>Das wird sich aber sicherlich ändern. Zum einen sind die >Mobilpreise in Deutschland leider Wetlspitze (sprich: am >höchsten),
Da wird sich, vor allem nach dem aktuellen Versteigerungswahn, auch in absehbarer Zukunft nichts ändern. Schliesslich muß der Größenwhn der Manager und "VIP"s ja irgendwie finanziert werden - es muss ja keiner glauben daß die Lizenzkosten alleine auf die UMTS Anschlüsse umgelegt werden. Im Grunde bezahlt der Kunde schon jetzt dafür mit. Und solange sich der Kunde und das Bundeskartellamt diese Spielchen gefallen lassen...
>zum anderen geht der Weg bei Datendiensten hin >zur Abrechnung pro Datenmenge, nicht pro Zeit.
Im Gegenteil, gerade bei Datendiensten geht der Weg eindeutig zur bandbreitenbezogenen Flatrate, und zwar sowohl für Firmen- wie auch für Privatanschlüsse. Nur im Privatkundenbereich ist auch für Daten eine zeitbezogene Abrechnung bislang üblich gewesen, aund auch nur deshalb sinnvoll aufgrund der sprachähnlichen Nutzung und dem damit verbundenen sprachähnlichen Resourcenverbrauch an ISDN Kanälen in den Ortsvermittlungsanlagen (das fällt mit ADSL weg). Zeitbezogene Abrechnungsmethoden, wie zum Beispiel für ATM SVC's bei ADSL Zugang zum ATM Backbone der Telekom sind bei höheren Bandbreiten bislang so irrwitzig teuer, daß sie nur für vereinzelte Sonderfälle akzeptabel waren.
Die beinahe ans größenwahnsinnige Aufrüstung der Backbones der Carrier macht auch hier eine andere als bandbreitenbezogene Abrechnung in Zukunft wenig sinnvoll. Schon für nächstes Jahr ist ja z.B. bei i-21 die Inbetriebnahme des Petabit Backbones geplant - Mit Kapazitäten von ca. 1000 Terabit, d.h. ausreichend für 500 Millionen (!) 2 MBit Strecken, mehr als ganz Westeuropa Einwohner hat, und demnach mehr als ausreichend JEDEN EINZELNEN mit einer 1.5 MBit ADSL Strecke zu versorgen und diese Tag&Nacht komplett auszulasten - und das ist nur einer der Carrier. Die Grenzen der DWDM Technologie in Verbindung z.B. mit G.655 non-zero dispersion shifted Glasfaserkablen sind dabei noch lange nicht erreicht - die Bandbreiten der verlegten Fasern werden auch in den nächsten Jahren weiter dynamisch vervielfacht. Z.B. Alcatel entwickelt (u.a.) gegenwärtig rein optische Switcheinheiten (CrossLight photonic cross-connect), um diese ungeheueren Kapazitäten überhaupt noch sinnvoll betreiben zu können. D.h. wenn man davon ausgehen kann, daß in Zukunft etwas "verschenkt" wird dann werden das aufgrund der scharfen Konkurrenz und der gegenwärtige geschaffenen Überkapazitäten Datenbandbreiten sein.
Das "dicke" Flatrateangebot von GTS läutet dabei nur die zweite Runde ein. Weder für Datendirektverbindungen noch für Frame Relay Anschlüsse wird im Augenblick (oder in absehbarer Zukunft) nach Volumen verrechnet. Volumenabhängige Tarifierung ist ein Relikt der X.25 Vergangenheit, welches besonders von Firmen (ausser bei sehr geringer Nutzung) aufgrund der schlechten Planbarkeit der Kosten in einem sich stürmisch entwickelnden Umfeld generell wenig geschätzt wird. Auch im hochbandbreitigen Consumerbereich (ADSL etc.) werden sich wohl die Flatrates irgendwo zwischen ca. 50,- und 80,- pro Monat einpendeln. Volumen- oder zeitbezogene Abrechnung im Datenbereich ist nur noch für denjenigen akzeptabel, der ein so geringes Aufkommen hat, daß er damit deutlich unter diesen Kosten liegt.
>Das hängt mit den IC-Gebühren zusammen, die an die Telekom >bezahlt werden müssen. Bei Telefonaten für zwei Stellen >(Anrufer, Angerufener), bei ISP-Diensten nur an einer >(Anrufer).
Aber auch hier gilt: selbst wenn man von von einem 2,5 (was ja noch nicht die günstigste Möglichkeit darstellt) Pfennig/Min. Anschluss zu einem anderen 2,5 Pfennig/Min. Anschluss "telefonieren" würde, kämen selbst dabei auch nur 5 Pfennige heraus. Das ist vor allem tagsüber immer noch günstiger als die allermeisten "alternativen" Anbieter offerieren. Wenn man jetzt noch berücksichtigt daß, z.B. via Voice over IP, zwar mit eingeschränkter aber doch immer noch mit Mobiltelefonie vergleichbarer Sprachqualität ca. 5 bis 7 Gespräche gleichzeitig über diesen 2,5 Pfennig Anschluss geführt werden können, denke ich immer noch, daß auch in Zukunft Telefonie in Relation zu Datenverkehr teuer bleiben wird. Es dürfte mithin demnächst günstiger werden "Voice over ADSL" zu nutzen, den ISDN Kanal ungenutzt zu lassen, und über den ADSL Rückkanal (im Consumerbereich immerhin noch 128kBit, d.h. für VoIP bis zu ca. 15 gleichzeitige Gespräche) die zur Verfügung stehende - und über Flatrate pauschal bezahlte - Datenbandbreite auch zur Sprachübertragung nutzen. Man darf gespannt sein ob es entsprechende Lösungen und Angebote geben wird, und wie, bzw. ob QoS Probleme auftreten bzw. diese gelöst werden.
MfG, scotchco http://www.fogi.de
[ Antwort ohne / mit Zitat ]
· [ E-Mail an Autor ohne / mit Zitat ]