Wer vor der Neuanschaffung eines Telefonanschlusses steht, hat die Qual der Wahl.
Nahezu bundesweit steht neben Analog-Anschlüssen auch die ISDN-Technik zur
Verfügung. Doch wann lohnt es sich, statt analog auf ISDN zu setzen?
Diese Frage lässt sich nicht in zwei Sätzen beantworten. Es kommt jeweils auf
die individuelle Situation des einzelnen Kunden an. So ist es zumindest bei der
Telekom-Festnetzsparte T-Home beispielsweise nicht
erforderlich, zu einem
DSL-Internet-Anschluss auch
gleich ISDN mitzubestellen. Ein Analog-Anschluss reicht völlig aus.
Alternative Anbieter vermarkten oft nur ISDN


Analog telefonieren Foto: dpa
Anders sieht es bei alternativen
Vollanschluss-Anbietern aus, die nicht selten
gar keine Analog-Anschlüsse mehr vermarkten. So haben zwar
Alice-Kunden die Möglichkeit, einen analogen Anschluss
zu bekommen. Versatel und Vodafone
verkaufen dagegen nur ISDN-Anschlüsse.
Für einen Analog-Anschluss spricht in erster Linie die Kostenersparnis gegenüber
ISDN. T-Home verlangt für den analogen Anschluss im
Call Plus-Tarif 17,95 Euro, während
das günstigste ISDN-Angebot bei 25,95 Euro im Monat liegt. Wer auf ISDN verzichtet,
spart somit monatlich 8 Euro.
Wenig bekannt ist, dass man mit dem Verzicht auf ISDN nicht gleichzeitig auch auf
Komfort-Leistungsmerkmale der T-Com verzichtet. So ist die
T-Net-Box - der Anrufbeantworter im Netz - auch mit einem
Analog-Anschluss nutzbar. Auch Features wie die Rufnummernübermittlung, die
Rufumleitung, der Parallelruf,
Anklopfen, Makeln und die Konferenzschaltung können mit einem Analog-Anschluss ebenso
wie über ISDN genutzt werden.
Analog-Anschluss kann von Vorteil sein

Dabei hat der Verzicht auf ISDN unter Umständen sogar Vorteile. So genügt ein
einfaches analoges Telefon, das über ISDN wiederum nur dann funktionieren würde,
wenn ein Analog/Digital-Wandler - der mit zusätzlichen Anschaffungskosten zu Buche
schlägt - zwischengeschaltet wird. Auch ein NTBA, der zwar vom Anschlussnetzbetreiber
kostenlos zur Verfügung gestellt wird, aber zumindest Stromkosten verursacht, wird
nicht benötigt.
Wer für den Internet-Zugang einen DSL-Anschluss
einrichten lässt, muss dank der Voice-over-IP-Technik nicht
einmal auf mehrere Telefonleitungen verzichten. Somit sind verschiedene
Familienmitglieder bei Bedarf unabhängig voneinander unter eigenen Rufnummern
erreichbar und können auch unabhängig voneinander abgehende Gespräche führen.
Analog: Internet mit maximal 56 kBit/s

Mit Einschränkungen muss man dagegen leben, wenn ein analoger Telefonanschluss auch
für den Internet-Zugang genutzt werden soll. Nicht jeder möchte in einen zusätzlichen
DSL-Zugang investieren oder benötigt diesen auch. Wer beispielsweise nur ab und zu
E-Mails verschickt und empfängt, seine Bankgeschäfte über Internet erledigt, ansonsten
aber kaum online ist, wird sicher auf DSL verzichten. In einigen Gegenden ist das
Breitband-Internet auch nach wie vor nicht verfügbar, so dass das Festnetz die
naheliegendste Alternative für den Online-Zugang ist.

Analog, ISDN oder DSL-Leitung? Foto: dpa
Wer nur über einen Analog-Anschluss verfügt, ist auf eine theoretische maximale
Datenübertragungsrate von 56 kBit/s begrenzt. Allerdings wird diese Performance
nur in seltenen Fällen erreicht. Meistens liegen die Downloadraten zwischen etwa 45
und 50 kBit/s.
Ferner muss man bedenken, dass man unter seiner Festnetznummer telefonisch nicht
mehr erreichbar ist, während man im Internet surft. Während bei einem längeren
Telefongespräch immerhin noch das Anklopf-Signal über einen neuen Anruf-Versuch
informiert, ist der Anschluss während einer Online-Session dauerbelegt.
Analog-Kunden, die dennoch weiter erreichbar sein möchten, haben hierzu nur
kostenpflichtig die Möglichkeit, eine Rufumleitung bei Besetzt z.B. auf das
Handy einzurichten. So sind sie zwar weiterhin unter der
Festnetznummer erreichbar, zahlen aber ggf. die Umleitungsgebühren zum Handy.
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ISDN: Doppelte Performance dank zweitem Kanal
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