Zunächst muß ich mich für die späte Antwort entschuldigen, aber ich war verreist und habe keine e-mails eingesehen.
Benutzer chb schrieb:
> Benutzer Müller2 schrieb:
> > Anfangen könnte man bei ihrem Übervater und
> > Ex-Außenminister von dem ja ganze Bilderserien existieren,
> > die
> > ihn beim Begehen einer schweren Körperverletzung an einem
> > Polizeibeamten zeigen, gegen den die Staatanwaltschaft
> > Frankfurt noch wegen ganz anderer Dinge ermittelt hat
> > Ist er je dafür verurteilt worden? Wenn nein: was soll das dann
> in diesem Zusammenhang?
> Nein, Herr Fischer ist für seine zahlreichen kriminellen Aktivitäten nie juristisch zur Verantwortung gezogen worden, da es ihm stets gelungen ist, sie bis zum Ablauf der Verjährungsfrist geheim zu halten. Das ist jedoch kein Argument, der von mir erwähnte Pol Pot wurde auch niemals juristisch zur Verantwortung gezogen.
> > Dagegen erscheint - zumindest mir - etwa die
> > Schwarzgeld-Affäre eines
> > Helmut Kohl, der sich dabei ja niemals persönlich
> > bereichert
> > Helmut Kohl hat etwas viel schlimmeres getan als sich
> persönlich zu bereichern: er begeht fortgesetzten
> Verfassungsbruch, er hat seinen Amtseid gebrochen und mit
> seiner Haltung wenig dazu begetragen, das Vertrauen in die
> Demokratie zu stärken.
Tut mir Leid, mein Vertrauen in die Demokratie wurde eher dadurch auf eine Bewährungsprobe gestellt, daß es in unserem Land einem Subjekt wie Fischer nicht allein gelungen ist Außenminister und Vizekanzler zu werden, sondern daß er weiterhin über Jahre hinweg auch noch der beliebteste deutsche "Politiker" war.
> > > Du übersiehst dabei, daß eine ganze Reihe der Standpunkte
> > (z.B. zum EU-Beitritt der Türkei), die Du dem rechten
> > Unionsflügel zuschreibst, durchaus auch von einer großen
> > Zahl
> > der Mitglieder an der Basis z.B. der SPD geteilt werden.
> > Den EU-Beitritt der Türkei meinte ich eigentlich gar nicht, es
> ging mir eher um stramm konservative Positionen z.B. zum Thema
> Ehe und Familie, innere Sicherheit, etc.
> Ich mag mich irren, aber ich glaube, daß man in der von mir angeführten Gelsenkirchener Eckkneipe weder mit der Resozialisierung von Kindermördern (zum Thema Law and Order) noch mit der Homoehe (zum Thema Familienpolitik) einen Blumentopf gewinnen kann.
> > Bezüglich der Abtreibungsproblematik möchte ich kurz
> > zitieren:
> > "Frauen brauchen in dieser Grenzsituation Unterstützung und
> > keinen Druck, auch nicht durch das Straftrecht."(Grünes
> > Wahlprogramm 2005, S.86)
> > Auch wenn es hübsch verklausuliert ist, bedeutet eine
> > völlige
> > Aufhebung strafrechtlicher Sanktionen für eine (nach
> > deutschem
> > Gesetz) rechtswidrige Tötungshandlung de facto ihre
> > Legalisierung.
> > Das interpretierst Du dort hinein. Man kann es auch anders
> lesen: Druck bringt nichts, Frauen brauchen Beratung, Hilfe und
> Unterstützung - etwas, was zum Beispiel die Kirchen anbieten
> könnten und teilweise auch tun. Da steht nicht drin, dass
> Abtreibung völlig straffrei sein soll!
>
Ich glaube kaum, daß ich hier etwas falsch interpretiere. Die ersatzlose Streichung des §218 war und ist eine zentrale Forderung der Grünen, frage mal einen bzw. eine.
> > Weiterhin finde ich es immer wieder erstaunlich, daß die
> > "versponnenen" Schwaben und die in dieser Hinsicht fast
> > noch
> > schlimmeren Bayern bei all ihrer Engstirnigkeit in der Lage
> > sind, die ökonomischen Ressourcen bereitzustellen, mit
> > denen
> > sie über den Länderfinanzausgleich rot-grünen
> > Musterländern
> > wie dem bereits erwähnten Bremen ihre Realitätsverweigerung
> > finanzieren.
> > Darf ich dezent darauf hinweisen, dass die sich gern selbst
> lobenden Bayern bis 1986 genauso Nettoempfänger waren wie
> Bremen? BW, NRW und Hamburg sind die einzigen seit Anbeginn
> netto einzahlenden Bundesländer.
> Auch hier sind Deinen Informationen lückenhaft: Die beiden einzigen Bundesländer, die seit 1970 jährlich in den Länderfinanzausgleich eingezahlt haben, sind BW und Hessen. HH war zumindest in den Jahren 1993 und 1994 Nehmerland, NRW in den Jahren 1985, 1987, 1988, 1993 und 1994. Außerdem war es eine Reihe von Jahren weder Geber- noch Nehmerland. Bayern erhielt tatsächlich bis 1986 Mittel aus dem FA, hat aber im Gegensatz zu notorischen Pleitegeiern wie Bremen etwas daraus gemacht.
> > Und was schließlich die betulichen Marotten in Schwaben
> > angeht, so leiste ich mir einfach die Kleinkariertheit, die
> > Kehrwoche in Biberach der täglichen Straßenschlacht mit
> > afrikanischen Drogendealern und brandschatzenden
> > Jugendgangs
> > in Bremen (wie Du siehst mein Lieblingsfeindbild unter den
> > Bundesländern) vorzuziehen, womit ich vielleicht die zu den
> > Deinen analogen Klischees getroffen habe.
> > Erstaunlicherweise habe ich in meinem bisherigen Leben, das
> außerhalb Baden-Württembergs, aber auch außerhalb Bremens in
> inzwischen so einigen Regionen in Ost und West stattgefunden
> hat, noch nie Straßenschlachten zwischen Dealern, Jugendgangs
> und sonstwas miterleben müssen. Auch wenn das dem typischen
> Schwaben vielleicht schwerfällt zu akzeptieren: in Deutschland
> kann man auch außerhalb Schwabens bestens in Ruhe und Frieden
> leben. Biberach an der Riß - mein absolutes Traum-Wohnziel. ;-)
> Ich glaube, sollte es mich beruflich mal da hin verschlagen
> (wäre denkbar), würde ich freiwillig von Ulm aus pendeln, um
> diesen Kleinstadtmief nicht ertragen zu müssen... :-/
> 1. Ich bin kein Schwabe.
2. Ich lebe nicht in Biberach, es schien mir lediglich ein gutes Beispiel zu sein.
3. Ich habe explizit von Klischees geprochen, obwohl meine überspitzte Darstellung in einigen Stadtteilen Berlins, Bremens, Hamburgs etc. der Realität erschreckend nahekommt.
4. Ich habe in meinem Leben bereits in einigen Groß-, Mittel- und auch Kleinstädten gelebt und kann hier nur meiner Überzeugung Ausdruck verleihen, daß die Lebensqualität sicherlich nicht direkt proportional zur Größe einer Stadt ist.
Ob man das "Großstadt-Ghetto" dem "Kleinstadtmief" vorzieht oder nicht oder ob man eine etwas ausgewogenere Wahl trifft, ist aber sicherlich eine Geschmacks- und möglicherweise auch eine Altersfrage.
> Benni
Gruß Müller2