> Benutzer iwir schrieb:
> > > Diese bei uns produzierte Leistung ('höher medizinischer
> > Versorgungsgrad') war und wird derzeit vom Staat gesteuert.
> > Ich frage mich, was die 65.000 Arzthelferinnen sagen, die
> > lt.
> > Aufmachung von Bild wegen der Praxisgebühr in näherer
> > Zukunft
> > ihren Job verlieren. Diese Arzthelferinen fragen nicht
> > danach,
> > warum sie überhaupt arbeiten durften: Mißwirtschaft und
> > Fehllenkung durch Ermöglichung des
> > Ärztehoppings/Abschaffung
> > des einen Krankenscheins pro Quartal.
> > Tja, du definierst Ärzte-Hopping 'Mißwirtschaft' bzw.
> 'Fehllenkung', weil es unter der öffentlich-rechtlichen
> Monopol-Regie von Krankenkassen und Kassen-ärztlichen
> Vereinigungen ablief.
> > Wäre das Gesundheitswesen privat organisiert, würden dann die
> Anhänger des freien Marktes bei gleichen Ausgabesteigerungen
> z.B. auch durch Ärzte-Hopping im Gesundheitswesen nicht jubeln
> wegen 'Umsatzsteigerungen im zweistelligen Bereich',
> 'Wachstumsmarkt', etc, etc?
> > Das ist doch krank.
> > > > Und Du weißt, daß der derzeitige Versorgungsgrad in zehn
> > Jahren nicht mehr existent sein wird. Dafür aber die
> > resultierende Schuldenlast des sterbenden
> > Sozialversicherungssystems.
> > Tja, nur benennst du keine Alternative, denn eins ist wohl
> sicher: die Kosten für die medizinische Behandlung pro Kopf der
> Bevölkerung werden wohl kaum sinken, egal wie das
> Gesundheitswesen organisiert ist (Bsp. USA). D.h., die
> Bevölkerung muß diese Kosten aufbringen, egal wie finanziert.
> > ... und wie gut die angeblich so tollen privatwirtschaftlichen
> Versicherungssysteme, die auf dem freien Kapitalmarkt
> investieren, funktionieren, kann man z.B. an der Defacto-Pleite
> der Hamburg-Mannheimer in letzter Zeit gut ablesen oder an den
> zahlreichen Zusammenbrüchen von Pensions-Fonds in den USA
> gerade im Zusammenhang mit Enron.
> > Privatwirtschaftlich organisierte Versicherungssysteme basieren
> auf dem Glauben an immerwährend steigende Börsenkurse, gesundes
> Wachstum durch stetig steigende Nachfrage auf dem Weltmarkt,
> ohne Börsencrash, ohne Inflation, etc. Ist das nicht mehr
> gegeben, brechen sie zusammen wie ein Kartenhaus - und wer soll
> dann eingreifen und zahlen? Beispiel Investments in Immobilien:
> bei der sich abzeichnenden Überalterung der Gesellschaft sinkt
> auch die Nachfrage nach Wohnraum - die ganzen Fonds und
> Versicherungen, die auf Wertsteigerung von Immobilien setzen,
> haben daher keine Zukunft, gleiches gilt sicher für viele
> Sektoren des heimischen Marktes: weniger Bevölkerung, weniger
> Nachfrage, keine Wachstumsgarantie, keine funktionierenden
> privatwirtschaftlichen Versicherungssysteme. Verlagerung der
> Investments ins Ausland ist auch kritisch, siehe
> Handelsbilanz-Defizit-Problem der USA, Wechselkurs-Risiko, etc,
> etc.
> > Von daher ist mir nicht klar, welche besseren Systeme anstelle
> des derzeitigen Systems treten sollen - denn die Ausgaben
> steigen und die sinkende und alternde Bevölkerung hierzulande
> muß die Ausgaben dafür tragen, egal wie.
>