Benutzer guidod schrieb:
> genug rumgequatscht,
> bloss ein wenig kritik zum marketing-freundlichen
> ton des artikels. Der ansonsten ja recht gut ist.
>
Deine technische Einschätzung ist zweifellos richtig. Das sind eben die Unterschiede zwischen Digital und Analog. Die Vorteile des Digitalen überwiegen aber bei weitem.
Beim Stichwort "Gleichwellennetz" sind dann aber auch die vermeintlichen Nachteile wettgemacht. Mit Digital-AM können mehrere Sender ein Programm auf der gleichen Frequenz abstrahlen, ohne daß (wie bisher) die Sender sich gegenseitig stören würden. Mit vielleicht zehn Sendestandorten könnte man so ganz Afrika mit einem Programm versorgen, das überall mit dem billigsten Digital-AM-Radio gut empfangbar ist. Analog hingegen kann innerhalb der (Über)Reichweite nur ein Sender auf einer Frequenz senden. Will man die Reichweite vergrößern, brauchte man bisher mehrere Frequenzen (wie bei UKW). Leider mangelt es weltweit an freien Frequenzen, was so die Reichweite indirekt begrenzt oder unerschwinglich macht.
Führt AM (Mittelwelle) heute in Europa ein Nieschendasein (viele Rundfunkanstalten gaben ihre AM-Frequenzen zurück), wird in Zukunft besonders auch wieder die Mittelwelle für viele Rundfunkveranstalter interessant sein. Im Moment stimmt das Verhältnis von Kosten und erreichbaren Hörern nicht - in Zukunft wird dies jedoch genau andersherum sein. Mit einem Sender ist es demnächst möglich, in guter Qualität ganz Europa zu versorgen. Aufwand und Nutzen sind optimal. Auch darum hat sich der Trend verändert - denn die ersten (kommerziellen) Rundfunkveranstalter lassen sich bereits neue AM-Frequenzen zuteilen. Was früher ein Ladenhüter war, wird in Zukunft wieder "Goldstaub" sein.
Meine Prognose: Digital-AM wird in vier Jahren DER RENNER in der Radiowelt sein. Wer will mitwetten... ?