Benutzer horst72 schrieb:
> Die Vollanschlussanbieter würden gern Leitungen verlegen.
Daran habe ich so meine Zweifel.
> Sie
> werden aber gezwungen, die gesamte letzte Meile bei der Telekom
> zu mieten, vom Hvt bis zur Dose.
Das stimmt.
> Die Forderung ist, das sie an
> die wirklich letzte Meile, vom KvZ bis zur Dose, heran gehen
> können. Dann könnten Sie nämlich selbst VDSL aufbauen
So ist es. Würden die Konkurrenten die "letzten hundert Meter" sowie Platz in Telekom-Verteilerkästen mieten können, könnten sie selber V-DSL aufbauen. Dazu siehe auch mein Editorial http://www.teltarif.de/s/s19389.html .
Nur, meines Wissens nach gibt es bis heute keinen Regulierungsantrag eines Breko-Unternehmens bei der Bundesnetzagentur für diese Vorprodukte. Der Breko spricht also ab und zu in einer PM davon, dass ein Zugang erteilt werden sollte, aber weder er noch seine Mitgliedsunternehmen führen konkrete Schritte in diese Richtung durch. Vermutlich ist den Breko-Mitgliedsunternehmen die Investition am Ende dann doch zu hoch. Und einen Antrag für etwas zu stellen, was man dann doch nicht aufbaut, möchte auch keiner.
Dass die Telekom den Infrastrukturzugang für V-DSL nicht freiwillig den Konkurrenten anbietet, ist offensichtlich. Dafür gibt es den Regulierer. Doch der kann ohne Antrag nicht tätig werden.
Sollte V-DSL in einigen Jahren tatsächlich ein Erfolg werden (ich persönlich habe da gewisse Zweifel, dass sich der DSL-Erfolg mit V-DSL wiederholen lässt), werden wir bestimmt den Breko lamentieren hören, dass die Telekom den Netzzugang erst zu spät gewährt hat. Doch es ist JETZT an der Zeit zu handeln, sonst fährt der Zug eben ohne den Breko und seine Mitglieder ab.
Bei T-DSL hatten wir übrigens dieselbe Situation: Der Pressesprecher von Arcor, damals mit Abstand größter der alternativen Netzbetreiber mit eigenen Vollanschlüssen, erklärte mir gegenüber auf der Messe "Telecom 99" in Genf, dass man bezüglich DSL erstmal "abwarte", dass man gar nicht so sicher sei, dass dieses ein Erfolg werde. Ein paar Jahre später begann Arcor dann, mühsam hinterherzuhächeln.
Wie schon gesagt, ist das vorgenannte eine Vermutung: Ich habe bisher nie Informationen über einen entsprechenden Antrag eines Breko-Unternehmens bei der Bundesnetzagentur gelesen oder gehört, aber nicht konkret nachgefragt, ob nicht vielleicht doch etwas vorliegt. Vielleicht gibt es aber doch einen einschlägigen Antrag. Dann wäre ich für entsprechende Hinweise sehr dankbar, und würde natürlich meine obenstehenden Unterstellungen zurück nehmen. :-)
Übrigens: Da die Telekom unzweifelhaft das Netzmonopol hat, wäre sie auf jeden Fall gezwungen, den erwünschten Zugang zu den "letzten hundert Metern" zu gewähren. Natürlich gegen Entgelt, das sich von der Höhe her an der bisherigen TAL-Miete orientieren könnte. Zwar wird nur ein Teil der TAL gemietet, dafür hat die Telekom an vielen Orten Investitionskosten für die Installation neuer, größerer Verteilerkästen, die sie durchaus umlegen darf.
Grüße
Kai