Benutzer MarcoK schrieb:
> Kann man ja durchaus nachvollziehen.
>
> Werbepreise sinken und immer Nutzer mehr benutzen
> standardmässig Werbeblocker. Die Idee ein
> "Grundangebot" kostenlos anzubieten und alle
> "weitergehenden Informationen" dann nur noch
> kostenpflichtig ist doch nur fair.
>
Daß heutzutage ein Surfen ohne Ad- und Scriptblocker fast unmöglich und außerdem risikoreich geworden ist, haben sich die Webseitenbetreiber selbst zuzuschreiben.
Zu viele glaub(t)en, mit Werbung reich werden zu müssen.
Da überwiegt (und überdeckt) häufig die Werbung den Nutzinhalt und nebenbei wird versucht, via Werbebanner bzw. Flashanimationen Malware an Surfer zu verbreiten, weil die Anbieter von Werbedienstleistungen an Kontrollen nur mäßiges Interesse zeigen, da diese nur Aufwand + Kosten, aber keine zusätzlichen Einnahmen bringen.
Da bei der Begründung für das Bezahlen immer wieder das Qualitätsargument kommt:
Qualitätsjournalismus gibt es schon lange nicht mehr.
Heutzutage haben wir journalistischen Mainstream.
Alle schreiben ("copy & paste" sei Dank) nur bei den Agenturen ab und
bringen "political corrrecten" Einheitsbrei.
Kritik und das Aufzeigen von Mißständen wird dabei möglichst
vermieden, schließlich will man seine weitere Karriere, Pfründe und Nebeneinnahmen von guten (Anzeigen-)Kunden nicht aufs Spiel setzen.
Das Einzige, was Journalisten heutzutage interessiert, sind die mit ihrem Beruf verbundenen Vorteile und Pfründe:
Möglichst mindestens 50% Journalistenrabatt quer durch alle
Lebensbereiche, Einladungen mit kostenlosem Buffet, kostenlose
Nutzung von Produkten und Gütern, über die anschließend berichtet wird, als Tagungen und Fachvorträge getarnte Urlaubsreisen auf Kosten von Firmen und Konzernen, welche sich dadurch wohlwollende Reportagen kaufen, die in Wirklichkeit aber Werbepropaganda sind, für die der Leser auch noch bezahlt.
Bezahljournalismus ist der zum Scheitern verurteilte Versuch dem
Konsumenten jeden Furz extra teuer verrechnen zu wollen.
Genauso wie die Rechteverwertungsmafia überrascht ist, daß ihre
potentiellen Kunden ihre (meist auch noch DRM-verseuchten) digitalen Werke links liegen lassen, wenn diese kaum weniger als das Album/Video kosten, wobei der Kunde dazu auch noch für Traffic und Speichermedium aufkommen muß und nicht einmal ein Booklet etc. bekommt.
Das Gleiche gilt für Online-Medien.
Wenn ich zahlen will, kann ich mir gleich die Printausgabe kaufen.
Die kann ich z.B. auch in der U-Bahn oder am Klo nutzen, was mit der Online-Version nur schwer möglich ist.