teltarif.de MOBIL · DIENSTE · TOUR
Größtes deutschsprachiges Telekommunikations-Magazin *
Newsletter für: 
Festnetz Internet Mobilfunk Handy & Co. mobicroco Meldung Meinung Service 12.02.2012 

Fernsehen im Internet oder Internet auf dem Fernseher?

08.09.2010
09:38

Fernsehsender, Netzbetreiber, Inhalte-Anbieter und Gerätehersteller diskutieren auf der Medienwoche

Im Rahmen der IFA-Medienwoche ging es unter anderem um das Zukunftsthema Fernsehen und Internet. Hier ging es um die Fragen, ob das Internet das klassische Fernsehen in absehbarer Zeit tatsächlich überflüssig machen wird, mit welchen Geräten die Menschen in der Zukunft fernsehen werden und mit welchen Geschäftsmodellen Fernseh- und Internet-Anbieter ihre Inhalte unter die Leute bringen wollen. Hier gab es nicht nur eine lebhafte Diskussion unter den anwesenden Experten, sondern auch einige überraschende Aussagen.

Medien-Experten und Vertreter von Fernsehsendern, Netzbetreibern und der Geräte-Industrie diskutierten, auf welche Weise sie sich den neuen Herausforderungen stellen wollen. Dabei kristallisierte sich recht bald heraus, dass es unter den Anwesenden einen Konsens darüber gibt, dass Fernsehen im Internet auf dem PC nicht dasselbe ist wie Fernsehen auf dem TV-Gerät, selbst wenn es einen Internet-Zugang hat. Während das Ansehen von Clips oder Sendungen auf dem PC nur eine von vielen Möglichkeiten sei, das Internet zu nutzen, sei der Fernseher doch weiterhin in erster Linie zum Fernsehen da. Allein die Vorstellung, per Fernbedienung eine URL einzugeben und aufzurufen, löste sowohl bei den Teilnehmern auf dem Podium, wie auch im Publikum eine gewisse Heiterkeit aus.

Hier müssten andere Möglichkeiten der Interaktivität gefunden werden und Gerhard Schaas (Vorstand bei Loewe) betonte, dass es diese zumindest auf Herstellerseite auch bereits geben würde, etwa den Red Button (HbbTV), dessen Idee eigentlich sei, eine direkte Verbindung zu den im Internet hinterlegten Inhalten herzustellen, die zu der aktuell gesehenen Sendung passen. Von den Fernsehsendern würde diese Funktion bisher aber nur genutzt, auf ein Untermenü umzuleiten, in dem Inhalte der Mediathek abgerufen werden können, was ja nicht wirklich Sinn der Sache sei.

Fernsehsender mögen zeitversetztes Fernsehen nicht

HbbTV
HbbTV im Ersten
Umgesetzt und gern angenommen hingegen wird bei IPTV-Angeboten die Möglichkeit, Sendungen zeitversetzt anzuschauen (Time-Shift), wie das ja auch von vielen jüngeren Nutzern im Internet getan wird. Ärgerlich gerade für private Fernsehsender ist hier allerdings der Aspekt, dass dann Werbezeit nicht mehr im herkömmlichen Schema verkauft werden kann, denn die klassische Hauptsendezeit gibt es beim zeitversetzten Fernsehen natürlich nicht mehr. Auch hier seien ganz neue Geschäftsmodelle gefragt.

Immerhin biete Interaktivität auch die Chance, andere Werbeformen zu nutzen, wie das beispielsweise Online-Händler bereits tun, die passend zu dem, was man sich gerade ansieht, bestimmte Angebote einblenden, die dann eher einen Empfehlungs- als einen Werbecharakter hätten, was die Zuschauer sicherlich auch weniger nerven würde, als Werbespots die sie sich gezwungenermaßen ansehen müssten.

Divergenz statt Konvergenz

Spannende Antworten gab es auch auf die Frage nach künftigen Geräten, auf denen Internet und Fernsehen gleichermaßen genutzt werden könnten. Hier erklärte Loewe-Vorstand Schaas, dass er statt der in den vergangenen Jahren vielbeschworenen Konvergenz vielmehr eine Divergenz sehe, denn es werde künftig sehr viel mehr verschiedene Gerätetypen geben, auf denen auch ferngesehen würde. Neben klassischen Fernsehern in allen Größen kämen Smartphones, Tablets, Smartpads und alle möglichen Zwischenformen dazu, so dass es eher ein Problem sei, die Diversität nicht zu weit zu treiben, damit nicht zu viele verschiedene Lösungen nebeneinander beständen. Hier habe man sonst wieder Interoperabilitätsprobleme, ganz zu schweigen von den Herausforderungen für die Inhalte-Anbieter.

Bemerkenswert auch die nahezu einstimmige Antwort der verschiedenen Vertreter auf die Frage, ob es denn im Jahre 2020 noch lineares Fernsehen geben würde: Aber ja. Denn Fernsehen habe Event-Charakter, hier kämen weiterhin Leute zusammen, um bestimmte Sendungen gemeinsam anzusehen. In diesem Jahr hat ja auch die Fußball-WM gezeigt, dass die Menschen zum Public Viewing zusammen kommen. Die Vorstellung, dass sich künftig tausende Menschen mit einem kleinen Bildschirmgerät im Park treffen, anstatt sich vor einer großen Videowand zu versammeln, wirkt in der Tat ziemlich skurril.

Auch der auf der IFA überall ins Auge fallende Trend zu immer größeren Bildschirmen in immer schärferen Auflösungen widerspricht dieser Überlegung. Eine andere, in dieser Runde nicht diskutierte Frage ist, wie die Infrastruktur in Deutschland mit diesen Herausforderungen Schritt halten soll. Denn wenn immer mehr hochauflösende Inhalte per Breitbandleitung abgefragt werden, statt in herkömmlichen Broadcast-Technologien, scheint der Daten-Kollaps in den Netzen vorprogrammiert.

Weitere Artikel zur IFA 2010 RSS

 
vorherige Meldung Drucken RSS E-Mail nächste Meldung
Anzeige:

Das neue Nokia Lumia 800: Jetzt informieren!
Googles neues AndroidTM Phone. Galaxy Nexus bei o2

Hier klicken!
Endlos surfen und simsen und 100 Freiminuten
clever3-Tarif - jetzt gleich bestellen!

Meinungen und Erfahrungen der Community:

Betreff Autor Datum
RE: EM? Ich dachte WM. Ali.As 11.09.10 01:11
RE: Konvergenz? judi 08.09.10 14:12
Konvergenz? Telly 08.09.10 12:47
RE: EM? Ich dachte WM. h0tIc3 08.09.10 12:42
Beitrags-Index ]  [ Thread-Index ] 

Weitere News vom 08.09.2010:

- Apple iPad und Samsung Galaxy Tab im Vergleich
- Die Navigations-Neuheiten von der IFA im Überblick
- teltarif.de Gewinnspiel: Sony Ericsson Xperia X10 mini zu gewinnen
-  Qualcomm: Tablets haben Smartbooks auf dem Gewissen
- o2 startet 2,6-GHz-LTE-Pilotnetz in München
-  Google-Boss Eric Schmidt: Chrome OS nicht für Tablets
- Telmap: Kostenlose Navi-Software für Palm Pre verfügbar
- Handy-Gerüchte im Vorfeld der Nokia World in London
-  Lenovo verlängert Cashback-Aktion erneut
- Penny Mobil und ja!mobil: 5 Cent pro Minute in alle Netze
- Vier neue Smartphones: Acer setzt auf Android
- Cloud Computing ist mehr als ein Hype
-  IFA: Kleine Multimedia-Tablets von Archos
- Fernsehen im Internet oder Internet auf dem Fernseher?
- Alle Meldungen aus der Kalenderwoche, aus der auch obige Meldung ist
- Alle Meldungen der letzten sieben Tage



Werbung

hier klicken!


hier klicken!


Tarif-Vergleiche
Prepaid-Tarife der Netzbetreiber
Prepaid-Tarife der Discounter
Prepaid-Karte im Ausland
Roaming mit T-Mobile XtraCard
Roaming mit Vodafone CallYa
Roaming mit E-Plus Free & Easy
Roaming mit o2 LOOP
im Ausland aufladen
Aktuelle News zum Thema Diskussions-Forum

 
Alle Texte und Tabellen © 1997 - 2012 teltarif.de Onlineverlag GmbH
[Homepage] · [Unternehmen] · [Impressum/AGB/Ihre Daten] · [Feedback] · [Mediadaten] · [Partnerprogramm] · [Presse] · [Jobs]
*) teltarif.de registrierte zuletzt 1 200 000 Unique User pro durchschnittl. Monat
Quelle: teltarif.de: AGOF internet facts 2011-10, Erwachsene ab 14 Jahre