
Aufpassen beim Anbieter-Wechsel
Wer den Telefon- und
DSL-Anbieter wechselt, kann
unter Umständen viel Geld sparen. Doch Vorsicht! Es drohen auch Fallen und
Ärger. Deshalb sollten die Verbraucher beim
Anbieter-Wechsel einige Regeln
beachten - von der rechtzeitigen Kündigung des alten Vertrages über die
Prüfung der Verfügbarkeit des neuen Anbieters am Wohnort bis hin zum
Kleingedruckten im neuen Vertrag. "Grundsätzlich lohnt sich ein Wechsel des
Anbieters in den meisten Fällen. Allerdings sollte man sich sorgfältig mit
den eigenen Wünschen und Vorstellungen und den einzelnen Angeboten
beschäftigen", rät Thomas Grundvon der Stiftung Warentest in Berlin. Im hart umkämpften Telekommunikationsmarkt
buhlen die Anbieter mit attraktiven Rabatten und Sonderangeboten um die
Kunden. "Dabei ist der Kunde nicht mehr König", sagt Grund. "Es geht den
Anbietern vielmehr nur noch darum, Geld zu verdienen."
Kündigungsfrist im Altvertrag prüfen
Beim Wechsel des Telefon- und DSL-Anbieters tappen die Kunden dem
Warentester zufolge oft in eine Falle.
Irrtum 1:
Thomas Grund rät, zunächst auf die Vertragslaufzeit des alten Vertrages zu
achten. Bei vielen Kunden halte sich hartnäckig die Auffassung,
Telekommunikationsverträge seien jederzeit kündbar. Das stimmt aber nicht:
"In vielen Fällen binden sich die Kunden bei Abschluss eines Telefon- oder
DSL-Anschlusses für 24 Monate an einen Anbieter", sagt Grund. Darüber hinaus
gebe es meist eine Kündigungsfrist von drei Monaten. Um sicher zu gehen und
keine ungewollte Vertragsverlängerung um weitere zwölf Monate zu riskieren,
empfiehlt der Experte, rechtzeitig zu kündigen. "Es ist ratsam, sich einen
Puffer von vier bis sechs Wochen oder besser noch von drei Monaten vor
Beginn der Kündigungsfrist einzubauen", sagt er.
Irrtum 2:
Der Warentester weist außerdem darauf hin, dass ein Umzug nicht - wie
vielfach angenommen - ein ausreichender Grund für eine frühzeitige Kündigung
ist. Einzige Ausnahme: Die im Vertrag vereinbarten Leistungen können am
neuen Wohnort nicht eingehalten werden. Nur dann gäbe es nach dem
aktualisierten Telekommunikationsgesetz ein
Sonderkündigungsrecht - die TKG-Novelle ist jedoch noch immer nicht in Kraft. Eine bessere Wahl kann hier ein Vertrag ohne Mindestlaufzeit
sein, selbst wenn der Kunde dann eventuell auf ein Startguthaben oder andere Vorzüge verzichten muss.
Eine Vielzahl von Anbietern
Ist die Prüfung der alten Verträge abgeschlossen, sollte sich
der Wechselwillige intensiv mit den möglichen neuen DSL-Angeboten beschäftigen. Die
wichtigsten Anbieter neben dem früheren Platzhirsch Telekom sind für den Experten derzeit
Vodafone, Tele2,
1&1, o2 und ihre Unter-Marke Alice sowie die
Telekom-Discount-Tochter Congstar.
Hinzu kommen regionale Anbieter
wie beispielsweise M-net in München, osnatel
im Großraum Osnabrück und NetCologne im
Großraum Köln. Die größte Konkurrenz für klassische DSL-Anbieter sind die
Kabel-Unternehmen. Sie sind preislich attraktiv und bieten meist höhere maximale Geschwindigkeiten.
Tarife und Verträge genau unter die Lupe nehmen
Es empfiehlt sich, sich bereits ein halbes Jahr vor Vertrags-Ende
einen Überblick über die verschiedenen Tarife zu verschaffen und den
DSL-Markt nach passenden Angeboten zu sondieren. Unerlässlich: Ein Blick auf
die Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Außerdem sollte der Interessent überprüfen, ob der
gewünschte DSL-Vertrag am Wohnort überhaupt verfügbar sei und welche
Geschwindigkeit geliefert werden könne. "In der Regel kann man auf den
Webseiten der Anbieter einen Verfügbarkeits-Test machen", sagt Warentester
Grund.
Nicht alle Anbieter haben eigene Leitungen. Deshalb könne es beispielsweise
bei 1&1 und Congstar vorkommen, dass man in einigen Gebieten fünf Euro
monatlich mehr zahle, weil die Anbieter dort nicht nur die letzten Meter der
Telekom-Leitungen mieten, sondern deutlich mehr, sagt Just. "Es kann sein,
dass sich der Wechsel dann unter'm Strich doch nicht mehr rechnet."
Auf angeblich kostenlose Extras besser verzichten
Viele Anbieter locken ihre Kunden in die Rabatt-Falle. Mit attraktiv
erscheinenden Angeboten wollen sie die Kundschaft zum Abschluss eines
Vertrages bringen. Häufig versprechen sie eine mehrmonatige, kostenlose Flat
ins Festnetz, einen Virenschutz, der über einige Monate laufe oder die
kostenlose Lagerung von Daten-Volumen auf einem Web-Server des Anbieters,
sagt Just. Der Experte rät von solchen kostenlosen Testangeboten ab. Denn
wenn man vergisst, rechtzeitig zu kündigen, bestehen die aus seiner Sicht
meist unnützen Optionen kostenpflichtig weiter.
Wechsel ohne Ärger
Die Kündigung des alten Vertrages kann der Nutzer auch dem neuen
DSL-Anbieter überlassen. Der direkte Kontakt zwischen altem und neuem Anbieter
minimiert häufig die Zeit ohne Internet-Verbindung und verhindert den
eventuellen Verlust der alten Rufnummer. Eine Rufnummern-Mitnahme ist
laut Warentester Grund bei den meisten Anbietern möglich und kostet zwischen
zehn und 25 Euro.
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