Diskussionsforum
  • 21.02.2013 15:58
    radolfshausen schreibt

    Radio in Handy + Auto

    Welch wunderbare Enscheidung würde hiermit getroffen, würde doch die Wirtschaft weiter angekurbelt! Man denke an die Millionen Autoradios, Radios in den Wohnzimmern von Millionen "europäischen" Bürgern, vll. auch ärmeren Familien, Rentnern ... nicht zuvergessen das inkludierte Radio in den Handys und Smartphones, welches seinen Nutzen ebenso verlieren würde ... wirtschaftlich gesehen sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung, aber ethisch gesehen das Altgediente und NICHT unbedingt schlechte Medium Analog-UKW zu verdrängen? Muss denn immer alles unbedingt revolutioniert und "verbessert" werden? Sicherlich leben wir in einer sich schnell verändernden Welt, aber würde man sämtliche Schritte, welche gewisse Gremien entscheiden, zur Abstimmung geben (Beispiel Schweiz als Volksabstimmung), ich denke, dann würde vieles in Europa anders (und nicht unbedingt schlechter) laufen!
  • 21.02.2013 18:58
    darcduck antwortet auf radolfshausen
    Ich denke gerade "mobil" ist die Lebensdauer eines Gerätes schon durhc die Beanspruchung begrenzt. Autos werden soweit ich das beurteilen kann nach etwa 10 Jahren ausgemustert oder exportiert, bei Mobiltelefonen ist das noch viel eher der Fall, wenn überhaupt der Kopfhörer der meist auch als Antenne dient überhaupt so lange durchhält oder ersetzt werden kann.

    Meine Frau kann das Radio ihres "Featurephones" jedenfalls mangels passendem Kopfhörer nicht mehr nutzen - das Ding ist keine 4 Jahre alt.

    Was ich also sagen will, wenn vielleicht 2023 UKW abgeschaltet wird, sind die Autos von 2013 ohne DAB+ verschrottet und die Mobiltelefone längst in der Schublade oder hoffentlich bei Recycling.

    Problematisch sehe ich eher, dass manche Hersteller (siehe Renault) noch nicht mal als Option DAB+ anbieten. Da muss man sich aus dritter Hand Isoblenden für den nicht Iso-Radioschacht besorgen und dann ein anderes Radio einbauen, wenn man wirklich DAB+ haben möchte.
    Setzt man hier an und verlangt wie mit dem "Euro-Chip" vorgeschlagen bei jede Radio, dass darin auch aktuelle Digitaltechnik funktionieren muss, dann sehe ich einer Abschaltung in 10 Jahren gelassen entgegen.

    Ohne diese Verpflichtung wird es aber noch 2-5 Jahre dauern, bis alle Radios diese Standards unterstützen.

  • 21.02.2013 20:29
    Peterdoo antwortet auf darcduck
    Es geht ja um die ganze EU. Während die Autos in Deutschland nach 10 Jahren verschwinden, fahren diese in den ärmeren EU-Ländern mindestens noch 5 Jahre weiter. Bis also alle neu gekauften Autos mit DAB+ UND DRM+ ausgestattet sind wird es noch 3-5 Jahre dauern. Unsere Firma hat gerade vor einigen Wochen ein deutsches Auto im Rahmen von Flottenmanagement bestellt, das jedoch ohne DAB+ kommt. Von DRM+ ist ja in den Autos noch nicht viel zu sehen. Dann muss man insgesamt noch 15 Jahre dazuzählen bis die alten Autos ohne DAB/DRM wirklich verschwunden sind.

    Kann man es verantworten, viele Leute schon vorher ohne einem funktionierendem Radio im Auto stehen zu lassen? Auf Umbau ist bei den Autos mit integriertem Radio nicht zu denken. Ist eine Parallelverbreitung in den nächsten 20 Jahren bezahlbar? Gibt es im UKW überhaupt genug Platz um solange Simulcast zu machen? Und werden DAB+ und DRM+ nach so vielen Jahren überhaupt noch aktuell sein? DAB ohne Plus hat nur etwa 10 Jahre durchgehalten. DVB-T will sich nach etwa 10 Jahren auch zu nicht kompatiblem DVB-T2 wandeln und mutiert vermutlich zu reiner mobilen Versorgung. MPEG-2 wurde von H.264 gefolgt und es wird schon über HEVC gesprochen.

    In Großbritannien wurde Teletext abgeschaltet. Die Folge war, dass jetzt die Nachfolgedienste nicht einmal 25% der damaligen Zuschauer von Teletext ausmachen.

    In Deutschland wurde Analogfernsehen durch DVB-T ersetzt. Die Folge ist, dass DVB-T nur noch von etwa 10% der Haushalte benutzt wird und fast vor der Abschaltung steht.

    Sollte UKW wirklich abgeschaltet werden, wird es nach meiner Meinung ähnlich ablaufen. Die stationären Empfänger und Handys werden Richtung Internetradio abwandern (WiFi, UMTS, LTE, Multicast oder Unicast). Datenflats und Abschaffung der roaminggebühren innerhalb der EU werden nach so vielen Jahren sicherlich schon zum Standard. Nur die wirklich mobilen Empfänger werden weiterhin DAB oder DRM empfangen, wodurch die Attraktivität für die Sender abnehmen wird und die Veilfalt wieder kleiner sein wird.