> Demnach hat jeder Verkäufer also keinen gesunden
> Menschenverstand? Mir ist jedenfalls neu, dass in einem
> Kaufhaus vor jedem Regal ein Beaufsichtiger steht.
Wem willst Du weiß machen, Waren im Kaufhaus würden nicht beaufsichtigt?
> Es sind die User selbst, die urheberrechtlich geschützte Werke
> in Tauschbörsen verbreiten, nicht die Musikindustrie.
Woher haben die User denn diese Werke letztlich bekommen?
> Scheinargument, um die eigene Verantwortung auf andere
> abzuwälzen.
Ich fürchte, so etwas wie Sorgfaltspflicht läßt sich nicht so einfach abwälzen.
> Außerdem ist dein Argument ohnehin nicht passend,
> da eine Tauschbörse oder nicht kontrollierbare Quellen wie
> Rapidshare nicht von der M/F-Industrie initiiert sind.
P2P Netze sind Teil des technischen Fortschritts. Die technischen Möglichkeiten sind bekannt. Wenn man also nicht will, das Werke kopiert werden, ist es Teil der eigenen Sorgfaltspflicht, nicht auch noch alle Vorarbeiten zu erledigen, damit kopiert werden kann. (Das ist nur das, was man von jedem an eigenem Verhalten erwarten dürfen muß. Daher gibt es eben Begriffe wie grobe Fahrlässigkeit.) Tut man es dennoch, weil man von dem Wunsch für Kopien Geld zu bekommen nicht lassen kann, ist das nicht das Problem der Gesellschaft.
Lösungen wie den Fortschritt zurückzudrehen oder Leute davon auszuschließen, indem man ihnen z.b. den Stöpsel aus dem Internet zieht, lehne ich ab.
> nach einem Kulturgut aber kann nicht vervielfältigt werden. Sie
> wird durch jede Kopie kleiner. Und genau hier entsteht der
> materielle Verlust.
Man kann nichts verlieren, was man nicht hat. Ich bestreite hier doch nicht, das das Geld bekommen über den Verkauf von Kopien nicht mehr funktioniert. Aufgrund des Fortschritts ist der reale Wert für Kopien (einschließlich Kopien über Internet also Verbreitung) dramatisch gesunken. Sondern ich wende mich dagegen, es künstlich durch eine Kombination aus Diffamierung, Kriminalisierung und Ausschluß aus dem Informationszeitalter aufrecht erhalten zu wollen.
> Für mich sind Privatkopien, die auf einem eigenen Original (!)
> beruhen, keine Raubkopien. Schließlich ist man hier im Besitz
> des Originals, während dies bei einem Download aus der
> Tauschbörse nicht der Fall ist.
Also mal am Rande, ein Vertreter der Musikindustrie hat mal erklärt was man aus deren Sicht erwirbt, wenn man eine CD kauft: Es ist das Recht genau von diesem einen Träger die Musik abzuspielen, also anzuhören. Das wars auch schon. Keine Kopien, kein Konvertieren in andere Formate um es z.b. auf einem MP3-Spieler mitnehmen zu können -- dafür kann man schließlich durch Kauf einer entsprechenden Datei das Recht erwerben, dieselbige auf am besten genau einem Abspielgerät hören zu dürfen.
Nein, ich denke, kopieren für private Zwecke hätte erlaubt werden sollen. (Entschuldige wenn ich dafür den Begriff Privatkopie gebraucht habe.) Das schließt das Verbreiten, was auch nur kopieren ist, ein.