FERNSEHEN

DVB-T: Digitales Fernsehen kostenlos per Antenne

Digital Video Broadcasting-Terrestrial, kurz: DVB-T, ist der erste digitale Standard für terrestrisches Fernsehen und hat das analoge TV per Antenne abgelöst. Zwischen 2017 und 2019 wird der DVB-T-Standard durch DVB-T2 ersetzt. Nach der Umstellung ist ein Empfang von DVB-T nicht mehr möglich.
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DVB-T: Digitales Fernsehen kostenlos per AntenneDVB-T: Digitales Fernsehen kostenlos per Antenne DVB-T ist die erste Generation der digitalen TV-Übertragung per Antenne. Die Digitalisierung des Funk-Signals machte eine bessere Bild- und Tonqualität sowie eine effizientere Nutzung der Funk-Frequenzbänder möglich. So können bspw. über DVB-T im Vergleich zu einem analogen TV-Kanal bis zu sechs Programme in SD- oder bis zu zwei in HD-Qualität übertragen werden. Doch auch der DVB-T-Standard ist mittlerweile in die Jahre gekommen. Geplant ist, dass DVB-T zwischen 2017 und 2019 vollständig vom Nachfolger DVB-T2 ersetzt wird. Bereits 2009 wurde vom Europäischen Institut für Telekommunikations­normen (ETSI) DVB-T2 als Nachfolger für DVB-T bestimmt. Mit der relativ späten Umsetzung der europäischen Vorgabe in Deutschland gehört ab 2017 nach und nach die DVB-T-Übertragung der Vergangenheit an. Dieser Umbau der Übertragungs­technologie bedarf auch von Seiten des Fernsehzuschauers eine Anpassung des Empfangsgeräts. Dafür erhöht sich mit DVB-T2 abermals die Frequenzeffizienz sowie die Bildqualität. In gesonderten Artikeln finden sich die wesentlichen Details der Umstellung und alles Wissenswerte über DVB-T2. Kurz und knapp: In zahlreichen Regionen Deutschlands, angefangen mit den Ballungs­gebieten, wird das DVB-T-Signal im Laufe 2017 eingestellt und durch das nicht kompatible DVB-T2 ersetzt. In einigen abgelegeneren Regionen kann der Umbau bis zum Jahr 2019 dauern.

Vom Sendemast zum Empfangsgerät

Per DVB-T werden, je nach Region, zwischen acht und über 30 Fernseh-Programme ausgestrahlt. In einigen Orten, etwa Berlin-Brandenburg, sind auch einige Radio-Sender via DVB-T empfangbar. Die Übertragung des TV- und Radiosignals findet per Funk über dafür reservierte Frequenzen statt. Um diese Signale empfangen zu können ist daher ein digitaler DVB-T-Receiver (Tuner) notwendig, welcher die codierten Daten in Bild und Ton überträgt. Außerdem wird in der Regel eine Zimmer- oder Dachantenne benötigt um das Signal aufzufangen. Nahezu alle neu verkauften Fernseher besitzen heute einen integrierten DVB-T-Tuner, ebenso wie auch integrierte Empfänger für den digitalen Kabel- und Satelliten-Empfang (DVB-C und DVB-S) üblich sind. DVB-T-USB-Sticks und DVB-T-Karten bringen digitales terrestrisches Fernsehen auf Laptop und PC. Neben den Anschaffungskosten für die Hardware ist der DVB-T Empfang in Deutschland kostenlos. Dies ändert sich bei der Umstellung auf DVB-T2 für den Empfang privater TV-Sender.

Vor- und Nachteile der Digitalisierung

Versorgungskarte DVB-T DeutschlandDas Senderangebot via DVB-T ist regional unterschiedlich. Durch die Einführung von DVB-T war es möglich Frequenzbänder im begehrten UHF-Band umzuverteilen und einer neuen Nutzung zuzuführen. Die Mobilfunk-Anbieter ersteigerten die Frequenzen der sogenannten Digitalen Dividende und setzten sie ein, um schnelles Breitband-Internet per LTE als Datenübertragungsstandard auszubauen. Diese Neuverteilung hin zur verstärkten Nutzung für die Mobilfunknetze wird mit der Umstellung auf DVB-T2 fortgeführt.

Doch die Einführung von DVB-T hat auch Kritik auf sich gezogen. Zuschauer bemängelten die trotz optimistischer Versorgungsquoten der beteiligten Sendeanstalten bisweilen schlechte Empfangsqualität, die zu Verzerrungen von Bild und Ton führte. Während für den Empfang des analogen Rundfunks oft auch einfache passive Stab-Antennen ausreichten, ist für DVB-T zumeist mindestens eine aktive Zimmerantenne notwendig. Wer weiter von der nächsten Sende-Anlage entfernt wohnt, für den kann es notwendig sein, eine Außenantenne einzusetzen. Allerdings konnten Nutzer üblicherweise die bereits für analogen Rundfunk installierten Hausantennen auch für den Empfang von DVB-T weiterverwenden.

Neben der Empfangsqualität regte sich auch Kritik an der Programmvielfalt. So sind viele private Fernsehsender im Zuge der Digitalisierung dazu übergangen, ihr Programm terrestrisch nicht mehr auszustrahlen. Darüber hinaus wurde auch die Einführung eines Pay-TV-Konzepts für den Empfang der Privatsender getestet. Dies konnte sich bei DVB-T jedoch nicht durchsetzen.

Rückläufige Relevanz des terrestrischen TVs

Zahlen und Fakten rund um die Digitalisierung
Die Abschaltung des analogen, terrestrischen Fernsehens ist schon seit längerem in ganz Deutschland abgeschlossen. Die Stärken des digitalen, terrestrischen TVs liegen heutzutage vor allem in der relativ mobilen Einsatzmöglichkeit. Im Unterschied zu der Legung eines TV-Kabel oder der Installation einer Satellitenanlage, ist die Aufstellung einer Zimmerantenne vergleichbar simpel durchzuführen. Mit dem begrenzten Entertainment-Angebot von DVB-T kommt dem terrestrische Fernsehen jedoch schwindende Bedeutung zu und findet vor allem noch als Zweitgerät im Haushalt Verwendung, wobei das Hauptgerät entweder per TV-Kabel, Satellit oder Internet bespielt wird. 2015 besaßen laut Digitalisierungsbericht der Landesmedienanstalten nur noch ca. 10 % der TV-Haushalte ein DVB-T-Empfangsgerät, wobei die Verbreitung über Jahre rückläufig verlief. DVB-T kommt somit eher eine ergänzende Bedeutung gegenüber den anderen Übertragungstechnologien zu. Ob sich der Abwärtstrend mit der Einführung von DVB-T2 ändert, kann auf Grund des Bezahlmodells der Privatsender angezweifelt werden. Doch selbst ein Umkehrtrend lässt sich erst nach den Umstellungsjahren wirklich erfassen, da der Umbau der Funkanlagen auch mit dem Austausch der Empfangstechnologie verbunden ist.
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