Benutzer Real Emu schrieb:
> Diesen Artikel "Neue Microsoft-Suchmaschine soll besser sein
> als Google" zu betiteln, zeugt m. E. nicht unbedingt von
> journalistischer Professionalität und Neutralität.
Das sind zwei verschiedene Punkte. Die (journalistische)Neutralität ist schon ok, denn es ist ein Zitat wiedergegeben. Und das sogar grammatikalisch korrekt im Konjunktiv (indirekte Rede erfordert den Konjunktiv, was heute viele Journalisten - auch bei teltarif - einfach ignorieren). Die Aussage stellt also die Meinung von Neil Holloway und nicht die des Autors dar.
Die journalistische Professionalität ist eine andere Frage, denn die Übersetzung selbst ist grenzwertig. "Die Qualität und Relevanz der Suchergebnisse wird im Bezug auf Nützlichkeit der Lösungen für die Nutzer ausschlaggebend sein" oder "Microsofts neue Suchmaschine werde "doppelt so gut" sein..." sind wörtliche Übersetzungen aus dem englischen Originaltext, die sich im Englischen bestimmt prima anhören, in der deutschen Übersetzung aber stilistisch mindestens ungewöhnlich sind. Der Sinn ist zwar klar, trotzdem könnte man eine solche wörtliche Übersetzung besser stilistisch überarbeiten.
Weiteres beliebtes Beispiel für wörtliche Übersetzung: "es macht Sinn". Obwohl das Original "It makes sense" selbst stilistisch schon nicht ganz astrein ist.
Siehe auch: http://www.kolumnen.de/sick-270404.html
> Vielleicht hat sich der Autor von den Gaga-Werbe-Sprechblasen
> Neil Holloways anstecken lassen: "Microsofts neue Suchmaschine
> werde "doppelt so gut" sein..." - au weia! Herr, lass Hirn vom
> Himmel regnen! Wenn sich Filmkritiker daran ein Beispiel
> nähmen, stünde im nächsten Artikel z. B. "Nick Nolte spielte
> doppelt so gut wie Dustin Hoffman" oder so ähnlich.
> Davon abgesehen: obwohl ich Microsoft-Gegner bin, heiße ich die
> neue Suchmaschine willkommen und wünsche ihr zumindest ein
> wenig Erfolg. In diesem Fall ist Microsoft der Neuling, der dem
> großen Marktführer Paroli bieten will.
Zustimmung.
Gruß, Carsten