Femtozelle

Großes Interesse: Vodafone nennt Preise für die Femtozelle

Zwei unterschiedliche Modelle für Geschäftskunden erhältlich
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Vodafone nennt Preise und Geräte für die FemtozelleVodafone nennt Preise und Geräte
für die Femtozelle
Die Ankündigung eines Angebotes von Femtozellen für Vodafone-Kunden scheint auf allergrößtes Interesse gestoßen zu sein. Inzwischen hat Vodafone auf seiner Homepage auch Preise und ein Produktdatenblatt zum Download veröffentlicht. So werden von Vodafone seinen Geschäftskunden zwei Modelle zur Auswahl angeboten:

Die einfache Variante heißt "Huawei AP 2820V" und ist ein großer Netzstecker mit integrierter 230-Volt-Steckdose, welcher rein optisch eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Powerline-Adapter aufweist - die eingebaute Technik "funkt" aber nicht über die Stromleitung.

Diese "AP 2820V"-Minizelle erlaubt acht gleichzeitige Telefonate und bietet vier Datenkanäle zur selben Zeit. Vodafone gibt eine Funk-Reichweite von etwa 30 Metern an. Daten können in UMTS-Technik mit bis zu 7,2 MBit/s im Download angeboten werden, sofern der dafür vorhandene DSL-Anschluss ausreichende Geschwindigkeit bietet (DSL 16 000 sollte ausreichen, wenn der Anschluss sonst nicht nennenswert genutzt wird), dann sind wie im Mobilfunk auch bis zu 1,4 MBit/s im Upload möglich. Gespräche, die über eine Basisstation im "normalen Netz" in UMTS-Technik geführt werden, können zur Sure Signal "handovert" werden; zurück ins bestehende Netz geht's genauso. Sollten im Gebäude mehrere "Sure Signal"-Zellen laufen, ist ein Handover untereinander bei der einfachen Version jedoch nicht möglich.

Den AP 2820V bietet Vodafone für einen einmaligen Kaufpreis von 1 Euro (inkl. MwSt.) an, dazu kommt eine monatliche Miete von 17,73 Euro (inkl. MwSt.), die Mindestlaufzeit beträgt wie üblich 24 Monate.

Mehr Komfort: Huawei ePico 3802V

Richtig komfortabel wird es mit dem Modell "Huawei ePico 3802V", das 28 gleichzeitige Telefonate und 28 Datenkanäle in einem Umkreis von etwa 70 Meter rund um den Router ermöglichen soll.

Die Geschwindigkeit im heimischen UMTS-Netz kann dabei bis zu 21,6 MBit/s im Download und bis zu 1,4 MBit/s im Upload betragen, sofern ein richtig schneller Internet-Anschluss (empfehlenswert wären beispielsweise VDSL 25 oder mehr) zur Verfügung steht; die genaueren Anforderungen an den LAN/DSL-Anschluss nennt Vodafone auf seiner Seite nicht.

Funktechnisch interessant sind beim größeren Modell nicht nur die möglichen Handover von einer Sure-Signal-Basis zum klassischen GPRS-/UMTS-Netz und zurück, sondern auch die Handover von einer Sure-Signal-Station zur andern, wenn in einem sonst schlecht versorgten Gebäude beispielsweise mehrere Femto-Zellen aufgestellt werden.

Die größere Zelle ist dann auch gleich deutlich teurer: Neben einem einmaligen Kaufpreis von 285,48 Euro (inkl. MwSt.) sind monatlich noch 47,48 Euro (inkl. MwSt.) über einen Zeitraum von 24 Monaten in Ansatz zu bringen, sofern man als Geschäftskunde nicht einen rabattierfähigen Rahmenvertrag nutzen kann, dessen Preise je nach Geschäftsvolumen individuell variieren können.

Der Aufsteller von Femtozellen kann sich wahlweise für eine geschlossene Teilnehmerliste (nur bestimmte Handys und Karten dürfen die Zellen nutzen) oder eine allgemeine Freigabe entscheiden, dann können alle Handys, die sich zufällig im Empfangsbereich der Femtozelle aufhalten diese ohne gesonderte Voranmeldung benutzen.

Nach Freigabe können Roaming-Kunden Femtozelle nutzen

Zu beachten ist, dass zusätzlich weiter die normalen Kosten des jeweiligen Vodafone-Laufzeitvertrages oder der Prepaid-Karte im Vodafone-Netz anfallen. Sind die Zellen entsprechend freigegeben, können auch ausländische Roaming-Kunden diese Zellen nutzen, sofern der Netzbetreiber ihrer Karte ein Roamingabkommen mit dem deutschen Vodafone-Netz hat, was in den meisten Fällen der Fall sein dürfte. Mehrkosten zu den normalen Roaming-Tarifen entstehen ihnen dabei nicht.

Als Zielgruppe sieht Vodafone neben Büros in modernen, mit Isolierglas versehenen Fassaden, auch Gastronomiebetriebe wie Hotels, Bars oder Kneipen. Die Zelle könnte die Hotel-Lobby, die Konferenzzone oder sogar die Tiefgarage versorgen. Im Restaurant, in Cafés oder Bars würden die Micro-Basisstationen die Kunden mit dem notwendigen Netz zum Telefonieren und mobilen Internet-Surfen versorgen können.

Wie teltarif.de von Brancheninsidern erfuhr, sollen auch bei o2 interne Tests stattgefunden haben, die aber nach unserer Kenntnis bislang nicht weiter verfolgt wurden, da technisch-rechtliche Fragen zur Ortung des Teilnehmers bei Notrufen oder zum Zugriff auf die geführten Verbindungen durch Sicherheitsbehörden (TKÜ) nicht geklärt werden konnten.

Ein Angebot von Femto-Zellen für Privatkunden scheint in Deutschland bislang von keinem Anbieter geplant zu sein. Hier bleibt einzig die Hoffnung, durch einen gezielten Netz- und oft auch Anbieterwechsel eine bessere Funkversorgung erwischen zu können.

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