Fernsehen

Fernsehen über Satellit, Kabel, DVB-T oder IPTV

Fernsehen über Satellit, Kabel, DVB-T oder IPTV: Wir zeigen die Vor- und Nachteile der verschiedenen TV-Technologien in der Übersicht.
AAA
Teilen (39)

Mittlerweile steht mindes­tens ein Fernseh­gerät in den meisten deutschen Haus­halten. Die Mög­lich­keiten, ein TV-Signal zu empfangen, sind jedoch vielfältig. Ob TV über Satellit, Kabel, IPTV oder doch DVB-T - die Unterschiede liegen neben der Technik in Programm­auswahl, Empfangs­qualität aber auch in den jeweiligen Kosten. Wir stellen die verschiedenen TV-An­schluss­möglich­keiten mit ihren Vor- und Nachteilen vor.

DVB-S: Fernsehen per Satellit

Fernsehen über Satellit, Kabel, DVB-T oder IPTVFernsehen über Satellit, Kabel, DVB-T oder IPTV Satelliten-Empfang ist in deutschen Haus­halten sehr beliebt und bietet die größte Programm­vielfalt. Kosten­pflichtige Abos können beim Sat-TV als Erweiterung in Anspruch genommen werden. So kann ein Abonnement des Pay-TV-Senders Sky abge­schlossen oder sich für den kosten­pflichtigen Empfang der verschlüsselten HDTV-Pro­gramme der Privat­sender über Astra entschieden werden.

TV über Satellit
TV-Sender ca. 600 (unverschlüsselt)
HD-Sender ca. 40 (unverschlüsselt)
Kosten Einrichtung: ab ca. 100 Euro
Die Kosten für eine Satelliten-Komplettanlage mit HDTV-Receiver und LNB belaufen sich auf unter 100 Euro im freien Handel, je nach Hersteller und Ausstattung steigen entsprechend die Preise. Für die Installation auf dem Dach oder an der Haus­fassade können weitere Kosten von etwa 100 bis 300 Euro anfallen. Abgesehen von den Einmal­kosten für die Anschaffung bestehen keine monatlichen Kosten für den TV-Empfang. Neben der Satelliten­anlage mit Universal-LNB, die möglichst mit freier Sicht Richtung Süden montiert werden sollte, wird ein digitaler Satelliten-Receiver benötigt. Einige neuere Fernseh­geräte verfügen bereits über einen inte­grierten Receiver für digitales Satelliten-TV. Um weitere Satelliten­positionen zu empfangen oder weitere Teilnehmer zuzufügen, benötigt man einen größeren Spiegel sowie eine Empfangs­einheit mit Double- oder Multifeed-LNB.

Bei Mietwohnungen ist im Vorfeld zu klären, ob die Montage einer Satelliten­schlüssel erlaubt ist. In der Regel ist der Aufbau einer mobilen Sat-Antenne auf der Terrasse oder dem Balkon zulässig, sofern kein Eingriff auf die Gebäude­substanz durch Bohren und Ähnliches nötig ist. Ein möglicher Nachteil des TV per Satellit ist die Witterungs­abhängigkeit der Antenne - Schnee und starker Regen können unter Umständen die Ton- und Bild­qualität beeinträchtigen.

DVB-C: Fernsehen über den Kabelanschluss

Die Kosten für den Grund­anschluss eines Kabelanschlusses werden unterschiedlich abgerechnet. In einigen Miet­verträgen sind die Kosten für den Kabel-TV-Anschluss bereits in den Neben­kosten enthalten. Bisher gibt es an einem Wohnort immer nur einen Kabel­versorger. Somit haben interessierte Kunden keine Wahl zwischen den verschiedenen Anbietern. Bei einem Neuanschluss im Zuge eines Hausbaus fallen für den Inhaber Kosten in Höhe von 150 bis 400 Euro für die Erschließung an.

TV über Kabelanschluss
TV-Sender analog: ca. 40
digital: ca. 100
HD-Sender Private mit Zusatzkosten
Kosten ab ca. 18 Euro / Mon.
Das Einrichten des analogen Kabel­fernsehens ist recht simpel. Es muss lediglich die Antennen­buchse mit dem TV-Gerät über ein Koaxkabel verbunden werden. Weitere Empfangsgeräte wie Receiver, Set-Top-Boxen oder Antennen wie beim TV via Satellit oder DVB-T sind bei der analogen Übertragung nicht notwendig. Allerdings: Das anloge Fernsehen wird in den kommenden Jahren auch im Kabel abgeschaltet.

Viele neuere TV-Gerät sind bereits mit der Empfangs­art DVB-C ausgestattet. HDTV-Angebote der öffentlich-rechtlichen Sender sind nur bei einigen Kabelanbietern unverschlüsselt, also ohne Mehr­kosten, nutzbar. Oftmals muss ein Zusatz-Paket mit monatlichen Grund­kosten hinzubestellt werden. Als zusätzlichen Dienst können Kabel-Kunden Video on Demand nutzen, mit dem abgerufene Videos direkt auf dem Fernseher dargestellt werden.

Fernsehen über das Internet: Streaming-Dienste und IPTV

Neben Kabel oder Satellit besteht auch die Möglich­keit, Fern­sehen über das Internet zu empfangen. Über die Online-Dienste Zattoo und Magine lassen sich Fernseh­sender zum Teil kosten­los über das Internet anschauen. Die Streaming-Dienste können auf verschiedenen Endgeräten wie Handy, Tablet, Computer und Smart TV genutzt werden. Neben dem werbe­finanzierten Basis-Angebot gibt es verschiedene kosten­pflichtige Abo-Optionen, die eine größere Programm­auswahl, höhere Auflösung und Werbe­freiheit bieten. Auch viele TV-Sender stellen einen eigenen Live-Stream auf ihrer Web­seite bereit.

Eine weitere Möglich­keit, über Breitbandleitungen fernzu­sehen, ist IPTV (Internet Protocol Television), also die Übert­ragung von Fernseh­programmen via IP. Hierzu ist zunächst ein schneller Internet­anschluss notwendig. Empfehlenswert ist ein Zugang mit mindestens 16 MBit/s im Downstream, für HDTV-Qualität sind höhere Datenraten von Vorteil. IPTV-Angebote werden in der Regel als Triple-Play-Pakete bei den DSL- und Kabel-Providern angeboten - ein Multimedia-Bundle aus Telefon­anschluss, Internet­zugang und Fernsehen. IPTV kostet bei allen Anbietern einen Aufpreis gegenüber dem regulären Breitband-Anschluss

Die Anzahl der empfangbaren TV-Sender reicht von mindestens 50 bis hin zu über 100 Sendern. In den Basis­paketen der Provider sind bereits einige HD-Sender enthalten. Das TV-Angebot kann bei allen Triple-Play-Anbietern durch zusätzliche Film-Pakete erweitert werden.Auch die IPTV-Anbieter bieten Online-Videotheken an. Hier kostet das Film-Angebot bei 1000 Titeln zwischen Null und Zehn Euro pro Abruf.

DVB-T: Flexibles Fernsehen im Garten oder Auto

TV über DVB-T
TV-Sender Regional
schwankend
HD-Sender -
Kosten Einrichtung:
ab ca. 40 Euro
Das analoge terrestrische Fernseh­system wurde Schritt für Schritt durch ein digitales terrestrisches Übertragungs­verfahren (DVB-T) ersetzt. In über 90 Prozent des Bundes­gebiets können die öffentlich-rechtlichen Sender und regionale Programme empfangen werden. Zusätzlich ist derzeit noch in einigen Gebieten der Empfang von privaten Sendern möglich. Die Programm­belegung variiert stark in den einzelnen Regionen, daher ist es empfehlenswert sich im Vorfeld über das verfügbare Programmangebot an seinem Wohnort zu informieren. HDTV-Inhalte können mit DVB-T nicht empfangen werden.

DVB-T ist jedoch auch dem Tode geweiht: Der Nachfolger DVB-T2 seht in einigen Regionen schon in den Startlöchern. Die Umstellung von DVB-T auf DVB-T2 verläuft zwischen 2017 und 2019, angefangen mit den Ballungsgebieten. Für die Nutzer bedeutet das, dass sie neue Empfangsgeräte kaufen müssen. Und: Die Privatsender werden verschlüsselt und unter dem Markennamen freenet TV vermarktet-

TV über DVB-T2
HD-Sender Derzeit 6
künftig etwa 40 (20 unverschlüsselt)
Kosten Einrichtung:
ab ca. 40 Euro,
Privatsender jährlich 69 Euro.
Ein Vorzug beim digitalen Fernsehen über die Haus­antenne sind die flexiblen Einsatz­möglichkeiten. Der kabellose Empfang ermöglicht die Nutzung auch außerhalb der vier Wände, wie im Garten, im Auto oder am See. Ein DVB-T-Stick ermöglicht den TV-Empfang am Note- und Netbook. Für einen störungsfreien Empfang wird ein DVB-T-Empfangs­gerät benötigt, welches am Fernseh­gerät oder Note- und Netbook angeschlossen ist sowie eine Zimmer- oder Dachantenne, die aufgestellt oder installiert wird. Mittlerweile sind nahezu alle neueren Flachbild­schirme mit einem eingebauten DVB-T-Empfänger ausgerüstet. Weitere Kosten fallen beim DVB-T-Empfang nicht an. Dies ändert sich mit der Einführung von DVB-T2 wonach die Privat-Sender ihr Programm ausschließlich verschlüsselt ausstrahlen und für eine monatliche Gebühr freigeschaltet werden können.

Leider kann es relativ häufig zu Störungen, Aussetzern und langen Umschalt­zeiten zwischen den Programmen beim Empfang von terrestrischen Signalen kommen. Der optimale Platz für die Zimmer­antenne ist in der Nähe von Fenstern, da dicke Wände das Signal abschirmen. Störungen können ebenfalls durch elektrische Geräte verursacht werden.

Livestreams als Ergänzung für PC und Notebook

Viele TV-Inhalte sind mittlerweile auch im Internet zu finden. Eine verpasste Sendung kann so problemlos nachgeholt werden. Auch für Live­streams und Peer-to-Peer-Dienste wie Zattoo wird eine schnelle Internet­verbindung benötigt. Bei niedrigen Datenraten ist die ruckelfreie Wiedergabe der Streams nicht gewährleistet. Die Server können zudem zu bestimmten Zeiten teilweise überlastet sein. IPTV hingegen bietet ein bestimmtes Angebot für einen festen Nutzerkreis, wie etwa für Entertain-Kunden der Telekom. Die ausschließliche Nutzung von TV-Angeboten über das Internet ist als Haupt-Empfangsweg für das Fernsehen in den eigenen vier Wänden eher ungeeignet und kann als Ergänzung für die gelegentliche Nutzung am PC oder Notebook genutzt werden.

Teilen (39)

Meldungen zu Fernsehen

1 2 3 420 vorletzte