Wie soll man etwas erklären, wo man selbst nicht genau weiss, was eigentlich passiert ist? Am besten chronologisch. Ich war in 2005 O2-Kunde. Wie sich nun rausstellt der schwerste Fehlermeines Lebens. Wirklich zufrieden war ich nicht, daher die Kündigung. Ausgesprochen Mitte 2007 zum Ende 2008. Soweit so gut. Eine normale fristgerechte Kündigung. Dummerweise nicht per Einschreiben. Was passierte? Nichts. OK. Also reklamierte ich. Per Einschreiben, im O2-Shop, per eMail. Ich habe die Einschreibebelege noch. Wohl wissend, dass es ein Fehler war, die Kündigung schon nicht per Einschreiben zu verschicken, akzeptierte ich es, ein Jahr für nichts zu bezahlen. Mitte 2009 würde man ja letzlich auf jeden Fall gekündigt haben. Nun. Dachte ich.
Irgendwann war es mir zu bunt. Auch die teils unbrauchbaren Antworten, man könne meine Kündigung ohne Handynummer nicht zuordnen (hätte man aufmerksam geschaut, die Handynummer war angegeben). Dann wiederum erhielt ich auf meine formgerechte eMail die Antwort, Kündigungen können nur schriftlich akzeptiert werden (Hallo, ich hatte schon zig Briefe verschickt und ihr habt sogar geantwortet).
Alle Possen aufzuzählen würde zu weit führen. Ich machte eine Rücklastschrift, es war Ruhe. Keine Briefe, keine Mahnungen nichts. Dachte ich mir also "Haben sie es kapiert" und hakte es ab. Ich war nun dabei Eigentum zu erwerben. Schaffe Schaffe Häusle baue. Ich vergass es vollständig, jemals bei O2 gewesen zu sein. Ist tatsächlich so gewesen.
Mittlerweile war ich einmal umgezogen. Anfang 2012 meldete sich BFS Risk. Fordern einige hundert Euro im Namen der Telefonica. Hmmm. War da was? Ne. Mir wurden Vorlage der Verträge oder Rechnungen verweigert. Man sei ja nicht zur Auskunft verpflichtet. Man antwortete mir teils gar nicht mehr. Mir wurde es zu bunt, also legte ich Beschwerde ein vor dem Oberlandesgericht Hamm. Was dann folgte schlägt wohl alles, was man an Dreistigkeit aufbieten kann. Als erstes wurde eine Ablaufbeschreibung abgegeben. Dort kam plötzlich eine mir völlig unbekannte Adresse ins Spiel. Ich hätte da gewohnt und man habe die aktuelle Adresse herausgefunden. Wie das? Nach einem weiteren Schriftwechsel legte man den Ursprungsvertrag aus 2005 vor. Ich durchwühlte alle meine Datensicherungen (zum Glück bin ich IT-Messie), ich begann mich dunkel zu erinnern, dass ich vor vielen Jahren O2-Kunde war. Ich stolperte wieder auf die Auseinandersetzungen. Ich durchwühlte meine Ordner und fand die Einschreibebelege.
Nun, aber die falsche Adresse? Sie taucht im Vertrag nicht auf. Da steht nur meine damals richtige Adresse. Plötzlich wird behauptet, man habe vom Einwohnermeldeamt erfahren, dass ich da gewohnt haben soll (was eine dreiste Lüge ist). Also rannte ich zum Bürgermeisteramt. Grober Unfug, nie haben sie eine solche falsche Einwohnermeldeauskunft herausgegeben. Und gefragt hat in 2011 auch keiner. Die Einwohnermeldeauskunft beweist richtigerweise, dass BFS Risk bzw. O2 lügen.
Achja: Es gibt sogar Vollstreckungsbescheide auf die falsche Adresse. Wie kommts? Ganz einfach: Die falsche Adresse ist eine Gaststätte im Nachbarort. Vermutlich eine kleine Pension mit Zimmern für Urlauber. Ich weiss es nicht. Ich laufe bestenfalls durch diese Gasse auf dem Weg zur Bankfiliale meines Vertrauens und zur AOK. Entsprechend selten dazu, da ich Bankgeschäfte ziemlich komplett online erledige. Vermutlich hat der Briefträger das einfach eingeworfen und die Besitzer der Gaststätte haben das ergebnislos entsorgt. Wer weiss das schon.
Aber wo kommt die falsche Adresse her? Zeitweise wird behauptet, die sei von Anfang an in den Daten hinterlegt. Wieso wird aber ein Vertrag ausgedruckt der richtig ist und im System steht die Adresse falsch?
Seit klar ist, dass sich die Beteiligten das Blaue vom Himmel heruntergelogen haben, folgt ein ganz mieser Trick der Anwälte: Sie erklären kurzerhand, dass sich das alles nicht aufklären lässt, dass aber unzweifelhaft sei, dass der Vertrag nie gekündigt wurde und ich deswegen zahlen muss. Im übrigen sei es ja kulant, einen Vertrag nicht sofort fristlos zu kündigen sondern dem Kunden die Chance zu geben, den Vertrag fristgerecht weiterzuführen (die fristlose Kündigung durch BFS Risk war angeblich Mitte 2011. Also hat man zwei Jahre gewartet ob ich nicht doch Anstalten mache zu bezahlen, das ist vollkommener Unfug)... Die Schreiben hat man alle nie erhalten. Obwohl ich Einschreibebelege habe. Die Antworten von O2, die hat es wohl auch nie gegeben. Habe ich es nötig, Briefe zu fälschen oder eMails? Was soll sowas? Und zudem: Wie durch ein Zufall habe ich erfahren, dass meine damalige Handynummer in 2010 wieder neu vergeben wurde. Sehr komisch, dass meine Kündigung nie bei denen eingegangen ist, die aber die Handynummer wieder neu vergeben, einige Monate bevor auf einer der Rechnungen eine Strafgebühr wegen Sperre der SIM auftaucht...
Das ganze liegt nun bei Gericht und bei der Staatsanwaltschaft. Ich hoffe, dass O2 aus der Nummer keinen Weg mehr herausfindet. Sobald das Ganze in einem Urteil endet, werde ich mir eine Woche Urlaub nehmen, tausende Zeitschriften und Medienvertreter durchtelefonieren. Irgendeinen wird diese Geschichte von einer ganz dreisten Form des Betruges wohl interessieren.
Achja: Irgendeine Möglichkeit, mal zu erfahren, wieso man an den eigenen Lügengeschichten festhält habe ich nicht, denn Zitat "Uns ist verboten, zu helfen." Sowas und ähnliches höre ich vom Support. Die führen dies nun bis zum bitteren Ende. Natürlich können sie nicht einfach zugeben, in verschiedenen Punkten etwas zusammengelogen zu haben.
Wenn ich den ZDF-Zoom Beitrag sehe (ZDF Mediathek, Suchbegriff "Handyfalle") dann weiss ich auch wieso. Wo andere Anbieter nur dem Kunden Verträge unterjubeln, obwohl er sie nicht will, da zieht O2 ganz andere Maschen durch. "Kreative Wertschöpfung". Pfui Teufel.
Danke wenn ihr bis hier hin gelesen habt und gutes Neues.
Ud weg von O2 solange ihr noch könnt. Die Milliarden an Schulden, die die spanische Mutter nach Abzug vieler Milliarden im Jahre 2012 hinterlassen hat, könnte das ganze O2-Haus zum Einsturz bringen.
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