Benutzer spaceman schrieb:
> > Man wird ja nicht völlig ohne Grund überwacht...
> Je mehr überwacht wird, desto eher wird das auch bei
> Routineuntersuchungen eingesetzt. Die Hemmschwelle wird Stück
> um Stück heruntergefahren.
> > > Und wer nichts zu verbergen hat, dem geschieht
> > ja auch nichts...
> Schäuble 2.0 ?
> Solche Aussagen würden voraussetzen, dass man dem Staat 100%
> vertrauen könnte. Nur besteht der Staat nicht aus Maschinen die
> immer die richtige Entscheidung treffen und nicht nach
> Materiellem/Macht streben.
> Zudem, wieso sollte ich einem Staat trauen, der es in den
> letzten 4 Jahren nicht zustande gebracht hat ein
> _verfassungsmässiges_ Gesetz zum Thema Terrorismus zu erlassen?
> Stattdessen kritisiert der (eigentlich) oberste
> Verfassungshüter dieses Landes die Verfassungsrichter weil
> diese seine Gesetze so nicht aktzeptieren können/dürfen.
> Wer 5 Sekunden drüber nachdenkt, sollte merken, dass es einige
> Politiker mit Ihrem Amts-Eid nicht so genau nehmen (=brechen).
> Genau so sehe ich das auch.
Manchmal frage ich mich, von wem der Demokratie mehr Gefahr droht, von eingebildeten in der Zukunft liegenden Terroranschlägen oder hier und heute von jetzt handelnden Politikern.
Ein Kabarettist hat mal das (von interessierter Stelle geschürte) Angstgefühl der Bevölkerung vor Terrorismus mit der im Vergleich dazu minimalen Angst, in einem Verkehrsunfall zu Schaden zu kommen verglichen und das den jeweils "erzielten" Toten gegenüber gestellt.
Also ich mache mir über letzteres mehr Sorge, da DIE Wahrscheinlichkeit, persönlich getroffen zu werden, weitaus höher liegt.
> Mag sein. Doch sollte man nicht andauernd die Sympthome der
> Kriminalität bekämpfen, sondern eher die Ursachen. Und genau
> bei den Sympthomen dreht die Politik gerade mächtig auf.
Bisher ist mit allen verschärften Maßnahmen nicht ein Anschlag verhindert worden, denn leider sind die Terroristen nicht so dumm, mit ihren PCs ungeschützt gewisse Bastelanleitungen im Internet auszutauschen oder per Handy Flugpläne abzustimmen.
Sehr wahrscheinlich sogar lassen diverse Wörter hier im Forum viel eher irgendwelche Filterprogramme "anschlagen", als auch nur EINE Kommunikation zwischen wirklich bösen Buben.
Mit Schäubles lächerlichem Trojaner jagt er nicht mal einem auch nur halbwegs Computerkundigem die geringste Angst ein.
Das Ganze bringt nicht mehr, als Abbau der Privatsphäre. Aber vielleicht ist diese Aushöhlung ja der eigentliche Zweck. Mielke wäre den DDR-Bürgern auch möglichst ins Gehirn gekrochen, wenn es möglich gewesen wäre. Vielleicht müssen wir uns alle ja bald einen Chip einpflanzen lassen, natürlich nur zu unserem Besten, damit uns jederzeit schnellstmöglich geholfen werden kann, versteht sich..
> > > Aber das ist wieder typisch Deutsch!
> Richtig, dein Verhalten ist typisch deutsche
> Ja-Sager-Mentalität. Etwas kritisch zu hinterfragen fällt einem
> erst garnicht ein.
Und so geht auch durch Nichtstun und Abnicken die Demokratie langsam den Bach runter, ohne dass es vielen überhaupt auffällt.
Manche glauben, nach dem durch die GG-Väter erreichten Zustand brauche man sich nur zurücklehnen. Auch eine Demokratie ist etwas, das tagtäglich verteidigt werden muss, am sichersten von den Bürgern selbst und nicht von abgehobenen Vertretern.
> Allerdings ist heutzutage Kritik (und sei sie berechtigt) mit
> "pöbeln" gleichgesetzt und wird mit folgender Aussage
> entgegnet:
> "Wenn du nicht für uns bist, bist du für:"
> * Terrorismus
> * Kinderpornographie
> * Antisemitismus
> * ...
>
> -> eines der drei momentan am häufigsten benutzen
> Totschlagargumente um Kritiker mundtot zu machen und die
> Freiheiten des Bürgers einzuschränken.
Genau. Und das ist dann das Ende der Diskussionskultur und wir hätten wieder DDR-Verhältnisse, wo man am besten den Mund hält, um nicht unliebsam aufzufallen.