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Diskussionsforum

Forum zu:  UMTS - Segen oder Sargnagel?
Kommt UMTS wirklich in 2002?
UMTS: Telefonkonzerne haben dazugelernt
Thread:  100 Milliarden - wirklich für UMTS ?
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Beitrag:  5 von 14  [ < ][ > ]
Name:  jofi
Datum / Zeit:  14.11.2000 20:58

Beitrag:
Man sollte zwischen den Auktionskosten und den Investitionskosten zum Aufbau des Netzes unterscheiden.
Zunächst zu den Investitionskosten: Hier stellt sich, wenn man etwas länger darüber nachdenkt, eigentlich nicht die Frage, wozu UMTS, wo man die anderen Mobilfunknetze schon hat. Es ist doch nicht so, daß das Internet und Multimedia über Nacht vom Himmel gefallen wären. Man konnte sich schon vor Jahren ausrechnen, welche Datenübertragungsraten man für Multimedia-Anwendungen mindestens braucht. Ich meine die Frage lautet daher: Warum Milliarden (die reinen Netzaufbaukosten und die Probleme sind bei GSM und UMTS so verschieden nicht!) in eine veraltete Technik investieren, die, überspitzt gesagt, es ermöglicht, daß ein Haufen Teenies mit Handy herumlaufen und Gespräche in der Art "Hallo, hallo, ich bin hier, wo bist du?" führen, die aber bei anspruchsvolleren Anwendungen mit höherer Datenübertragungsrate versagen muß?

(Das gleiche gilt nebenbei bemerkt für ISDN: zwei Leitungen hätte man auch, wenn man einen zusätzlichen Analoganschluß machen läßt. Daß das teurer ist, ist ja nur von der Telekom so gemacht. Und die alte Werbung, wie blitzschnell man mit ISDN durchs Internet rast? - Da hatte ich immer das Gefühl, man muß sich an seinem Stuhl festschnallen, damit man nicht fortfliegt.)

Nein - abwarten und wenn die Zeit reif ist, in die zukunfstfähige Technik investieren statt Milliarden zu verschwenden, ist sicher besser. In einem freien Markt ist es aber letztlich ein Problem der konkurrierenden Unternehmen wie sie ihre Mittel investieren - sie wollen ihre Produkte bzw. Dienstleistungen dann ja auch verkaufen.

Jetzt aber zum entscheidenden Punkt hier und der liegt in den Auktionskosten(!), womit der Artikel richtigerweise anfängt. Die 100 Milliarden waren definitiv viel zu viel - keine Frage. Und diese Kosten sind rein staatlich verursacht und haben mit notwendigen Investitionskosten nichts zu tun! Es ist ganz klar zu befürchten, daß der Verbraucher dafür am Ende zahlt und sei es nur dadurch, daß er UMTS eben nicht bekommt :-(((

Nun muß man aber auch dazu sagen, wie diese Auktionskosten zustande kamen.
Ja Herrschaftszeiten - wo gibt es denn so etwas, daß bei einer Auktion der Veranstalter gleichzeitig mitbieten darf? (Wozu eigentlich überhaupt eine Auktion?)
AGs sind nunmal ihren Aktionären verpflichtet. Getreu dieser Verpflichtung hat die Telekom lustig immer höher geboten (Mehr als zwei Frequenzblöcke hat sie nicht bekommen, das war aber auch nicht das Ziel, weil das von vornherein nicht zu erreichen war. Es hätte ja nicht einfaches Überbieten eines Konkurrenten gereicht, sondern man hätte für drei F-blöcke bezahlen müssen, also um einige Milliarden überbieten müssen, wobei der schwächste(!) Bieter die span. Telefonica war!), mit dem Ergebnis, daß 100 Milliarden in die Kasse des Hauptaktionärs der Telekom = Staat = Auktionsveranstalter gespült wurden. Ein schöner Ausgleich für den Kursverlust der Aktien wegen der zu hohen UMTS-Kosten - die Aktionäre der anderen AGs hatten den nicht.

Auf MobilComs Klage gegen die Auktion hat dann der Chef der RegTP = Staat allen Ernstes behauptet, mit der Auktion sei alles in Ordnung gewesen (heißt der tatsächlich Scheuerle oder so ähnlich? Weiß ich jetzt nicht mehr.).
Rein juristisch gesehen kann das durchaus auch noch richtig sein.
Aber nach gesundem Menschenverstand sicher nicht, denn dann würde BRD für "Banana Republik" stehen und das tut es ja nicht - oder doch?

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· RE: 100 Milliarden - wirklich für UMTS ? Devil_MC 14.11.2000 21:49

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· 100 Milliarden - wirklich für UMTS ? jofi 14.11.2000 20:58
.· RE: 100 Milliarden - wirklich für UMTS ? Devil_MC 14.11.2000 21:49

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre