Benutzer jofi schrieb:
> > Nun, man kann jeden Begriff für eigene Zwecke missbrauchen.
> > Demnach wäre es auch grob fahrlässig, dass Geschäfte ihre Waren
> > offen ausstellen und deren Inhaber analog zu deiner
> > Rechtfertigungsarie selbst schuld, wenn Diebe sich ihr Eigentum
> > aneignen. Wer Waren verkaufen will, aber nicht, dass sie
> > geklaut werden, darf sie eben nicht anbieten.
> > Der gesunde Menschenverstand verhindert jedenfalls, das man
> seine Ware unbeaufsichtigt Tag und Nacht für jedermann
> zugänglich liegen läßt.
Demnach hat jeder Verkäufer also keinen gesunden Menschenverstand? Mir ist jedenfalls neu, dass in einem Kaufhaus vor jedem Regal ein Beaufsichtiger steht.
Und in Download-Shops kann man sich eben nicht einfach Songs runterladen, sondern muss sich vorher anmelden und erhält einen Song erst dann, wenn man ihn in den Warenkorb packt und seinen Willen zur Bezahlung kundgibt.
Es sind die User selbst, die urheberrechtlich geschützte Werke in Tauschbörsen verbreiten, nicht die Musikindustrie.
> Wenn man es dennoch tut, kann man sich
> den Weg zu seiner Diebstahlversicherung sparen. Damit hast Du
> endlich mein Argument verstanden.
Du hast offenbar gar nichts verstanden bzw. willst es nicht verstehen. S. o. Dein Argument ist ein typisches Scheinargument, um die eigene Verantwortung auf andere abzuwälzen. Außerdem ist dein Argument ohnehin nicht passend, da eine Tauschbörse oder nicht kontrollierbare Quellen wie Rapidshare nicht von der M/F-Industrie initiiert sind.
> > stellen? Es ist doch offenbar so, dass er das nur deswegen
> > macht, weil er nur auf diese Weise mehr Popularität erreichen
> > kann als über irgendeine Website, die kaum jemand kennt.
> > Deine Argumentation entspricht genau der der Musikindustrie.
Warum wohl? Vielleicht, weil es so ist?
> Wie auch immer, meiner Meinung nach sind viele Musiker nicht
> eigenständig genug und noch in altem Denken verhaftet.
Und die wissen bestimmt auch nicht, wie man einen Browser bedient, oder?
> Man braucht keine Musikindustrie mehr. Ohne Plattenvertrag hat man
> bessere Chancen zu verdienen, weil da nicht noch jemand
> reichlich abschöpft für Pseudo-Leistungen.
Ah ja. Und du glaubst, dass diese armen, gebeutelten Musiker dann entlohnt werden, wenn sie ihren eigenen Shop aufmachen? An wieviel dachtest du denn? 1, 5 oder 10 Cent? Wenn überhaupt...
> > Und ist es doch klar, dass mit jeder geklauten Kopie ein
> > Schaden entsteht, indem der Urheber eines Werkes um sein faires
> > Entgelt betrogen wird
> > Nö, Schaden ist wenn einem real etwas verloren geht. Das man
> für jede Kopie Geld bekäme, ist nur ein Traum. Schau, jeder
> würde gerne einmal etwas herstellen um es dann beliebig oft
> verkaufen zu können. Leider ist das zu schön um wahr zu sein.
Tja, es macht aber nicht jeder - weil nicht jeder die nötige Kreativität hat, um diese entsprechend professionell umsetzen zu können. Es gibt sogar Leute, die etwas produzieren, was aber niemand nicht mal kostenlos haben möchte - weil es schlecht ist.
Viele Filesharer meinen, bei einer Vervielfältigung würde doch niemandem etwas weggenommen, so dass das etwas ganz anderes wäre, als CDs im Laden zu klauen. Zudem handele man ja nicht gewerblich, wenn man für den Eigenbedarf runterlädt.
Nun, so einfach ist das nicht bei näherer Überlegung: Zwar ist die Vervielfältigung von Daten im Gegensatz zum Diebstahl eines Fahrrads oder einer CD 'verlustfrei' möglich - die Nachfrage nach einem Kulturgut aber kann nicht vervielfältigt werden. Sie wird durch jede Kopie kleiner. Und genau hier entsteht der materielle Verlust.
> > Was du hier suggerierst, ist, dass es sich bei Raubkopien um
> > Privatkopien handeln würde.
> > Nö, ich sag nur der Gesetzgeber hätte klar sagen sollen,
> kopieren ist erlaubt. Abspielen in den eigenen vier Wänden mit
> Freunden ist erlaubt. Lediglich Geschäftstreibende brauchen die
> Erlaubnis des Urhebers das Werk für ihre Zwecke zu verwenden.
> > Der Wunsch nach Geld für jede Kopie ist ein Geschäftsmodell.
Für mich sind Privatkopien, die auf einem eigenen Original (!) beruhen, keine Raubkopien. Schließlich ist man hier im Besitz des Originals, während dies bei einem Download aus der Tauschbörse nicht der Fall ist.
Also, ganz deutlich: Ich bin auch dafür, dass Privatkopien erstellt werden dürfen, solange diese Privatkopien nicht verbreitet werden, also im eigenen Besitz bleiben.
Wenn ich dich richtig verstehe, definierst du den Begriff "Privatkopie" für eigene Zwecke um: Da wird nun auch der illegale Download von nicht authorisierter Musik oder Filmen zu einem "Recht auf Privatkopie" umfunktioniert, obwohl eine Privatkopie bislang ein gekauftes Werk voraussetzte, von dem nach der Privatkopieregelung auch einzelne Kopien erlaubt sind (naja, eigentlich nur von nicht-kopiergeschützten CDs, die diese Bezeichnung noch verdienen).
Wenn es denn nur darum ginge, sich auch von *gekauften* Werken Privatkopien anfertigen zu dürfen, wäre es ja ok, so aber reden sich jene Leute nur ihr Verhalten schön.
> Es funktioniert nicht, da heute jeder kopieren kann. Die Lösung,
> jeden der kopiert zu kriminalisieren und mit Ausdrücken wie
> Pirat, Räuber und anderes (wie scheinheiliges schweinchen) zu
> belegen ist aus gesellschaftlicher Sicht abzulehnen. Es ist nur
> eine Frage der Zeit, bis sich der gesunde Menschenverstand auch
> an dieser Stelle durchsetzen wird. Man kann mit Musik auch
> anders Geld verdienen.
Nö, es ist absolut richtig und legitim, ungesetzliches Verhalten zu bestrafen. Was du hier propagierst, ist eine Umkehrung von Recht und Enteignung des Willens von Rechteinhabern.
Deinereiner nimmt sich das Recht, sich gegen den Willen von Urhebern deren Werke anzueignen und hat dabei auch noch gar kein schlechtes Gewissen - die Untat wird im Gegenteil schöngeredet und gerechtfertigt. Genau das ist scheinheilig.
Und du hast niemandem vorzuschreiben, wie er sein Geld zu verdienen hat.