Benutzer Kai Petzke schrieb:
> Der Beitrag spricht natürlich aus der Sicht von Rechtsanwälten,
> die "Opfer" der Handy-Regelung verteidigen. Dabei dürfte es
> i.d.R. weniger um die 40 Euro gehen, als vielmehr um den einen
> Punkt, der das gewisse Konto zum Überlaufen bringen kann, mit
> der Folge, dass der "Lappen" vorübergehend oder auf Dauer in
> Staatsgewahrsam gegeben werden muss. Zwangsweise auf die
> öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen zu sein, gefällt keinem
> Autofahrer. Also wird natürlich nach Möglichkeiten gesucht, den
> einen Punkt wieder loszuwerden, den man zu viel gesammelt hat.
> An offensichtlichem Fehlverhalten - überhöhte Geschwindigkeit,
> Unfälle, bei Rot über die Ampel usw. - lässt sich dabei aber
> weniger rumdeuten als an der Handy-Nutzung. Schließlich ist
> tatsächlich schwer zu unterscheiden, ob man tatsächlich
> telefoniert hat oder nur
>
> Andererseits: Will man die Handy-Nutzung verbieten, weil sie zu
> Unfällen führen kann, dann muss man schon so konsequent sein,
> und das Gesetz auch so formulieren, dass es durchsetzbar ist.
> Wäre nur das Telefonieren verboten, könnte sich jeder, der mit
> Handy am Steuer erwischt wird, einfach rausreden: "Ich hatte es
> zwar in der Hand, aber nicht damit telefoniert". Oft sind es ja
> die Bilder von Radarfallen oder "Blitzerampeln", auf denen
> derjenige, der zu schnell oder bei rot fuhr, auch noch mit
> Handy am Ohr zu sehen ist. Da die Kameras aber nicht ins Auto
> "hören" können, ist der Beweis, das wirklich telefoniert wurde,
> nicht erbringbar. Dasselbe gilt grundsätzlich auch für den
> Polizisten, der einen Autofahrer mit Handy am Ohr sieht - auch
> der kann nicht unterscheiden, ob sich der Nutzer ein MP3 anhört
> oder telefoniert.
>
> Wenn man aber das Gesetz so formuliert, dass der Beweis für die
> Ordnungswidrigkeit nicht erbracht werden kann, dann könnte man
> sich auch gleich das Gesetz sparen. Hinzu kommt, dass andere
> Tätigkeiten mit dem Handy nicht minder gefährlich sind, etwa
> das Lesen oder Schreiben von SMS, da man dazu nicht nur eine
> Hand vom Lenkrad, sondern, noch viel gefährlicher, seinen Blick
> von der Straße nimmt. Die allerwenigsten dürften beim
> SMS-Tippen wirklich so fit sein, dass sie das komplett "blind"
> schaffen.
>
> Wir reden hier auch, anders als es viele Medien darstellen,
> keineswegs über Bagatellen und Kavaliersdelikte. Der
> Autoverkehr fordert in Deutschland jährlich mehrere tausend
> Todesopfer - mehr als beispielsweise Mord und Totschlag
> zusammen. Und dass Telefonieren ablenkt und damit immer wieder
> mehr oder weniger schlimme Unfälle verursacht, ist durch viele
> Studien bewiesen.
>
> Zu fordern wäre aber in der Tat mehr Konsequenz in den
> Gesetzen: Auch das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung lenkt
> erheblich ab, ebenso das Essen, Trinken oder Rauchen am Steuer
> oder das Hantieren mit Karten oder Navigationssystemen. Eine
> Regelung, die für ALLE Nebentätigkeiten des Fahrers zum
> Anhalten zwingt, wäre somit durchaus geeignet, die Unfallzahlen
> zu senken, wenn sie auch eingehalten wird.
Coole Idee.
http://www.digitalstock.de/detail.php?bildnummer=196252&seite=97&abilder=8&uid=&kategorie=
Da vorne steht der Müller, der telefoniert immer um die gleiche Uhrzeit.
Einen Kilometer weiter zündet sich Petra eine Zigarette an und dann kommt der Stau vor der Kreuzung an der Herr Petzke sich gerade seine neue SMS anschaut.
Auf der Zufahrt zur Autobahn, streiten sich dann Werner und Uschi über den Parkplatz, den man braucht, um ein bißchen was zu trinken, bevor man dann in der Stadt die Hauptverkehrsstraße blockiert, um alle 100 Meter im Navigationssystem den Weg zu erkunden.
Auf der Autobahn selber, ist der Standstreifen bereits belegt, weil gerade im Radio und im Bordfernsehen das Endspiel übertragen wird.
Am Flughafen steht zur gleichen Zeit der Rettungswagen auf der Startbahn, weil man einen dringenden Notruf bekommen hat.
Aber bis auf 100.000 Auffahrunfällen und einem Flugzeugunglück passiert an diesem Tag wohl zum Glück nichts mehr.
-:)))
>
> Das Reden mit den Mitfahrern ist übrigens deutlich
> unproblematischer als das Handy-Telefonieren, weil diese im
> selben Auto sitzen, und bei einer entspannten Kommunikation
> zusammen mit dem Fahrer auf den Verkehr achten, also auch im
> richtigen Moment ein "Achtung!" schreien können. Problematisch
> ist hingegen z.B. das Streiten im Auto, dafür sollte man sich
> einen weniger gefährlichen Platz suchen.
>
>
>
> Kai