Diskussionsforum
  • 02.12.2012 12:02
    Fast.Racer antwortet auf J.Malberg1
    Benutzer J.Malberg1 schrieb:
    > Das Teil ist nur Chinaschrott und ich wette es wird von
    > Sklavenarbeitern zusammengebaut.

    Hab ich was verpasst oder sprichst Du gerade von den Produkten mit dem angebissenen Apfel? Die genannten Kriterien passen ja ; )
  • 02.12.2012 12:12
    Telly antwortet auf Fast.Racer
    > Hab ich was verpasst oder sprichst Du gerade von den Produkten
    > mit dem angebissenen Apfel? Die genannten Kriterien passen ja ;
    > )

    Als Nicht-Apple-Nutzer wollte ich gar kein Apple Bashing. Ich frage wirklich ernsthaft, wo es gute Arbeitsbedingungen gibt. Mir sind nirgends welche bekannt. Alle streben in die Ausbeutungsländer.

    Ein Grund, warum die Dritte Welt Wachstum hat. Klingt hart. Ist hart. Aber trotzdem war.

    D. h. trotzdem nicht, dass ich alles verteidige! Ich verlange, dass Arbeitssicherheit, Pausen, Urlaub, Lohnfortzahlung auch dort Einzug halten. Lebensstandards sind dort für den einzelnen Arbeiter zu vervielfachen, OHNE dass wir das deutlich im Endkundenpreis spüren müssten!

    Telly
  • 02.12.2012 12:35
    Manolios antwortet auf Telly
    Benutzer Telly schrieb:

    >
    > Arbeitssicherheit, Pausen, Urlaub, Lohnfortzahlung auch
    > dort Einzug halten. Lebensstandards sind dort für den einzelnen
    > Arbeiter zu vervielfachen, OHNE dass wir das deutlich im
    > Endkundenpreis spüren müssten!
    >


    Aber wir würden es im Preis trotzdem spüren, und genau DAS wollen die meisten Menschen hier nicht. Geiz wird leider immer noch als "geil" angesehen. Wir sind schuld an der Misere.
  • 02.12.2012 12:43
    Telly antwortet auf Manolios
    > Aber wir würden es im Preis trotzdem spüren, und genau DAS
    > wollen die meisten Menschen hier nicht. Geiz wird leider immer
    > noch als "geil" angesehen. Wir sind schuld an der Misere.

    Das Problem ist doch wie immer. Es müsste ein Hersteller den Anfang machen. Dabei müsste er volle Transparenz zeigen und nicht nur Werbebotschaften losschicken.

    Um dennoch konkurrenzfähig zu sein, dürfte er die Preise nur um den Faktor erhöhen, den das ganze auch wirklich mehr kostet.

    Das ist nämlich das ganze Problem, das ich mich "Fair Trade"-Produkten habe. Löhne im Ursprungsland machen den absolut geringsten Teil eines Verkaufspreises im Westen aus. Es ist einfach nicht richtig, uns Fair Trade zum doppelten Preis anzudrehen.

    Es gibt Verbraucher, für die ist Geiz nicht geil. Es gibt mehr von denen als Du denkst. Aber veraftern lassen die meisten sich eben davon nicht.

    Eine Markenjeans kostet in Entwicklungsländern weit unter einem Euro an Lohnkosten. Erzähl mir nicht, man könnte keine guten Preise machen, wenn man die Lohnkosten verdreifachen würde.

    Fair Trade muss auch fair gegenüber den Kunden sein. Nur so entsteht eine Win-win-Situation.

    Telly
  • 02.12.2012 13:27
    Manolios antwortet auf Telly
    Benutzer Telly schrieb:

    >
    > Es gibt Verbraucher, für die ist Geiz nicht geil. Es gibt mehr
    > von denen als Du denkst.

    Klar, es gibt sie, dennoch würde ich umformulieren: Es gibt weniger von ihnen, als Du denkst! Vor allem im Zeichen der Krise. Die Krise bringt leider auch schlechte Eigenschaften des Menschen zum Vorschein, ähnlich dem Krieg. Geiz, Egoismus etc. sind treue Weggefährte in Krisensituationen. Vor Nächstenliebe triefende Hollywood-Szenarien bleiben leider der Leinwald vorbehalten.

  • 02.12.2012 13:38
    Telly antwortet auf Manolios
    > Klar, es gibt sie, dennoch würde ich umformulieren: Es gibt
    > weniger von ihnen, als Du denkst! Vor allem im Zeichen der
    > Krise. Die Krise bringt leider auch schlechte Eigenschaften des
    > Menschen zum Vorschein, ähnlich dem Krieg. Geiz, Egoismus etc.
    > sind treue Weggefährte in Krisensituationen. Vor Nächstenliebe
    > triefende Hollywood-Szenarien bleiben leider der Leinwald
    > vorbehalten.

    Ich widerspreche da gar nicht. Nur auf mein Jeans-Beispiel gehst Du leider nicht ein.

    Es geht schlicht um die Masse, die den Gewinn bei den Herstellern ausmachen! Ob ein Smartphone aber nun hier 10 oder 20 Euro mehr kostet, würde vielen wirklich nichts ausmachen - wenn sie denn Vertrauen darin haben könnten, dass die 10 Euro bei den PRODUKTIONSMITARBEITERN ankommen.

    Bei netto gibts seit Jahren die Milch, die 10-Cent mehr kostet und die an die Landwirte gehen sollen.

    Warum hat hier noch kein Verbrauchermagazin getestet, ob das so stimmt??? Wozu leisten wir uns die ganzen öffentlich-rechtlichen, wenn sie sowas nicht mal überprüfen?

    Ich würde die 10 Cent gerne zahlen! Aber nicht für noch mehr Profit bei den Abfüllern! Es darf eben nicht nur ein Werbegag sein! Transparenz ist wichtig! Das Fernsehen einladen, die dann auch mit Landwirten sprechen etc. Dann funktioniert das auch.

    Telly
  • 02.12.2012 17:34
    mersawi antwortet auf Telly
    Ja die Milch und die armen deutschen Bauern...
    Den deutschen Bauern geht es gut sehr gut.
    Keiner zwingt den Bauer seine Milch zu derzeitigen Konditionen zu verkaufen.
    Eine durchschnittliche Kuh gibt am Tag mindestens 2 mal 10 Liter .
    Also 20 Liter mal ca 20 Cent Abnahmepreis.
    Macht 4 euro .
    Sagen wir der Bauer hat 100 Kühe macht das 400 euro pro tag.
    Weil ich nett bin ziehe ich 200 euro pro Tag ab fuer Futter,energie,tierarzt usw.
    Bleiben 200 euro mal 30 Tage.
    Hat der Bauer 6000 euro pro monat.
    Paßt
  • 02.12.2012 20:54
    2x geändert, zuletzt am 02.12.2012 20:56
    Manolios antwortet auf Telly
    Benutzer Telly schrieb:
    >
    > Ich widerspreche da gar nicht. Nur auf mein Jeans-Beispiel
    > gehst Du leider nicht ein.


    Ja, und zwar weil ich diese idealistische Sicht der Dinge seit Jahren abgelegt habe. Sicherlich wäre es möglich, die Jeans immer noch zu einem akzeptablen Preis anzubieten, auch wenn der Arbeiter dreifach verdient, es wäre generell alles Erdenkliche nöglich, nur wird es nie passieren. Warum? Weil die Gier der Menschen, der Konzerne uns allesamt in den Abgrund fahren wird. Die Textilindustrie ist das weitaus kleinere Übel; was mit unserer Nahrung passiert, DAS wird und hat bereits jetzt enorme Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung, vor allem die der Geringverdienenden. Die werden, wenn man so will, von der Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie bewußt krank gemacht oder krank gehalten... :) Man spielt fröhlich und ahnungslos auf der Klaviatur der Evolution, wenn man so viel, in der Hoffnung, dass einige falsche Töne wohl nicht gleich eine Katastrophe auslösen werden. Nur hat die Natur absolutes Gehör, fürchte ich.

    Wenn man andererseits ie Situation in den armen und sog. Dritte-WElt-Ländern betrachtet, wird man vor so viel Absurdität krank im Kopp. Der Mensch wir des nie lernen, es braucht erst einmal einen richtigen Dämpfer, einen Schock, von dem sich nur noch wenige erholen können;etwas , das die Menscheit wach rüttelt, einen Neustart sozusagen. Bis dahin wird fröhlich so weiter gemacht, wetten?

    Ohje, dabei wollte ich mich nicht schon wieder aufregen... :)
  • 02.12.2012 22:38
    Telly antwortet auf Manolios
    Benutzer Manolios schrieb:

    > Ohje, dabei wollte ich mich nicht schon wieder aufregen... :)

    Och mach ruhig. Im Grunde hast Du ja Recht.

    > Benutzer Telly schrieb:
    > >
    > > Ich widerspreche da gar nicht. Nur auf mein Jeans-Beispiel
    > > gehst Du leider nicht ein.
    >
    >
    > Ja, und zwar weil ich diese idealistische Sicht der Dinge seit
    > Jahren abgelegt habe. Sicherlich wäre es möglich, die Jeans
    > immer noch zu einem akzeptablen Preis anzubieten, auch wenn der
    > Arbeiter dreifach verdient, es wäre generell alles Erdenkliche
    > nöglich

    Immerhin gibt es dieses 10-Cent-Beispiel! Nur allein es fehlt mir der Glaube, dass die wirklich da ankommen, wo es laut Versprechen ankommen soll. Daher mein Aufruf, dass mal zu überprüfen!

    Telly
  • 01.04.2013 00:13
    mediahead antwortet auf Beschder
    Ein Hersteller ist ein ein UNTEREHMEN, welches per se keine Moral besitzt, sonder zuerst ausschliesslich der Gewinnmaximierung verpflichtet ist. Moral oder Ethik erhält es erst durch seine Mitarbeiter, hier vor allem: Führungskräfte. Insofern wird KEIN Unternehmen zusätzliches Geld für Arbeitskräfte ausgeben, solange dies nicht mindestens einen kalkulierbaren Image-Gewinn und darüber dann wieder mehr Umsatz bringt...

    Aber davon mal ganz abgesehen: "Schuld" an der "Sklavenarbeit" ist der Konsument zwar nicht ursächlich, dennoch is er aber derjenige in der aktuellen Gleichung, der den ersten Schritt zu tun hat, um die Produktionsbedingungen solcher Geräte zu verbessern. Wir dürfen halt alle nicht mehr im gewünschten (= vorausberechneten) Maße auf die Marketing-Massnahmen anspringen. Auf Deutsch: Weniger kaufen.

    Überlegt mal: Wenn alle Welt statt ein- bis zweimal in 2 Jahren nur alle drei Jahre einmal ein neues Smartfon kauft, so geht es keinem von uns auch nur einen Tacken schlechter, es bedeutet aber einen weltweiten Umsatzverlust von über den Daumen gepeilt 50%. Wenn man dann noch publik macht, dass man - in geringerer Kauffrequenz natürlich - durchaus gewillt ist, bis zu 50% mehr PRO GERÄT auszugeben sofern Produktionsbedingungen, ökologische Verantwortung etc. stimmen (also die Margen pro verkaufter Einheit sinken), dann kann das ganze System eventuell verlangsamt und damit menschlicher gemacht werden. Auf einen Anstoß seitens der Hersteller könnt ihr lange warten.
  • 01.04.2013 10:55
    Telly antwortet auf mediahead
    > Wenn alle Welt statt ein- bis zweimal in 2 Jahren nur alle drei Jahre einmal ein neues Smartfon kauft

    > Auf einen Anstoß seitens der Hersteller könnt ihr lange warten.

    Mein Nokia E90 ist von 2007. Mein Nokia Lumia 620 ist neu.

    Dazwischen gabs bei mir nur ein Nokia C2-00 Dual-SIM.

    Du und ich machen also schon mit. :-)

    Telly