Benutzer arndt1972 schrieb:
> > Was haben Abzüge durch staatliche Stellen mit der Erziehung der
> > Eltern zu tun?
> > Die Eltern sollte die Kinder dazu erziehen zu arbeiten und zu
> verscuhen selbst für sich zu sorgen.
Und nichts anderes haben sie mit der Ferienarbeit getan.
> Einfach sagen mach nichts,
> andere zahlen ist asozial, nichts anderes!
Nicht sagen, ERFAHREN. Und nun rate mal, woher die Erfahrung kommt, dass sich eigenes Geldverdienen nicht lohnt? Richtig. Genau dadurch, dass das Verdiente zu beträchtlichem Teil wieder abgezogen wird.
Also wie ich schon sagte, hier werden Leute VOM STAAT regelrecht dazu erzogen, dass sich ehrliche Arbeit nicht lohnt. Ist doch wohl das genaue Gegenteil von dem, was eigentlich beabsichtigt war, oder?
Natürlich soll die Förderung auslaufen, wenn die Familie - z.B. durch Antritt einer ausreichend bezahlten Arbeit - wieder auf eigenen finanziellen Beinen stehen kann. Aber es ist wohl nicht im Sinne des Staates, dies durch Ferienarbeit oder Betteln zu tun. Warum wird aber dann DAFÜR abgezogen?
> Natürlich! Was ist denn das für eine Einstellung: ich lasse
> andere für mich arbeiten und zahlen
Hallo! Hört mich jemand? Es ging hier um Ferienarbeit der Kinder. Die HABEN SELBER gearbeitet als kleines Zubrot, oder soll die Familie etwa dies als Verdienstperspektive sehen. Was dann noch fehlt, sollen sie sich erbetteln, oder wie?
> > Ich hab gerechtigkeitsmäßig einfach etwas dagegen, wenn
> > niedrige und hohe Einkommen prozentual gleich herangezogen
> > werden (ähnlich wwie bei der MWSt.), weil DIESES
> > "Gleich" sich eben nicht als gleiche Belastung
> > erweist.
> > Dafür sind ja die Freibeträge da um das auszugleichen!
Ok, dann kannst Du bestenfalls die EKSt. etwas abmildern. Aber das ist nur ein Teil der Gesamtbelastung.
> > Schultern auch mehr tragen sollen (und nicht nur linear,
> > sondern eben progressiv). Natürlich führt das "oben"
> > zu einer Verflachung des Reichtums, aber das ist durchaus in
> > linkem Sinne, weil es dieser unverschämten Spreizung, wie wir
> > sie momentan haben, entgegenwirkt.
> > Die Einstellung teile ich nicht. Jeder ist seines Glückes
> Schmied und JEDER hat die Chance in Deutschland mit Fleiß und
> Engagement viel zu erreichen!
Eben nicht (mehr), wie das Urteil von PISA zeigt. Wenn einer mit einem goldenen Löffel im Mund geboren wurde, ist eben KEINE Chancengleichheit mehr gegeben. Und dessen Eltern können sich dann eben eine teure Privatschule leisten, während der andere, obwohl er vielleicht mehr auf dem Kasten hat, bestenfalls das staatliche Gymnasium "genießen" darf. Bei den Hochschulen geht das dann weiter. Und wer bekommt wohl eher einen guten Job, der Absolvent mit Oxford-Studium oder der von der TU Berlin?
> > Selbst damit haben "die
> > da oben" dann noch immer ein VIELFACHES von dem der
> > "Unteren", daher kann keine Rede sein, dass es sich
> > bis zu einer vernünftigen Grenze dann nicht mehr lohnt. Erst
> > sehr weit oberhalb würde die progressive Belastung dann so
> > stark, dass sich DIESE Einkommen dann wirklich nicht mehr
> > lohnen.
> >
> Dann gehe doch mal mit gutem Beispiel voran: wenn Du so viel
> verdienst wie Du sagst, dann spende doch freiwillig Deine
> Wunschprogression an soziale Einrichtungen.
Tu ich, wenn ich, wie ich eben schrieb, ein VIELFACHES von den "Unteren" verdiene. So ganz habe ich es noch nicht geschafft. Ich arbeite noch dran.
> Mag sein daß Du spendest, aber bestimmt nicht in den
> Größenordnungen.
Also da Du ja Prozentrechnung beherrschst: mit Sicherheit prozentual mehr als manch Millionenheimträger.
> > wo berichtet wird, dass sich die Renditen privater
> > Rentenversicherungen im Sinkflug befinden. Wohl dem Land, dass
> > in der aktuellen Krise dann NICHT auf eine kapitalgestützte
> > Rente angewiesen ist.
> >
> Ja, deswegen gilt intelligent vorsorgen, etwas streuen und
> langfristig auch Aktien (= Sachwerte) einbeziehen.
Und das meinst Du gerade in der jetzigen Situation ernst? Da bedarf es aber einer ziemlichen Zeit, bis sich so manche Aktie wieder auch nur in die Nähe ihres Wertes vom letzten Sommer berappelt hat. Schon mal den DAX für die letzten 365 Tage angeschaut?
> > Das versteh ich jetzt nicht. Wenn sich Arge-Mitarbeiter bemühen
> > müssen, qualifizierte Arbeitslose moglichst entsprechend ihrer
> > Qualifikation einzusetzen, wo ist da der Missbrauch?
> >
> Weil die Leute dann nie zu solchen arbeiten rangezogen wurden
> und man immer klagte etc.!
Versteh ich immer noch nicht. Wenn ein Arge-Mitarbeiter jemanden entsprechend seiner Qualifikation einsetzt, wieso gibt das Grund zur Klage. Doch wohl eher im anderen Fall.
> "Betriebliche Altersfürsorge" (diesen Begriff habe
> ich noch nie gehört, meinst Du Altersvorsorge?)
Ja natürlich, sorry.
> Auf eine Betriebliche Altersvorsorge hat jeder
> Mitarbeiter, egal ob fest angestellt oder Zeitarbeiter einen
> Rechtsanspruch.
Nope. Was ich Dir in einem anderen Beitrag bzgl. Abfindungen verlinkte, gilt auch für betriebliche Altersvorsorge. Hier einer, der aus eigener Erfahrung berichtet:
http://www.dresdnerblaettl.de/2007/08/0801.htm
Zitat: "Ich bekomme im Vergleich zu meinem Kollegen (also zu den Festangestellten) ein Drittel weniger Lohn, fünf Tage weniger Urlaub, keine Boni, halb so hohe oder gar keine Zuschläge, keine Essenszuschläge, keine betriebliche Altersvorsorge, keine VWL, keine Lohnerhöhungen..."
Und jetzt erzähl mir, dass der Mann eine Ausnahme ist.
Meinst Du ernsthaft, die Leiharbeit würde so boomen, wenn der Kunde (Firma) die Leute genauso bezahlen müßte, wie die Festangestellten - gar nicht davon zu reden, dass vom Grundsatz "Gleicher Lohn für gleiche Arbeit" keine Rede mehr sein kann. Und da die Sklavenhalter dazwischen ja auch noch was verdienen wollen, kannst Du Dir ausmalen, was beim Leiharbeiter noch ankommt.
> Klar immer mal, aber das ist nicht der Regelfall und bei meinem
> Vorschlag ist er da immer noch billiger dran (Regelstudium
> kostenlos, 1. Semester drüber z.B. 400,- €, 2. Semester drüber
> 800,- €, 3. Semester 1.600,- usw., die Zahlen können auch
> andere sein).
Im Prinzip ja. Ich hätte nichts dagegen, nach der Regelstudienzeit leichte "Motivationsschübe" nach Deinem Vorschlag zu verteilen, aber NUR - und das ganz deutlich - wenn dem Studenten nachgewiesen werden kann, dass er aus Lust am Studentenleben bummelt - und nicht etwa umgekehrt. D.h., wenn der Student darlegt, dass er z.B. auf ein Zubrot durch Nebenverdienste angewiesen ist (und sich damit logischerweise das Studium streckt), oder wenn er anhand des Vorlesungsverzeichnisses belegt, dass er eine zur gleichen Zeit laufende Veranstaltung ins nächste Semester verschieben mußte, ist er gebührenmäßig aus dem Schneider. Meinetwegen kann man z.B. die doppelte Regelstudienzeit als absolute Grenze nehmen, wo dann in jedem Fall berappt werden muss.
> Jetzt zahlt man pro Semester und ist insgesamt
> teurer dran als wenn man ein oder 2 Semester länger braucht.
Oder wie in Hessen, wo unter Beteiligung der Linken die Studiengebühren gekappt wurden ;-)
> > Ja indem er sich das Schlafen spart, denn nur nachts kommt er
> > zum Lernen, weil er nachmittags kellnert.
> > Nicht gleich wieder übertreiben! Höchstsatz Bafög sind knapp
> 650,- € im Monat.
Au weia, so niedrig? Hat sich ja in den letzten 15 Jahren nicht viel getan.
> Von mir aus kellnert er noch jeden Tag 3
> Stunden und verdient dann 40,- €. Dann hat er knapp 2.000,- €
> im Monat, das sollte reichen und es bleibt genug Zeit zu
> studieren! Und wenn er in ein Studentenwohnheim zieht, dann
> zahlt er auch kaum Miete.
Na na na. Wir sind hier nicht in der DDR, wo der Wohnheimplatz 10 Mark im Monat kostete.