Diskussionsforum
  • 30.12.2012 05:38
    ger1294 schreibt

    Und die Willkür gilt weiter....

    Entgegen dem Artikel werden Haushalte mit geringem Einkommen nicht befreit, sondern nur, wer staatliche Leistungen bezieht. D.h. wer weniger Verdient als Hartz IV muss zahlen, der Hartz IV Empfänger aber nicht..... Die meisten beschriebenen Fälle, wo es theoretisch billiger würde, existieren nicht, da hier i.d.R. keine Anmeldung vorgenommen wurde. (In einer WG wurde schon bisher meist nur 1 x angemeldet oder gar nicht, ebenso bei erwachsenen Kindern mit eigenem Einkommen erfolgte in der Regel keine Anmeldung), Fakt ist also, dass es für die meisten deutlich teurer wird (wer bisher nichts hatte) oder gleich bleibt. Das Resultat ist, dass jetzt noch mehr Zweitwohnsitze abgemeldet werden.
    Irgendein paar überbezahlte, teils grauhaarige Intendanten entscheiden willkürlich über das Abkassieren der Bürger für eine LEistung, die viele gar nicht in Anspruch nehmen wollen oder sogar technisch können (wenn kein Fernseher/Radio vorhanden ist und Internet nur über ISDN, da kein DSL möglich). Warum ist es nicht möglich, diesen aufgeblähten Apparat endlich auf das wesentliche, 2 Fernsehsender mit Nachrichten und Übertragungen von landesweitem Interesse, sowie 2-3 Radiosender zu redizieren. Wieso müssen wir 17,98 im Monat zahlen und trotzdem kommt diese unsägliche Werbung im staatlichen Fernsehen ? Die Einhebung der Gebühr könnte auch mit der Grundsteuer erfolgen, dann wäre der ganze Wasserkopf GEZ nicht mehr notwendig. Würde man dies machen, würde die Gebühr auch auf einen akzeptablen Betrag von 3-4 EUR im Monat sinken.
  • 30.12.2012 08:13
    Zündi antwortet auf ger1294
    Benutzer ger1294 schrieb:
    > Entgegen dem Artikel werden Haushalte mit geringem Einkommen
    > nicht befreit, sondern nur, wer staatliche Leistungen bezieht.
    > D.h. wer weniger Verdient als Hartz IV muss zahlen, der Hartz
    > IV Empfänger aber nicht.....

    Wenn man weniger als Harz 4 verdient, kann man aber mit Hartz 4 aufstocken oder eben mit einer anderen Grundsicherungsleistung. In dem Fall kann man sich dann auch befreien lassen. Wer freiwillig nicht aufstockt, z.B. weil es nur ein paar Euro wären und man deswegen keine Anträge stellen will, muss dann tatsächlich Rundfunkbeiträge bezahlen. Ist nicht optimal, aber die GEZ (heißt jetzt neuerdings "Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio") will wahrscheinlich auch nicht mehr bei jedem Antragsteller selbst überprüfen, wie hoch das Einkommen ist, sondern überlässt das anderen Behörden (Jobcenter, Sozialamt usw). Wobei das eigentlich schon seit ein paar Jahren so ist.

    > Die meisten beschriebenen Fälle,
    > wo es theoretisch billiger würde, existieren nicht, da hier
    > i.d.R. keine Anmeldung vorgenommen wurde. (In einer WG wurde
    > schon bisher meist nur 1 x angemeldet oder gar nicht, ebenso
    > bei erwachsenen Kindern mit eigenem Einkommen erfolgte in der
    > Regel keine Anmeldung), Fakt ist also, dass es für die meisten
    > deutlich teurer wird (wer bisher nichts hatte) oder gleich
    > bleibt. Das Resultat ist, dass jetzt noch mehr Zweitwohnsitze
    > abgemeldet werden.

    Das stimmt natürlich. Wobei es auch Leute gibt, die tatsächlich weniger oder gar nichts mehr zahlen müssen. Meine Mutter ist z.B. im Einfamilienhaus meiner Schwester mit Erstwohnsitz gemeldet (wohnt aber nicht da) und bewohnt stattdessen ein größeres Wochenendhaus in einem anderen Ort (ist dort aber nicht gemeldet, weil keine Adresse im Format Straße/Hausnummer existiert). Bisher mussten sowohl meine Mutter als auch meine Schwester Rundfunkgebühren zahlen, in Zukunft muss nur noch einmal Rundfunkbeitrag gezahlt werden, da das ganze Haus von meiner Schwester nur als ein Haushalt gilt. Das Wochendendhaus meiner Mutter gilt wiederum nicht als Haushalt, weil das Haus nicht zum Dauerbewohnen "vorgesehen" ist (außerdem weiß die GEZ auch nichts davon und wird sich da auch garantiert nicht hin verlaufen ;-)). Aber zugegeben, so etwas dürfte eher die Ausnahme sein und für die meisten wird sich gar nichts ändern.
  • 30.12.2012 14:18
    Keks antwortet auf Zündi
    Dafür habe ich ein Gegenbeispiel: Mein bester Freund hat keinen Fernseher, aber zwei Wohnungen (die zweite in der Stadt, in der er arbeitet). Er zahlt künftig das 6-fache! Also 36 Euro, obwohl er keinen Fernseher hat.

    Aber damit muss man wohl nun leben. Schlimmer finde ich die Höhe. 7,5 Milliarden pro Jahr wofür? Quizshows, wo viel Geld an die Gewinner ausgezahlt wird? Daily Soaps im Stil der Privatsender? Bundesliga für 60 Mio., wo die Privaten max. 40 geboten haben, weil es darüber unrentabel wird? Zig Radio- und immer mehr Fernsehsender? Bei Großveranstaltungen mit 8 Ü-Wagen anrücken, wo die Privatsender mit je einem auskommen?

    In Frankreich kommt man m.W. auch mit 1 Milliarde aus. Es dürfen auch gerne 2 Mrd. sein, dann aber komplett werbefrei, damit dir ÖR wirklich unabhängig von der Wirtschaft sind und bei ihrer Berichterstattung damit auch sicher unabhängig sind.

    LG, Keks
  • 30.12.2012 14:41
    ippel antwortet auf Keks
    Benutzer Keks schrieb:
    > Aber damit muss man wohl nun leben.

    Warum? Sind Politiker Götter, gegen die man nichts ausrichten kann? Sind sie eine Naturkatastrophe, die man über sich ergehen lassen muß?
  • 30.12.2012 12:42
    Telly antwortet auf ger1294
    > Die meisten beschriebenen Fälle,
    > wo es theoretisch billiger würde, existieren nicht, da hier
    > i.d.R. keine Anmeldung vorgenommen wurde. (In einer WG wurde
    > schon bisher meist nur 1 x angemeldet oder gar nicht, ebenso
    > bei erwachsenen Kindern mit eigenem Einkommen erfolgte in der
    > Regel keine Anmeldung)

    Der Volksmund nennt diese Gruppe Schwarzseher. Ich auch. :-)

    > Fakt ist also, dass es für die meisten
    > deutlich teurer wird (wer bisher nichts hatte)

    Für die Schwarzseher. Gut so.

    > oder gleich
    > bleibt. Das Resultat ist, dass jetzt noch mehr Zweitwohnsitze
    > abgemeldet werden.

    Weil dort bisher auch Schwarzseher waren. :-)

    Früher mochte ich die Zweitwohnsitzregelung auch nicht, da man sich ja nicht an zwei Orten gleichzeitig aufhalten kann und fernsehen kann. Es hätten mMn also auch alle Geräte in der Zweitwohnung mit dem Erstbeitrag abgegolten sein müssen.

    Da jetzt aber nicht mehr geräteabhängig berechnet wird, sondern pro Wohnung, ist die neue Regelung für mich akzeptabel.

    Telly
  • 30.12.2012 13:27
    koelli antwortet auf ger1294
    Benutzer ger1294 schrieb:
    > Die meisten beschriebenen Fälle,
    > wo es theoretisch billiger würde, existieren nicht, da hier
    > i.d.R. keine Anmeldung vorgenommen wurde. (In einer WG wurde
    > schon bisher meist nur 1 x angemeldet)

    Ach und nur, weil sich bisher in einer WG nicht jeder angemeldet hat und somit gegen die Regeln verstoßen hat, ist die Aussage deshalb jetzt falsch?
    Seltsame Rechtsauslegung...

    > Wieso müssen wir 17,98 im Monat zahlen und
    > trotzdem kommt diese unsägliche Werbung im staatlichen
    > Fernsehen ?

    Weil auch eine Zeitschrift und Zeitung Werbung enthält, obwohl man sie ja schon am Kiosk bezahlt.
    Gäbe es keine Werbung im ÖR, dnn müssten wir wet mehr als 17,98 im Monat zahlen.

    Im Übrigen gibt es die Werbung doch bloß auf den wenigsten ÖR-Sendern!

    Die allermeisten ÖR-Sender (Dritte Programme, EinsFestival, 3sat, arte, ZDF.info, ZDF.kultur, EinsPlus, Tagesschau24, Deutschlandradio usw, usw.) senden überhaupt keine Werbung!!!

    Im Übrigen haben wir es in Deutschland noch sehr gut:
    In Österreich z.B. senden die ÖR-Sender JEDEN Tag (also auch sonntags) Werbung!

    > Die Einhebung der Gebühr könnte auch mit der
    > Grundsteuer erfolgen, dann wäre der ganze Wasserkopf GEZ nicht
    > mehr notwendig

    Da könntest du Recht haben