Vorsicht

Festplatten-Ausfall: Die Vorboten erkennen

Diagnose-Programme greifen auf Betriebsinformationen zu
Von Kaj-Sören Mossdorf mit Material von dapd
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Festplatten-Ausfall: Besser die Vorboten erkennenFestplatten-Ausfall: Besser die Vorboten erkennen Sie sind das Langzeitgedächtnis eines jeden Computers. Neben dem Betriebssystem finden Urlaubserinnerungen, Musik und Videos ihren Platz auf Festplatten. Hard Disk Drives (HDD) sind aber auch heute noch recht störanfällig und haben nur eine begrenzte Laufzeit. Eine Wiederherstellung verlorener Daten von defekten Festplatten ist oftmals sehr teuer und nur durch Spezialverfahren möglich.

Das Horror-Szenario Festplatten-Crash kündigt sich dabei häufig schon im Vorhinein an. Entsprechende Alarmsignale muss man nur deuten können, sagt Boi Feddern von der Computerzeitschrift c't. Ein Indiz für den drohenden Totalausfall sind Meldungen zu fehlerhaften Sektoren. Neben der Gebetsmühle Datensicherung sollten Nutzer ihre Festplatte mit entsprechenden Diagnose-Tools näher untersuchen.

Software kann Status der Festplatte auslesen

Die oben genannten Diagnose-Tools greifen dabei auf das System zur Selbstüberwachung, Analyse und Statusmeldung (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology), kurz Smart genannt, zurück. Jede Festplatte beinhaltet ein solches System. Schon beim Hochfahren des eigenen PCs oder Netbooks wird der Zustand der Festplatte durch das BIOS abgefragt. Auch ein laufendes Windows-, Linux-, oder Mac-System empfängt laufend Statusmeldungen der Festplatte.

Die meisten Hersteller bieten dabei eigene Diagnose-Tools an, welche auf die speziellen Smart-Daten der Festplatte zurück greifen. So werden etwa die Betriebstemperatur, die bisherige Laufleistung der Festplatte und die Zahl der defekten Sektoren angezeigt. Die entsprechenden Programme können auf den Webseiten der Hersteller herunter geladen werden.

Hochfeine Mechanik - Totalausfall kündigt sich an

Ein paar defekte Sektoren sind auf den meisten Festplatten zu finden. Die Hardware gleicht diese Fehler jedoch aus, indem sie entsprechende Reservesektoren nutzt. Treten jedoch immer mehr Fehler in den Sektoren auf, so ist dies ein deutlicher Hinweis auf einen kommenden Defekt.

Zudem sollte laut Feddern beachtet werden, dass es sich bei normalen Festplatten um mechanische Teile handelt. Das bedeutet, dass Festplatten, obwohl sie stabil aussehen, mit entsprechender Vorsicht behandelt werden sollten. Hört man aus dem laufendem Netbook oder auch Tablet ein rhytmisches Klackern, heißt es also schnell handeln. Die Daten auf der HDD sollten sofort gesichert werden.

Für den Ausfall einer Festplatte gibt es neben der mechanischen Einwirkung noch andere Gründe: Festplatten reagieren empfindlich auf Überspannungen. Außerdem sollte die Betriebstemperatur, welche wie erwähnt auch von Smart-Tools angezeigt wird, zwischen 35 und 45 Grad liegen. Prinzipiell können sie zwar auch im gesamten Temperaturbereich von 0 bis 60 Grad betrieben werden. Jenseits des genannten Idealbereichs sind sie aber anfälliger für Beschädigungen.

Auf entsprechende Verpackung achten

Gerade wenn die Festplatte im Versandhandel erworben wurde, sollte der Kunde darauf achten, dass die HDD entsprechend sicher verpackt ist. Wird die Festplatte nur in einem Pappkarton geliefert, ist die Gefahr groß, dass sie unterwegs beschädigt wurde. Selbst wenn sie in einer antistatischen Kunststoffbox geliefert wurden und beim Transport auch gut vor Stößen geschützt war, ist die angegebene Lebenszeit keine Garantie dafür, dass es nicht vorher zu einem Ausfall kommt. Deswegen hier erneut der Hinweis: Insbesondere wichtige Daten sollten in regelmäßigen Abständen gesichert werden.

Solid-State-Drives (SSD) als Alternative

Wem das Netbook ein ständiger mobiler Begleiter ist, für den kann sich der Einsatz einer SSD lohnen. Diese brauchen meistens nicht nur weniger Strom, sondern sind zudem noch schneller. Außerdem und das ist der entscheidene Vorteil: Sie besitzen keine mechanischen Teile. Stürze können ihnen also nichts anhaben. Ausfallsicher sind jedoch auch SSDs nicht. Besonders am Anfang der SSD-Ära führten beispielsweise Firmware-Updates zum Defekt einer SSD. Hinzu kommt, dass auch eine SSD nur eine begrenzte Laufzeit hat. Häufig geben die Hersteller hier Lebenszeiten von 2 bis 3 Jahren an.

SSDs haben zudem noch einen großen Nachteil: Sie sind momentan noch vergleichsweise teuer. Einige Hersteller greifen deshalb auf eine Kombination aus SSD (Betriebssystem) und einer HDD für Daten zurück. Boi Feddern warnt allerdings davor, dass solche System auch nicht ausfallsicher sein. Die Vorboten von Defekten sind zudem schwerer zu erkennen, da die oben erwähnten Smart-Tools nicht bei allen SSDs funktionieren. Eine akustische Warnung fällt, auf Grund des Mangels an mechanischen Teilen, ebenfalls weg.