> Ich finde die Methode von physikalischen Messungen recht
> hilfreich: Messwert plus Fehlertoleranz!
>
> Versuch eines Praxisbeispiels: Ich schaue auf's (mal angenommen
> geeichte) Thermometer, lese 19°C ab und sage dann, dass es
> "kühl" ist.
>
> Problem 1: "kühl" ist wirklich eine subjektive Einschätzung.
> Einem anderen mag' die Temperatur angenehm vorkommen oder
> sogar warm.
Super Idee. Dann liegt nämlich keine Nennung eines Fakts vor, sondern eine Tatsache ist Anlass für eine Bewertung derselben. Das hat mit Wahrheit ja nun rein gar nichts zu tun, denn die Tatsache der 19° C bleibt ja gleich, ganz egal ob es nun als kühl, warm oder sonstwie empfunden wird.
> Folgerung 1: Manche (viele, alle?) Dinge sind keine Frage von
> 100% vs. 0%, von "falsch" vs. "richtig", von Weiß oder
> Schwarz, sondern es gibt real beliebig viele Grautöne
> dazwischen.
Aber doch nur, wenn man die Sache wertet oder interpretiert. Wenn 19 Grad sind, sind 19 Grad, es sei denn, man hat sich vermessen oder verlesen, wobei hier vermessen ausscheiden dürfte, da das Thermometer ja geeicht ist.
>
> Problem 2: Hätte ich aber "19°C" gesagt, dann kann man (ein
> Haarspalter, Philosoph, Kritiker, ...) immer noch - letztlich
> zu Recht - sagen, dass das falsch ist. Denn vermutlich sind es
> ja 18,95°C oder 20,07°C ...
nein, das Thermometer soll ja laut Sachverhalt geeicht sein.