Benutzer KeksWW schrieb:
> OK, diese Produktions- und Vertriebskosten mögen ja bei kleinen
> Labels so sein, aber nicht vergessen, was ich anpranger sind
> eben die großen, die eben zu groß sind um wirtschaftlich zu
> sein und dem Kunden versuchen vorzuschreiben was er toll finden
> soll.
naja, die grossen labels (also die majors) haben eh eigene presswerke und vertriebs-departments.
aber wer schaut denn auf eine CD und entscheidet danach wieviel er bezahlt?
Nach dem motto - Major label, darf max 10 kosten, indie, da azahl ich auch mal 15 für? macht niemand....im egenteil, indie cds werden immer günstiger angeboten weil die bands kleiner und unbekannter sind...
Daher auch das aussterben der Single, eben weil auf
> Singles immer das ausgekoppelt wurde was die Plattenfirma für
> Chartfähig hällt (und was neben dem Album noch zu mehreinnahmen
> führen soll), nur blöd das daß eben nicht immer aufging, weil
> der Kunde -siehe da- ganz andere Lieder auf einem Album toll
> fand, die dann im Radio gewünscht und hoch und runter gedudelt
> wurden und DANN erst als Single ausgekoppelt wurden.
das auszuführen wird jetzt etwas zu kompliziert. sagen wir Dein ansatz ist nicht grundsätzlich falsch, aber da steckt doch etwas mehr dahinter.
wobei ICH es persönlich auch anders handhaben würde, aber die maschinerie ist tw. einfach zu schwerfällig was vorläufe angeht. man plant immer gut 6 - 12 monate im voraus bei gewissen themen, alleine der promo-vorlauf ist mehr als 3 monate....
>
> Glaubst du wirklich das große Plattenfirmen 1,50 pro CD ans
> Presswerk bezahlen?! Das is ja wucher!!!
> Dann sollte ich wohl mal ein Presswerk gründen...
machs lieber nicht, es gibt nämlich immer weniger kunden mit immer weniger volumen. die preise sind hier arg gestiegen, leigt a) am rohölpreis (bestandteil der cd ist aus öl hergestellt) und zum anderen daran dass einfach die volumen sinken und die presswerke ihre kosten trotzdem decken müssen.
und die produkte werden meiste "dicker" und schöner - also booklet 16 seiten usw. - das ksotet alles mehr.
oder digipaks - die kann man nicht mal standarisiert machinell konfektionieren!
>
> Und zum Thema Geiz ist Geil, in wirtschaftlich schwachen Zeiten
> muss man eben kosten optimieren, wenn man das nicht kann, muss
> man sich nach anderen, lukrativen Vertriebswegen umschauen und
> diese effektiv nutzen.
> Und auch da hat die Musikindustrie gepennt.
da haste leider recht....bzw. nicht die industrie selber, auch die anbieter von lösungen waren da sehr sehr lahm. ich weiss das noch ganz gut weil ich auf der popkomm 1999 - damals war ISDN schon rasend schnell - versucht habe auf das thema bei entsprechenden anbietern mal abzuklopfen....fehlanzeige...
> Als Napster aufkam, hätte man den weg gehen sollen das Internet
> nicht zu verteufeln, sonder man hätte eine Platform aufbauen
> sollen die dem Kundenwunsch gerecht wird.
das problem ist nicht so einfach zu lösen.
a) musste die labels erst die rechte einräumen lassen, sprich mit JEDEM künstler den vertrag erweitern
b) abrechnungsproblematiken
c) territoriale verpflichtungen umsetzen 8sprich, man hat nur die rechte in G/A/S zu verkaufen, wie hält man dann kunden aus den USA fern? Denn Usa Rechte nimm ein anderer wahr?
Du siehst, es ist nicht alles "ganz easy" - da sind ganz viele kleine rechtliche Punkte zu beachten.
> Der Kunde wünscht kostenlose Musik aus dem Internet -also muss
> man eben gucken wie man die Lizenzkosten durch Werbung
> refinanziert (so machen es die Radiosender ja auch wenn ich
> dich richtig verstehe). Nur das der hiesige Kunde eben heute
> nicht mehr auf Kassette aufnimmt, sondern sich ein MP3 runter
> lädt...
das problem ist anders: Kasette = keine 1:! kopie. das dingen war irgendwann durch.
heute "hält" ein MP3 1000000000000 generationen vervielfältigung durch...
und durch webrung finanzieren ist auch nicht so einfach. glaub mir, die wege wurden alle versucht umzusetzen. aber auch da gibt es sehr viele lizenzrechtliche dinge zu beachten!
> Wichtig ist dem Kunden das er schnell, kostengünstig oder
> kostenlos an gute und aktuelle Musik kommt die er sich selbst
> aussuchen kann...
> Und wenn ihm die Musikindustrie das nicht bieten kann, dann
> lädt er es eben im Internet runter...
naja, die musikindustrie bietet ihm die Musik selber aber erst an....denn zur musikindustrie gehört nunmal auch der künstler, urheber, studio uswuswusw....nicht nur das label!
>
> grüße
>
>
>
>
>