Facebook meldet abermals negative Zahlen - Anleger aber zufrieden
24.10.2012 10:09
Werbung auf mobilen Geräten macht 14 Prozent des Umsatzes aus
Von dpa /
 Facebook legt Zahlen vor
Facebook hat abermals einen
Verlust eingefahren. Grund waren galoppierende Kosten und hohe
Steuern. Die Anleger sind von den Geschäftszahlen fürs dritte Quartal
dennoch begeistert. Denn es scheint, dass das weltgrößte soziale
Netzwerk im problematischen mobilen Geschäft Fortschritte macht. Die
Aktie schoss am Dienstag nachbörslich um fast 13 Prozent nach oben.
Wegen hoher Steuern auf Aktien, mit denen das Unternehmen seine
Mitarbeiter entlohnt, fiel ein Quartalsverlust von 59 Millionen
Dollar (45 Millionen Euro) an. Auch die Kosten für Marketing, Verwaltung
oder die Entwicklung neuer Produkte schnellten nach oben. Bereits im
Vorquartal hatte der Börsenneuling rote Zahlen geschrieben. Im
Vorjahreszeitraum hatte Facebook noch 227 Millionen Dollar verdient.
Zuckerberg: Mythos zerstören, dass Facebook mobil kein Geld verdient
Gründer und Firmenchef Mark Zuckerberg hob die Fortschritte bei
Werbung auf Smartphones und
Tablets hervor, die als Schwachpunkt
gilt. "Ich möchte den Mythos zerstreuen, dass Facebook kein Geld im
mobilen Geschäft verdienen kann", erklärte er in einer
Telefonkonferenz. Über mobile Geräte könnten mehr Menschen erreicht
werden und diese würden öfter vorbeischauen als Nutzer am Computer.
Es werde stets missverstanden, wie groß die Chancen für Facebook in
dem Bereich seien: Werbung auf Smartphones und Tablets habe sich als
effizienter herausgestellt und mache inzwischen 14 Prozent der
Werbeeinnahmen aus. Analysten-Fragen nach konkreteren Beispielen für
die Stärken im mobilen Geschäft wichen Zuckerberg und seine Nummer
zwei Sheryl Sandberg dann aber konsequent aus.
Mittlerweile greifen 604 Millionen Nutzer zu Smartphones oder
Tablet-Computern, um mit ihren Facebook-Freunden in Kontakt zu
bleiben. Das sind 61 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die Gesamtzahl
der monatlichen Nutzer lag zuletzt bei gut einer Milliarde, ein
Zuwachs von 26 Prozent. Mehr als die Hälfte davon schaut sogar
täglich bei Facebook vorbei. Exakt spricht Facebook von 1 007 000 000
aktiven Mitgliedern.
Die Nutzer sind der Schatz von Facebook, denn diese Masse macht
das soziale Netzwerk für die Werbetreibenden interessant. Im dritten
Quartal stieg der Umsatz um 32 Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar.
Die Werbung machte daran 86 Prozent aus, der Rest ist vor allem
Facebooks Anteil an Einnahmen aus Online-Spielen. Der Beitrag des mit
schweren Problemen kämpfenden "Farmville"-Erfinders Zynga ist dabei
um ein Fünftel gesunken. Zynga steuerte damit noch etwa sieben
Prozent des Facebook-Umsatzes bei nach zehn Prozent noch im Quartal
davor. Es gebe aber auch Anbieter, die erfolgreich seien,
kommentierte Zuckerberg trocken. Zynga strich kurz vor den
Facebook-Zahlen fünf Prozent der Arbeitsplätze.
Kurs stiegt nachbörslich, liegt aber immer noch weit unter Ausgabekurs
Insgesamt sind die Zahlen ein Lichtblick für Facebook: Nach dem
Börsengang im Mai war die Aktie von 38 Dollar auf bis zu 17,55 Dollar
abgestürzt, weil die Sorge Überhand nahm, dass Facebook im mobilen
Geschäft nicht so recht Geld verdienen kann. Der
Smartphone-Bildschirm bietet weniger Platz für Werbung als ein
Computermonitor. Doch Facebook steuerte mit neuen Werbeformen gegen -
die Anzeigen werden im Nachrichtenstrom der Nutzer platziert. Die
aufgezeigte Entwicklung ließ die Anleger hoffen. Nachbörslich kostete
das Papier mehr als 22 Dollar.
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