Soziale Netzwerke

Facebook soll Nutzer frustriert, unzufrieden und neidisch machen

Folge: Nutzer stellen ihr eigenes Leben übertrieben positiv dar
Von mit Material von dpa
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Facebook soll Nutzer frustriert, unzufrieden und neidisch machenFacebook soll Nutzer frustriert, unzufrieden und neidisch machen Frust, Un­zu­frie­den­heit, Neid: Soziale Netz­werke lösen einer Studie zufolge bei einem Teil ihrer Nutzer nega­tive Ge­fühle aus. Über ein Drittel der von ihnen be­frag­ten Facebook-User fühle sich wäh­rend und nach der Nutzung schlecht, haben For­scher der Tech­nischen Uni­versi­tät Darm­stadt und der Humboldt-Uni­versi­tät zu Berlin heraus­ge­funden. Sie seien ein­sam, müde, traurig oder frustriert. Als wesent­lichen Grund sehen die Forscher den Neid auf die positiven Nach­richten der Facebook-Freunde.

"Normalerweise beneidet man Leute, die einem ähnlich sind", sagte Projektleiterin Hanna Krasnova heute. Auf Facebook erfahren Nutzer mehr über andere, ihnen ähnliche Menschen, mit denen sie sich vergleichen können. "Die Bedingungen für einen sozialen Vergleich sind besser. Man kann besser sehen, wie man abschneidet."

Andere beeindrucken: Viertwichtigster Grund für die Facebook-Nutzung

Die zweiteilige Studie stand unter der Frage: "Ist Privatsphäre das einzige, mit dem wir bei sozialen Netzwerken bezahlen?" Insgesamt wurden 560 Personen befragt. Als Hauptgründe für die Facebook-Nutzung wurden das Teilen von relevanten Informationen und das Informieren von Freunden über aktuelle Ereignisse genannt. Auf dem dritten Platz der Nutzungsgründe stand der Wunsch, andere zu unterhalten. Die viertwichtigste Hauptmotivation bestand darin, andere zu beeindrucken.

Angesprochen auf die Gefühlslage während der letzten Facebook-Nutzung, bewerteten 43,8 Prozent der Nutzer diese als positiv, 36,9 Prozent als negativ und der Rest als neutral. Bei den negativen Gefühlen dominierten Langeweile, Ärger, Frustration und Schuldgefühle. Die nächste Frage bezog sich auf den konkreten Auslöser der Frustration: Hier nannten die Nutzer Neid, fehlende Aufmerksamkeit, Zeitverschwendung und Einsamkeit als Hauptursachen.

Dann wurde nach der Ursache für den Neid gefragt: Hier waren die Nutzer überwiegend neidisch auf Reisen, die Freizeitgestaltung, das soziale Leben und das Glück anderer Nutzer. Oft werde dadurch nach Auffassung der Forscher eine regelrechte "Neidspirale" ausgelöst: Eigene Neidgefühle würden bewirken, dass der Nutzer sich selbst in einem besseren Licht darstellt, was wiederum andere auf ihn neidisch macht, die dieses Gefühl dann mit einer "verbesserten" Selbstdarstellung überspielen müssen. Schließlich lassen sich die Forscher zu der Schlussfolgerung hinreißen: "Facebook raubt nicht nur Deine Privatsphäre, es schadet auch Deiner Seele."

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