Infrastruktur

Flughafen BER ist klar zum Start - bei Telefon und Internet

Versatel versorgt den Flughafen, ist aber auf Vodafone angewiesen
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Flughafen Berlin-Brandenburg (BER): Versatel kümmert sich um Telefon und InternetFlughafen Berlin-Brandenburg (BER): Versatel kümmert sich um Telefon und Internet In Berlin gehört es aktuell nicht nur zum guten Ton, über den ausgefallen Sommer zu jammern, sondern auch, Witze über den verschobenen Start des Flughafens Berlin-Brandenburg - kurz BER - zu reißen. Nun soll der Flughafen im März eröffnen - der Berliner fragt direkt, in welchem Jahr. Ungeachtet der Schadenfreude und Häme laufen die Vorbereitungen für einen dann möglichst reibungslosen Start weiter. Nun hat Versatel als Business-Anbieter bekannt gegeben, dass der Flughafen künftig durch das Düsseldorfer Unternehmen versorgt werde. Das hatte zunächst für Verwirrung gesorgt, denn schon im Dezember vergangenen Jahres proklamierte diese Versorgung Vodafone für sich. Doch eine Recherche brachte Klarheit.

Man müsse unterscheiden zwischen der äußeren Flughafenerschließung und den Dienstleistungen, erklärte eine Vodafone-Sprecherin auf Nachfrage. Vodafone sei für das Leitungsnetz zuständig. Jeder Telefon- oder Internetanbieter, der auf dem Flughafen tätig sein will, muss daher auf Vodafone zurückgreifen. Der Anbieter genieße ein exklusives Bereitstellungsrecht für jeden Anbieter und habe dafür ein wegeredundantes Glasfasernetz verlegt, das die entsprechenden Daten aller Anbieter zum Flughafen und auch wieder von dort weg transportiert.

Versatel ist und war auch auf den anderen Berliner Flughäfen Vertragspartner

Versatel hingegen ist für die Dienste auf dem Flughafen zuständig. "Mehrere tausend Sprachkommunikations- und Datenports sorgen dafür, dass der Flughafen mit seinen 280 000 Quadratmetern Bruttogrundfläche in Sachen Telefon und Internet jederzeit Anschluss an die Welt hat.", heißt es in einer Pressemitteilung des Anbieters, in der auch auf die redundante Anbindung eingegangen wird. Versatel war und ist nach eigenen Angaben auch der Betreiber der Telekommunikationsinfrastruktur auf den Flughäfen Berlin-Tegel, Berlin-Schönefeld und dem schon geschlossenen Flughafen Berlin-Tempelhof.

Dass Tele­kommun­ikations­anbieter Glas­faser­leitungen von ihren Mitbewerbern mieten, ist nichts Ungewöhnliches. Es wäre zu teuer, für jeden Anbieter ein einzelnes Kabel zu legen. Daher vermieten jene Anbieter, die diese Glasfaserkabel verlegt haben, einzelne Teile der Leitung als "Dark Fibre", also unbeschaltetes Glasfaserkabel, an andere Anbieter weiter. Welche Dienste diese darüber realisieren, liegt in deren Zuständigkeit.

Glasfaser-Ausfall betrifft oftmals nicht nur einen Anbieter

Welche Auswirkungen die physikalische Zerstörung einer solchen Glasfaser haben kann, hat sich im vergangenen Jahr gezeigt. Damals hatte der Brand eines Vodafone-Kabels im Osten Berlins zu zahlreichen Ausfällen auch bei anderen Anbietern geführt. So hatte beispielsweise Kabel Deutschland über dieses Kabel seinen gesammelten Daten- und Telefonverkehr aus Orten im Umland von Berlin zu seinem zentralen Sammelpunkt in Berlin geführt. Warum hier keine Redundanzen griffen, ist nicht bekannt. Allerdings handelte es sich bei dem Kabel um ein provisorisch verlegtes Kabel, das wegen Bauarbeiten frei zugänglich war und Gegenstand eines Brandanschlags wurde.

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