DSL-Alternative

Filiago schließt Breitband-Löcher über Sat-Internet-Cafes

"DSL-Wüste" in Norddeutschland bekommt Vorgeschmack auf Breitband-Internet
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Filiago-Aktion für Sat-Internet in NorddeutschlandFiliago-Aktion für Sat-Internet in Norddeutschland Mit einer ungewöhnlichen Aktion möchte Filiago die weißen Flecken auf der Breitbandkarte zumindest temporär ausmerzen: In ausgewählten Orten ohne DSL installiert das Unternehmen Internet-Cafes mit Internet über Satellit, um auf diese Technik als DSL-Alternative hinzuweisen.

Ganz uneigennützig ist diese zeitlich begrenzte Aktion selbstverständlich nicht. Mit dem Slogan "Breitband für ganz Deutschland - sofort und überall" bewirbt das Bad Segeberger Unternehmen seine Satelliten-Internet-Produkte bei betroffenen Anwohnern. Im Rahmen der Internet-Cafe-Aktion konzentriert sich der Anbieter auf unterversorgte Orte in Norddeutschland.

Extreme Standorte in Deutschland für Satelliten-Cafes gewählt

Die Internet-Cafes sind an den genannten Orten jeweils für drei Tage für die Bevölkerung geöffnet, das Internet kann in dieser Zeit dort kostenlos genutzt werden. Die Aktion soll darüber hinaus zeigen, dass Satelliten-Internet weitgehend unabhängig von topografischen Gegebenheiten sein soll.

Den Anfang macht Filiago am 13.01. im Gemeindehaus Varchentin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte - dies soll einer der Orte in Deutschland mit der geringsten Bevölkerungsdichte sein. Damit möchte Filiago wohl auf das Argument vieler Netzbetreiber anspielen, dass ein DSL-Ausbau erst ab einer gewissen Bevölkerungsdichte rentabel sei.

Weiter geht es mit Neuendorf-Sachsenbande bei Itzehoe: Dort befindet sich mit 3,5 Meter unter NN die tiefstgelegene begehbare Stelle Deutschlands. Dritte Station ist der nördlichste Punkt auf dem deutschen Festland: Rodenäs am Rickelsbüller Koog in der Nähe von Niebüll.

Die vierte und letzte Station ist der tatsächlich nördlichste bewohnte Punkt Deutschlands: Auf dem Sylter Ellenbogen installiert Filiago zum Abschluss der Aktion in der ersten Februarwoche den öffentlichen Satelliten-Internetzugang.

Die genauen Orte und Zeiten können Bewohner und Besucher der genannten Orte der Aktions-Webseite entnehmen.

Kosten für Betrieb und Installation

Dass dieses Vergnügen nicht zum Schnäppchenpreis zu haben ist, liegt auf der Hand. Der Tarif Filiago Sat 10.000 kostet monatlich 39,95 Euro und beinhaltet eine Geschwindigkeit von maximal 10 MBit/s im Downstream. Wer sich mit einer Geschwindigkeit von 6 MBit/s begnügen kann, zahlt monatlich 29,95 Euro. Die einmalige Einrichtungsgebühr beträgt bei beiden Tarifen 99,95 Euro.

Die Kosten für die Hardware sind bei dieser Einrichtungsgebühr allerdings noch nicht enthalten. Bei beiden Tarifen kommt eine Monatsmiete von 9,95 Euro dazu. Alternativ kann der Kunde in beiden Tarifen das Starterset für 499,95 Euro kaufen. Für den Installationsservice vor Ort berechnet Filiago 150 Euro.

Eine VoIP-Flatrate für Gespräche ins deutsche Festnetz ist für monatlich 9,95 Euro zubuchbar. Die einmalige Aktivierungsgebühr für diese Telefonie-Option inklusive VoIP-Hardware beträgt 219,95 Euro.

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