Das Schloß von Franz Kafka handelt von einem Bürger, der einem undurchschaubaren bürokratischen Apparat ausgeliefert ist, der stets unnahbar und unerreichbar bleibt.
Weshalb diese seltsame Einleitung? Weil ich Leistungskurs Deutsch hatte? Nein, weil mich meine Erfahrungen mit Congstar eben an diesen Kafka-Roman erinnern.
Zuerst ließ sich alles ganz harmlos an: ich hatte einen ungünstigen Vertrag bei der Telekom (35 Euro pro Monat, DSL light und 2 Jahre Laufzeit) und kündigte diesen Vertrag bereits vor über einem Jahr. Die Telekom bestätigte die Kündigung, und ich beantragte Festnetz und DSL bei Congstar, ganz ohne Kündigungsfrist und für nur 20 Euro im Monat.
Zuerst lief alles ganz normal, mir wurde der Auftrag bestätigt, ein Freischalttermin wurde anvisiert.
Dann wurde mir per Mail mitgeteilt, meine Adresse und Telefonnummer seien nicht korrekt, verbunden mit der Ermahnung, mich doch an den Congstar-Kundendienst zu wenden, denn nur der rechtmäßige Eigentümer des Anschlußes könne DSL beantragen.
Daher kontrolliere ich meine Adresse und Telefonnummer und antworte ich also per Mail, alles sei korrekt. Auch stimme Adresse mitsamt Telefonnummer mit den Angaben auf der Kündigungsbestätigung der Telekom überein.
Zwei Tage später erreicht mich dieselbe Mail nochmals - Adresse und Telefonnummer seien falsch. Ich rufe bei Congstar an, erreiche sofort die Kundenbetreuung (wie immer sehr freundlich und motiviert) und schildere, daß die Angaben korrekt sind. Meine Kündigung mit der Adresse/Telefonnummer liegt vor, alles sei OK, die Portierung werde nochmals angestoßen.
5 Tage später erhalte ich wieder dieselbe Mail: Adresse/Telefonnummer seien nicht korrekt, und ich hätte mich nicht gemeldet. Daraufhin rufe ich bei der Telekom an und lasse mir bestätigen, daß ich dort weiterhin mit derselben Adresse/Telefonnummer wie auf der Kündigungsbestätigung/meinem Antrag erfaßt bin. Nein, ein direkter Datenaustausch mit Congstar sei nicht möglich (obwohl Congstar ja zur Telekom gehört).
Diese Erkenntnisse teile ich wiederum Congstar mit, und das sogar mehrfach, nämlich 3 Mal per Mail, 4 Mal per Telefon und 1 Mal per Brief.
Ergebnis: wir stoßen die Portierung erneut an, Ihre Adresse/Telefonnummer ist falsch, nein, wir können auf die Telekom-Daten nicht direkt zugreifen. Dabei hätte ein einfacher Blick auf die vorliegende Kündigung gereicht, um die Richtigkeit meiner Angaben zu bestätigen...
Fazit: nach 6 Wochen und zig-Kontaktaufnahmen mit Congstar gebe ich auf und storniere meinen Auftrag. Sofort bestätigt mir Congstar die Stornierung und sperrt auch noch meinen Zugang zu Mein Congstar (trotz 2 vorhandener Prepaid-Karten von Congstar). Außerdem teilt man mir mit, ich solle mich wegen Festnetz/DSL doch an meinen letzten Anbieter (in diesem Falle die Telekom) wenden.
Hahaha. Offensichtlich gibt es eine Anweisung innerhalb der Telekom, die Kunden bei den teuren Telekom-Verträgen zu halten.
Sorry, aber ich habe inzwischen eine UMTS-Flatrate bei einem sehr billigen Anbieter, der meine Kundendaten innerhalb von 1 Stunde richtig aufgenommen und meinen Zugang innerhalb von 48 Stunden erfolgreich freigeschaltet hat. Da kann ich auf Congstar/Telekom gern verzichten.
Ach ja, meine Congstar-Prepaidkarten habe ich inzwischen abtelefoniert und weggeworfen. Schließlich gibt es ja auch hier zum Glück andere Anbieter... denn "auf den Arm nehmen" lasse icn mich leider ziemlich ungern...
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