Benutzer jofi schrieb:
> Benutzer MartyK schrieb:
> > Und wieso "Diffamierungen"? Wer urheberrechtlich
> > geschützte Werke unentgeltlich aus dem Netz lädt, der hat einen
> > Urheberrechtsverletzung und somit eine Straftat begangen. Punkt
> > aus. Es gab diesbezüglich mal ein nettes c't-Editorial mit dem
> > Titel "Scheinheilige Schweinchen".
> > Es gibt im Recht auch den Begriff der groben Fahrlässigkeit.
> Deshalb nochmal, wer überhaupt erst seine wie auch immer
> geschützten Werke selbst digitalisiert und unter die Leute
> bringt, aber nicht will, das sie kopiert werden, handelt im
> Internetzeitalter schlicht und einfach gröbst fahrlässig.
> Schadensersatzansprüche sind somit hinfällig, und eine Straftat
> wäre als minderschwer einzustufen.
Nun, man kann jeden Begriff für eigene Zwecke missbrauchen. Demnach wäre es auch grob fahrlässig, dass Geschäfte ihre Waren offen ausstellen und deren Inhaber analog zu deiner Rechtfertigungsarie selbst schuld, wenn Diebe sich ihr Eigentum aneignen. Wer Waren verkaufen will, aber nicht, dass sie geklaut werden, darf sie eben nicht anbieten.
> Es kommt hinzu, das beim Diebstahl eines Autos wenigstens ein
> nachvollziehbarer Schaden entsteht. Beim Kopieren ist nicht mal
> klar, was der Urheber den verliert, außer in diesem Fall ein
> bequemes weil überdies unfaires Geschäftsmodell.
Für wen ist das Geschäftsmodell unfair? Für den, der einen Plattenvertrag, wohl nicht, oder glaubst du, ein Musiker wird dazu gezwungen, sich unter die Fittiche eines Labels zu stellen? Es ist doch offenbar so, dass er das nur deswegen macht, weil er nur auf diese Weise mehr Popularität erreichen kann als über irgendeine Website, die kaum jemand kennt.
Und ist es doch klar, dass mit jeder geklauten Kopie ein Schaden entsteht, indem der Urheber eines Werkes um sein faires Entgelt betrogen wird und der Raubkopierer Nutzen von seiner Kreativität hat. Aber ist ja alles Schrott, gell? Ne, is klar.
> Man könnte
> seitens des Gesetzgebers so wie es mal war Privatkopien
> erlauben und schon ist das Straftatargument hinfällig - was der
> Gesetzgeber hier beschlossen hat basiert eben auf jeder Menge
> Lobbyarbeit von "Rechteverwertern".
Was du hier suggerierst, ist, dass es sich bei Raubkopien um Privatkopien handeln würde. Eine legale Privatkopie ist aber nur dann legal, wenn ein legal erworbenes Werk vorausgesetzt ist.
> > Du willst anderen vorschreiben, wie sie ihr Geschäft abwickeln?
> > Nö, die andern wollen technologische Entwicklung einschränken
> oder wegnehmen, damit sie ihre Geschäfte gerne so weiter
> treiben können wie bisher. In der Abwägung ist technologische
> Entwicklung für die Gesellschaft wichtiger als
> Geschäftsmodelle. Im Laufe der Entwicklung sind schon viele
> Geschäftsmodelle vergangen und neue entstanden.
Inwiefern wird die technologische Entwicklung eingeschränkt, wenn Musikdateien übers Netz angeboten werden? Das verstehe ich nicht.
> Hat bei Dir die Gehirnwäsche der Musik-, Film-, oder
> (Micro)Softwareindustrie auch schon gewirkt?
Nein. Ich bin nur kein scheinheiliges Schweinchen, das Unrecht legitimiert. :)