Bezahlvorgang der "Omma" durch eine Samrtphone-App beschleunigt würde, immer den höchst unwahrscheinlichen Fall vorausgesetzt, sie würde über ein solches verfügen?
    Was die Warteschlange an der Kasse meiner Erfahrung nach am meisten aufhält, sind die "fortschrittlichen" Menschen, die meinen, jeden Kleckerbetrag mit Ec-Karte und Geheimzahl begleichen zu müssen, was in schätzungsweise der Hälfte der Fälle erst beim zweiten oder dritten Anlauf oder sogar garnicht klappt.

    > PS: Ich hasse Bargeld. Klaut man es, ist es weg und der Wert
    > auch. Wenn man mir meine Karten klaut, ist das zwar blöd, aber
    > im Wert nicht so groß.

    Mir geht es ähnlich mit Plastikgeld. Es macht den Menschen noch gläserner, als er es sowieso schon ist und öffnet Kriminellen Tür und Tor. Mit Skimming durch manipulierte Lesegeräte muß man längst auch an Tankstellen oder in Supermärkten rechnen.
  • 13.05.2013 18:07
    Ramada antwortet auf Müller2
    Dem kann ich nur zustimmen, Kartenbetrug ist ja ein Dauerbrenner in der Presse. Wann immer ich kann, zahle ich mit Bargeld - ohne dass ich meine Kontodaten aus der Hand gebe und nicht weiß, was am Ende damit passiert. Abgesehen davon scheint sich gerade ein Trend zum bezahlen mit Bargeld auch beim Online-Shopping zu entwickeln (Barzahlen), also gibt es da wohl auch eine gewisse Nachfrage.

    > Mir geht es ähnlich mit Plastikgeld. Es macht den Menschen noch
    > gläserner, als er es sowieso schon ist und öffnet Kriminellen
    > Tür und Tor. Mit Skimming durch manipulierte Lesegeräte muß man
    > längst auch an Tankstellen oder in Supermärkten rechnen.
  • 13.05.2013 18:31
    industrieclub antwortet auf Ramada
    Auch ich kann Euch nur zustimmen, der ca. 728. Versuch zur Total-ausforschung der Menschen. Bargeld dagegen LACHT! Aber: Kai Petzke
    hat daraus einen sprachlich sehr schönen und inhaltlich ausgewo-
    genen, detailreichen Artikel gemacht. - That´s info, that´s tel-
    tarif!
  • 13.05.2013 20:13
    ippel antwortet auf DenSch
    Benutzer DenSch schrieb:
    > PS: Ich hasse Bargeld. Klaut man es, ist es weg und der Wert
    > auch. Wenn man mir meine Karten klaut, ist das zwar blöd, aber
    > im Wert nicht so groß.

    Ich habe früher auch einmal so gedacht. Insofern kann ich deine Argumente sehr gut nachvollziehen.

    Aber spätestens die Finanzkrise und die jüngsten Entwicklungen im Bereich Überwachungsstaat (Bestandsdatenauskunft) haben mich eines Besseren belehrt.

    Jedem der mit Karte zahlt oder auf einem anderen elektronischen Weg (Lastschrift, Überweisung) muß sich über eines im klaren sein: Noch Jahrzehnte später kann der Staat haarklein und centgenau jede einzelne Transaktion nachvollziehen. Der Staat weiß dann wer wann wo war, wieviel er eingekauft und was er ausgegeben hat. Alle diese Daten werden mindestens zehn Jahre aufbewahrt, in der Praxis sicherlich noch sehr viel länger.

    Nun mag man heute der Meinung sein, daß den Staat das eigene persönliche Kaufverhalten ja überhaupt nicht interessiert. Und das mag heute auch durchaus noch richtig sein. Aber niemand weiß, was die Zukunft bringt. Niemand weiß, ob wir in fünf Jahren nicht in einer Diktatur leben. Daten die der Staat hat oder auf die er Zugriff hat, wird er auch (miß)brauchen. Dessen muß man sich immer bewußt sein.

    Für mich kann die Devise deshalb nur lauten, niemandem, schon gar nicht dem Staat, irgend eine Möglichkeit geben, mein Leben nachträglich auszuforschen oder Daten gegen mich zu verwenden.

    Und eine wunderbar einfache Möglichkeit bietet das Barzahlen. Niemand wird, auch niemals in der Zukunft, jemals herausfinden, was ich wann wo zu welchem Preis gekauft habe oder wo ich mich aufgehalten habe. Einzig und allein eine größere monatliche Barabhebung wird in den Unterlagen auftauchen. Das war's.

    Leben wir in 30 Jahren noch in einem freien Land: Wunderbar, dann hat das Barzahlen niemandem geschadet. Leben wir dann in einer Diktatur (und die Anzeichen deuten nun ja eher genau darauf hin): Dann hat das Barzahlen eventuell mich, meine Familie und viele andere vor schlimmste Konsequenzen bewahrt.

    Ich sehe das Barzahlen deshalb als eine Versicherung gegen zukünftige Entwicklungen. Es kostet kaum was, kann aber unter Umständen eine enorme Schutzfunktion entfalten.