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Thread:  Nachvollziehbar
  12 von 19  [ < ][ > ]
Beitrag:  34 von 52  [ < ][ > ]
Name:  Christian_Wien
Datum / Zeit:  28.12.2009 16:13

Beitrag:
Benutzer MarcoK schrieb:
>
> Da liegt es aber an der Faulheit der Betreiber, dass Marketing
> in fremde Hände legen. Wenn man sich selbst um die Vermarktung
> kümmert, wird man solche Probleme niemals bekommen und kann
> auch gezieltere Werbung schalten. Dazu gibt es dann noch
> höhere Einnahmen, da ja die Provision der Drittfirma
> entfällt. Liegt also definitiv am Seitenbetreiber.
>

Natürlich liegt es am Betreiber der jeweiligen Seite.
Die "Großen" wie z.B. Online-Zeitungen haben natürlich kein Problem, über ihre Anzeigenabteilingen auch Online-Werbung zu vermarkten und zu realisieren.

Jeder "kleine" Anbieter, der sich mit Werbung etwas dazuverdienen will, wird dies aber kaum sinnvoll können.
Einerseits, da der Aufwand dafür wohl höher als jener für die eigenen Inhalte wäre und andererseits wäre er dabei einigen wenigen Werbeinserenten ausgeliefert.
Es ist ja gerade der Sinn dieser Werbenetzwerke, daß die sich auf die Vermarktung und Bereitstellung der Werbeformen spezialisieren und dadurch die Integration in die Webseiten des Vertragspartners erleichtern und auch eine größere Verbreitung (und damit höhere Einnahmen) zu erzielen.


> Und selbst bei den ganzen Werbenetzwerken, kann man ebenfalls
> manuell Werbung akzeptieren. Ist also wirklich nur die reine
> Faulheit einiger Betreiber.
>

Da müßte der Werbenetzwerk-Betreiber jedes einzelne Banner, Script, Flash und jede verlinkte Webseite vorher prüfen, was zum Teil jetzt schon geschieht.
Du kannst aber dabei trotzdem nicht verhindern, daß Webinhalte später von Internet-Kriminellen, die Werbung zur Verbreitung von Malware buchen, ausgetauscht werden.
Da müßte der Werbenetz-Betreiber alle Inhalte statisch machen und diese nur auf seinen eigenen Servern vorhalten, was sowohl aus Flexibilitäts- als auch Kapazitätsgründen (sowohl technisch als auch personell) nicht möglich bzw. sinnvoll ist.
>
>

> Damit erschleichst du dir aber die Leistungen, die eigentlich
> durch die Werbung
> (teil)finanziert werden sollen. Abgesehen davon, wenn Seite XY
> schon irgendwelche "
> schlimme" Werbung oder Skripte am Laufen hat... wird der
> Content nicht viel anders sein...
>
>
Wer mit Werbung übertreibt, muß eben mit Gegenmaßnahmen der Surfer rechnen.
Erschleichen ist etwas übertrieben; schließlich sind die Inhalte öffentlich ohne Anmeldung zugänglich.
Kann es sein, daß du im Bereich Werbung/Musik/Rechteverwertung tätig bist, da deine Argumentation in einigen Bereichen päpstlicher als der Papst ist?!

>
> Der Mehrwert ist ja schon da - im Gegensatz zu einer Zeitung,
> kann man den PDA/das
> Mobiltelefon in die Hosentasche stecken ;) Preisfrage halt.
> Weit günstiger als die
> Printausgabe muss es halt auf jeden Fall sein.

Der persönliche Mehrwert ist sehr relativ.
Ob es zur Akzeptanz der Kostenpflicht reicht, daß man "das PDA/Handy in die Hosentasche stecken kann", wird sich zeigen.
Ich sehe für ein derartiges "Geschäftsmodell" jedenfalls schwarz.



> Preisklasse wie die Jamba-Klingeltöne damals... 4,99 Euro pro
> Woche inkl. Archivzugriff.

Wenn deine Rechnung aufgeht, würden sich die Diensteanbieter sicher sehr freuen.
Jamba ist schließlich mit der Dummheit (zu) vieler Kunden groß geworden und nebenbei ein bekannter Vertreter der treffenderweise bezeichneten "Nutzlosbranche".
Einerseits waren/sind viele geistig überfordert und erkennen nicht, daß sie für einen Klingelton etc. gleich ein Abo abschließen, das (kostenpflichtig) zu kündigen ist, wenn man nicht dauerhaft jede Woche (bzw. 3 Tage) durchschnittlich 5,-- los werden möchte.
Viele merken es auch gar nicht, warum ihr Prepaid-Guthaben ohne besonderes Zutun regelmäßig weniger wird.
Andererseits durchschau(t)en viele nicht, daß der Gegenwert für die happigen (Abo-)Preise äußerst fragwürdig ist und man die meist sehr kurzlebigen Bilder, Töne etc. auch per Datenkabel, Bluetooth etc. kostenlos auf das Handy laden könnte.
Falls sich derartige Geschäftsmodelle dan ausreichend "DAUs" weiterhin rentieren, soll es mir zwar recht sein, doch finde ich es demokratiepolitisch bedenklich, falls dem tatsächlich so sein sollte.


> Aber wie ich
> schon geschrieben hatte... selbst bei einem Cent pro Ausgabe
> würde es mehr Raubkopien geben, als echte Abonnenten :(
>
>

Sicher mag es auch Nutzer geben, die auch nur 1 Cent justament nicht zahlen wollen.
Die meisten werden aber bei solch geringen Beträgen zu einer Zahlung bereit sein, weil sich der Aufwand für den Gratisbezug einfach nicht lohnt - ausgenommen natürlich, wenn jeder Minipreis nur als Vorwand dient und für eine komplette bzw. sinnvolle Nutzung letztendlich wieder der "Normalpreis" erzielt werden soll.


>

> Das müssen dann aber wirklich unseriöse Firmen sein, die 50%
> Rabatt anbieten. Schaut
> man sich die großen Anbieter an, bieten die "gerade
> mal" ein paar Euro oder maximal 20%
> auf die Grundgebühr oder ähnliche vergleichbare Rabatte an.
> Vodafone wäre da nur ein
> Beispiel. Selbst der PDA Hersteller Palm bietet mittlerweile
> gar keinen Presserabatt
> mehr. Welche Anbieter bieten denn bitte 50% Rabatt an?

Schaue dich halt mal auf den einschlägigen Seiten um.
Die meisten zeigen - aus Diskretionsgründen und um unangenehme Forderungen "Normalsterblicher" zu vermeiden - die unangenehmen Wahrheiten inzwischen erst nach Registrierung bzw. Nachweis des Journalistenstatus.

Beispielhaft kann ich dir z.B. die ARD-Seiten
http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/ethik_journalismus/presserabatte108.html
und
http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/ethik_journalismus/zapp2970.html
anführen, wenn du es nicht glauben willst.

>
>

>
> Da muss ich die Plattenfirmen aber in Schutz nehmen. Die
> Nachfrage nach
> ungeschützen MP3s war da -> und nun bietet fast jeder diese
> zum fast-kostenlos
> Preis an. 99 Cent ist doch ein Witz für ein 3 Minutenlied.

Weil eben die Kunden den DRM-Ramsch links liegen gelassen haben, wird nun teilweise auch DRM-Freies angeboten.
99 Cent sind aber - tatsächlich - ein Witz!
Allerdings insofern, daß dies auch in etwa der Normalpreis ist, wenn man den Preis vom Album-Preis umrechnet.
Das ist aus Kundensicht Nepp und macht bestenfalls dann Sinn, wenn man ohnehin nur an 1-2 Songs eines Albums Interesse hat und die restlichen nicht will.

Wenn ich hingegen alle Songs des Albums will, dann zahle ich für's Herunterladen in etwa den gleichen Preis, wie wenn ich das Album im Handel kaufe - da habe ich aber CD, Hülle + Booklet dabei, beim Herunterladen aber nicht!

> Wieso wird dann weiter raubkopiert bis zum Umfallen? Gehen
> diese Leute auch in
> Geschäfte und stecken sich irgendwelche CDs ein? Scheinbar.
> Ich bin da noch
> anders aufgewachsen. Wenn etwas zu teuer ist, gibt es das halt
> nicht.

Dein Vergleich hinkt:
Digitale Musik ist eben nicht dinglich und kann somit auch nicht "gestohlen" werden.
Es haben sich sowohl das Angebot, als auch die technischen Möglichkeiten und die Einstellung zur Musik verändert.

Früher gab es halt nur durchschnittlich alle 1-2 Jahre eine neue LP oder Cassette, zwischendurch vielleicht mal eine Single und weitaus weniger Möglichkeiten als heute, Musik "nebenbei" zu hören.
Da hat man halt immer (oft auch abwechselnd im Freundeskreis) die neue LP/Cassette gekauft, die im Vergleich zur heutigen CD, die längst weitaus billiger zu produzieren ist, sogar preiswerter war.
Natürlich wurde früher auch auf Cassetten "raubkopiert", nur war dies halt aufwendiger und die Gier war bei den Rechteverwertern noch nicht so extrem vorhanden.
Heute gibt es einerseits viel mehr "Künstler" als früher, die noch dazu oft mehrmals im Jahr CDs veröffentlichen.
Andererseits wird Musik oft "nebenbei" konsumiert.
Beide Faktoren bedeuten, daß man heutzutage ein Vielfaches für Musik ausgeben müßte als früher.
Dazu kommt noch, daß das angebliche Interesse an den Künstlern leider nur vorgeschoben ist.
Die bekommen nämlich den geringsten Anteil an den Einnahmen der Rechteverwertungsmafia. (Weltstars wie z.B. Metallica, Madonna etc. ausgenommen)
Da werden sogar noch aus den alten Zeiten der LPs Prozente für Bruch etc. von den Tantiemen abgezogen, obwohl dies bei CDs und Downloads natürlich längst nicht mehr zutrifft.
Vor einigen Wochen gab es sogar einen Bericht, daß Künstler von den Rechteverwertern für 3 Alben über 5 Jahre Downloadverkauf heiße 62,47(!) Dollar erhalten haben.
Da kann man bestens sehen, wer WIRKLICH daran verdient bzw. verdienen will.
Daß Künstler etwas verdienen sollen und von ihren Werken leben können müssen/sollen ist unbestritten.
Allerdings kann ich als "normaler" Arbeitnehmer auch nur eine geleistete Arbeit 1x verkaufen und nicht ("automatisch" im Hintergrund) mehrfach und über Jahrzehnte hinweg.
Aus diesen Gründen ist es daher logisch und nachvollziehbar, daß die Kunden sich nicht mehr ausnehmen lassen wie Weihnachtsgänse.
Einerseits verdienen sie selber oft weniger als früher, Musik ist häufig zur Hintergrundberieselung verkommen, nur die Gier der Manager und Rechteverwertungsmafia, welche natürlich weiterhin sich ihre saftigen Gehälter, neue Luxuskarossen etc. leisten wollen, wollen dies natürlich nicht einsehen.
Ein Kampf gegen potentielle Kunden läßt sich aber längerfristig - genauso wie Vietnam bzw. Afghanistan - nicht gewinnen.

> Das
> kann ja sogar die Klingeltongeneration aufbringen.

Gerade die von dir angesprochene Klingeltongeneration zeigt die Dekadenz auf, mit welcher bestens Kasse gemacht werden kann.
Demnach sind ja gerade (zu) viele bereit (auch wenn sie es gar nicht wissen bzw. wahrhaben wollen), für quasi Nutzloses hohe Preise zu zahlen.

> Dann einfach keine
> CD / keine MP3 kaufen.

Diese Schwarz-Weiß-Ansicht ging noch, als es noch keine Digitalisierung und die damit verbundenen - auch für Otto Normalbürger verfügbaren - technischen Möglichkeiten gab.
Diese Zeiten sind längst vorbei, nur die Rechteverwertungsmafia agiert so, als würden Pferdefuhrwerker, Flößer, Telegraphenbetreiber, etc. heute ein Verbot bzw. Einschränkungen von LKWs, Autos, Autobahnen etc. verlangen.

>
> Die Alben bekommt man aber für weit günstiger als 15 Euro im
> Netz.

Das ist aber eine seltene Ausnahme - vielleicht bei einem günstigen, ausländischen Versandanbieter und wenn das Album schon ein paar Jahre auf dem Markt ist.


> zugreifen, weil das heute halt die "Ich will alles
> gratis" Generation ist.

Das haben sich die Unternehmen aber zum Teil selbst zuzuschreiben.
Andererseits gibt es heutzutage - wie ich schon beschrieben habe - ein viel größeres Angebot (nicht nur an Musikprodukten) als früher, die verfügbaren Einkommen sind aber nicht im selben Umfang gewachsen.
Daher ist es nur logisch, daß die neuen technischen Möglichkeiten eben zum Vorteil der Konsumenten genutzt werden.
Die Unternehmer finden schließlich auch nichts dabei, Subventionen mitzunehmen, die Belegschaft mit dem Arbeitsplatzargument zum Verzicht auf Gehaltsbestandteile zu bewegen und dann trotzdem die Produktion in den (fernen) Osten zu verlagern.


>
> Noch... bald wird aber auch die Konkurenz nicht mehr in der
> Lage sein, die Dienste kostenfrei
> anzubieten. Noch verdienen z.B. Zeitungen gutes Geld mit den
> Printausgaben. Was, wenn diese
> aber in 10 Jahren komplett wegfallen? Dann muss im Netz Geld
> verlangt werden. Kostenlos kann
> das niemand anbieten, dafür sind die Ausgaben (Bilderrechte,
> Redaktionskosten, Agenturkosten
> und und und) einfach zu hoch. Und nur durch Schaltung von
> Werbung kann man seit Jahren nicht
> mehr reich werden.
>

Wenn die Zeitungen Qualität bringen würden, wäre dies verständlich.
Leider gibt es heute so gut wie überall nur mehr "politisch korrekten" Einheitsjournalismuns, der 1:1 das bringt, was die Nachrichtenagenturen liefern. Sogar die Rechtschreibfehler werden, "copy & paste" sei Dank, mit übernommen und fallen nicht auf.
Eigene Leistung, Recherche, kritische Berichte etc. sind Fehlanzeige.
Da ist es ja klar, daß ich mich als zahlender Kunde verar*scht
vorkomme und ein etwaiges Abo kündige.
Da reicht es wohl aus, wenn man die GEZ-Gebühren zahlt und kann sich die Zusatzinformation (bzw. vielmehr Lügen und Halbwahrheiten) direkt online von den Nachrichtenagenturen bzwn online von den abschreibenden Zeitungen holen.

> SMS für 20 Cent ... und
> und und. Vielleicht ist
> aber das aktuelle Tagesgeschehen auch weniger wert als eine
> SMS...

SMS lassen sich aber auch billiger übers Internet etc. verschicken bzw. sind in bestimmtem Umfang kostenlos in der monatlichen Grundgebühr enthalten.
Natürlich gibt es aber auch hier jene Klientel an Kunden, welche unkritisch Unmengen an teuren (und wenig sinnvollen) SMS an Gott und die Welt verschickt.

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Beiträge in diesem Thread:

· Nachvollziehbar MarcoK 16.12.2009 15:34
.· RE: Nachvollziehbar achetaton 16.12.2009 21:34
..· RE: Nachvollziehbar MarcoK 25.12.2009 14:14
.· RE: Nachvollziehbar Christian_Wien 23.12.2009 12:43
..· RE: Nachvollziehbar MarcoK 25.12.2009 14:13
...· RE: Nachvollziehbar Christian_Wien 26.12.2009 22:54
....· RE: Nachvollziehbar MarcoK 27.12.2009 14:03
.....· RE: Nachvollziehbar Christian_Wien 28.12.2009 16:13

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Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre